Olten

Zu wenig hat sich in der Stadt verändert: Ländiweg und Winkelunterführung «ganz schlimm»

Simone Scholtz an der Kirchgasse: «An der Begrünung muss man sicher noch arbeiten.»

Simone Scholtz an der Kirchgasse: «An der Begrünung muss man sicher noch arbeiten.»

Nach 15 Jahren ist Simone Scholtz zurück – und ist erstaunt über den Wandel bzw. Nicht-Wandel der Stadt.

In den letzten 15 Jahren habe sich Olten kaum verändert, befand Simone Scholtz (im damaligen Bericht mit ihrem Ledignamen Egli genannt) an einer Podiumsdiskussion Ende letzten Monats im Tattarletti. Im persönlichen Gespräch wird jedoch klar, dass sie die Lage nicht ganz so dramatisch einschätzt, wie es vor zwei Wochen vielleicht geklungen hat. Olten habe durchaus einige Veränderungen erlebt, darunter sehr positive.

Scholtz’ Wahrnehmung des Oltner Wandels basiert dabei nicht auf einer kontinuierlichen Betrachtung. Vor 22 Jahren zog die ursprünglich aus Schaffhausen Stammende mit ihren Eltern von Indonesien nach Neuendorf. Nachdem sie sieben Jahre lang die Oltner Kantonsschule besucht und die Stadt somit kennengelernt hatte, dislozierte sie 2001 nach Grenchen, 2007 nach Zürich. 2011 wanderte Scholtz mit ihrem Mann aufgrund seines Berufs nach Fort Worth in Texas aus. Letztes Jahr zog die heute 33-Jährige schliesslich wieder zurück nach Olten. «Unter anderem, weil wir noch nicht wussten, ob mein Mann in Freiburg oder Basel arbeiten würde, entschieden wir uns aufgrund der zentralen Lage für Olten als Wohnort.» Nun lebt Scholtz mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in einem Haus im Oltner Schöngrundquartier.

Bahnhof hat überrascht

Ihre Rückkehr in die Aarestadt war mit einigen Überraschungen verbunden, sagt Scholtz – guten wie schlechten. Die auffälligste optische Verbesserung sei dabei klar die neugestaltete Kirchgasse gewesen, durch die sie früher noch mit dem Bus zur Schule fuhr. «Eine unglaubliche Lebensqualität, die hier geschaffen wurde.» Nebst den hier zu findenden Gastrobetrieben ist für sie als Mutter auch der Kinderspielplatz auf dem Platz der Begegnung eine tolle Einrichtung. «Das bringt einen auch als Neuzuzügerin sofort in Kontakt mit Leuten.» Ebenso würden die in der Gasse geplanten Events wie beispielsweise das Open-Air-Kino der Innenstadt viel Charme verleihen.

In die Augen fiel Scholtz auch die Fachhochschule Nordwestschweiz, auf dessen Areal sie früher noch die Partys im damaligen Metro-Club besucht hatte. Zudem habe sich der Bahnhof seit ihrem Wegzug eindrücklich verändert. «Gerade die Hauptunterführung mit dem lichtdurchlässigen Kubus in der Mitte hat mich positiv überrascht.» Als Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz sei diese Aufwertung für Olten auch gerechtfertigt.

«Ganz schlimm»

Abgesehen davon ist Scholtz überrascht gewesen, wie wenig sich in Olten an anderen Stellen getan habe. «Wenn man einmal gesehen hat, wie sich andere Städte innert dreier Jahre weiterentwickelt haben, wirkt Olten im Vergleich schon etwas gemächlich.» In Zürich-Oerlikon oder Fort Worth habe sie diesbezüglich eindrückliche Beispiele erlebt. Insbesondere der Ländiweg und die Winkelunterführung sähen halt immer noch «ganz schlimm» aus. Mit dem Gleichbleiben gewisser Dinge ist Scholtz zum Teil aber auch sehr einverstanden. «Dass die Badi noch immer dieselbe ist, ist schön.» Sie schätze es, dass das Stadtbad so zentral und nahe an der Altstadt liegt.

Fehlende Sitzmöglichkeiten

Trotz erfreulicher Verbesserungen ortet Scholtz bei den öffentlichen Begegnungsräumen noch Luft nach oben. Zwar gebe es im Bifang das Begegnungszentrum Cultibo (das es vor 15 Jahren auch noch nicht gegeben hat), doch sei dessen Wirkung eben auf die rechte Aareseite beschränkt. Ebenso fände sie es wichtig, noch mehr in Spielplätze und Schulen zu investieren, um damit auch gut verdienende Familien anzulocken, die der Stadt Steuern einbringen würden. Hierfür engagiert sich Scholtz auch persönlich mit einem eigenen Projekt.

Die gelobte Kirchgasse könnte man laut Scholtz ebenfalls noch optimieren. «An der Begrünung muss man sicher noch arbeiten.» Und es fehlten Sitzmöglichkeiten. Zudem sei es wichtig, das leerstehende Gebäude an der Kirchgasse 4 bald wiederzubeleben. «Das verbreitet schlechte, triste Stimmung.» Und wenn dereinst wie geplant das Kunstmuseum das Haus an der Kirchgasse 8 verlassen wird, fände sie ideal, dort eine weitere gastronomische Verweilmöglichkeit einzurichten, die auch Familien und nichtkonsumierenden Studenten Platz zum Verweilen böte. Ziel solle sein, die Innenstadt dauerhaft zu beleben – um diese «Riesenchance», die sich hier biete, nutzen zu können.

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