Generationen von Oltnerinnen und Oltnern sind im «Hübeli», wie es im Volksmund heisst, zur Schule gegangen. Nun will der Stadtrat den Standort mitten in der Innenstadt schliessen, wie die Stadtkanzlei am Mittwoch mitteilt.

Die Klassen sollen ins neue Schulhaus Kleinholz verlagert werden, das bis spätestens 2021/2022 realisiert werden soll. Der Entscheid kommt nicht aus heiterem Himmel: Immer wieder wurde diskutiert, ob das Hübelischulhaus noch weitergeführt werden soll oder nicht. Das Gemeindeparlament muss an seiner nächsten Sitzung vom 25. Januar den Entscheid bestätigen.

Als Hauptgrund für den Schliessungsentscheid führt der Stadtrat an, dass das Hübelischulhaus aus allen Nähten platzt und daher nicht mehr «für einen modernen Schulbetrieb genügt» für die derzeit sieben Primarschulklassen: Mehrere Angebote wie Unterricht, Gruppenarbeitsraum und Schulleitungsbüro mussten in der Vergangenheit ins benachbarte Stadthaus ausgelagert werden; ein Lehrerzimmer in der ehemaligen Hauswarts-Werkstatt und ein Arbeitsraum in der ehemaligen WC-Anlage wurden behelfsmässig eingerichtet; der Pausenplatz ist nicht genügend gross; der Werken-Pavillon ist baufällig; für den Turnunterricht müssen die Schüler bisher entweder ins Froheimschulhaus oder in die Stadthalle ausweichen. Zudem ist künftig im unmittelbaren Einzugsgebiet des Hübelischulhauses keine besondere Zunahme der Schülerzahlen zu erwarten.

Ein zweiter wichtiger Grund sind die Kosten. Die Verlagerung der Klassen vom Hübeli- ins neue Kleinholzschulhaus hat für die Stadt unter dem Strich Minderausgaben von rund 60'000 Franken jährlich zur Folge. Zwar sind die Investitionskosten 2,75 Millionen Franken höher, weil das neue Schulhaus im Kleinholz doppelt so gross sein muss (300 Schülerinnen und Schüler statt 150). Allerdings müssten auch im Hübelischulhaus Sanierungen vorgenommen worden. Und trotzdem hätte dieses dann «nicht die Qualität eines Neubaus», wie es im Bericht und Antrag ans Gemeindeparlament heisst

Auch die Betriebskosten fallen mit nur einem Standort um 139'000 Franken geringer aus pro Jahr. Zudem ergeben sich damit weitere Vorteile: Die Zusammenarbeit innerhalb des Lehrerteams vereinfacht sich; die Spezialangebote wie Heilpädagogik oder Deutsch als Zweitsprache müssen nicht an zwei Orten angeboten werden und für den Turnunterricht ist keine Verschiebung mehr nötig. Die Stadthalle und eine neue Turnhalle befinden sich gleich beim beabsichtigten Schulstandort.

Offen, was mit Hübeli passiert

An der Sitzung vom letzten Montag hat der Stadtrat auch einen Entscheid bestätigt, den dieser bereits im vergangenen Herbst gefasst hat: Das wegen der steigenden Schülerzahlen benötigte neue Schulhaus inklusive Turnhalle für laut Finanzplan höchstens 15 Millionen Franken soll im Quartier Kleinholz gleich neben der Stadthalle entstehen.

Das Land, auf dem es einen Fussballtrainingsplatz gibt, gehört bereits der Stadt. Auch diesen Entscheid muss das Gemeindeparlament am 25. Januar noch bestätigen. Als Argumente angeführt wurden die Nähe zu den sich entwickelnden Wohngebieten Kleinholz und Bornfeld sowie den Sportstätten oder die gute Erreichbarkeit auch von Olten SüdWest sowie vom Gebiet der Aarburgerstrasse und des Sälikreisels auf der rechten Aareseite.

Das heisst, dass mit dem neuen Schulhaus auch ein Grundsatz überprüft werden könnte, an dem lange festgehalten wurde, wie Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage bestätigt: Ein Schulhaus im Kleinholz wäre auch für Primarschüler von der rechten Aareseite gut erreichbar.

Was mit dem Hübelischulhaus passiert, wenn die Schüler dereinst ausgezogen sind, ist derzeit noch offen. Die Liegenschaft war mal als Alternativstandort für das Kunstmuseum im Gespräch, obwohl die Stadt eigentlich einen Umzug desselben ins heutige Naturmuseum plant, das ab 2019 im Haus der Museen an der Konradstrasse 7 untergebracht sein wird. Diese Idee könnte nun wieder aktuell werden.