Mit der Coop Beachtour gabs letztes Wochenende bereits zum neunten Mal ein Hauch von Copacabana-Stimmung in der Oltner Innenstadt. Rund 20 000 Matchbesucher wollten sich die Ballwechsel auf der Kirchgasse nicht entgehen lassen. Damit das viertägige Spektakel zustande kommt, braucht es aber nicht nur die grosse Zuschauertribüne mit einem Fassungsvermögen von gegen 800 Leuten, welche nicht zuletzt mithilfe der regionalen Zivilschutzorganisation auf- und abgeräumt wird, sondern auch rund 250 Tonnen Sand.

Der Sand des OItner Beachvolleyballfelds wird weggeräumt

Der spezielle Quarzsand für den Beachvolleyball-Sport ist in der Schweiz gar nicht erhältlich und wurde letzte Woche aus einem Werk aus dem Elsass mit neun Lastwagenladungen in die Dreitannenstadt gekarrt. Der Sand ist besonders fein. Während normaler Sand für den Sandkasten eine Körnung von rund zwei Millimetern aufweist, ist derjenige für Beachvolleyballfelder höchstens 0,63 Millimeter dick, wie es im Datenblatt der Coop Beachtour heisst. Zudem ist der Sand mehrfach gewaschen, um alle Verunreinigungen zu beseitigen.

Einlagern rechnet sich nicht

Hautabschürfungen für die Sportler an den Füssen oder Ellbogen sollen so vermieden werden.
Doch was passiert mit den 250 Tonnen Sand nach dem Turnier? Laut dem OK-Chef Michi Bleiker lohnt es sich finanziell nicht, den Sand für das nächste Turnier einzulagern – das wäre in diesem Fall das Turnier in Basel von Ende Juli gewesen. Der wirtschaftliche Aufwand für die Miete eines Teerplatzes und die Lastwagen-Transporte sei zu gross. «Sobald die Fahrzeit über anderthalb Stunden beträgt, kann ich den Sand auch gleich neu kaufen», sagt Bleiker.

Aus diesem Grund wird der Sand nach dem Turnier an Interessenten in der näheren Umgebung verkauft. «Die Nachfrage ist gross.» Infrage kommen nebst Badis, die ihr Beachvolleyballfeld erneuern wollen, auch Reitplätze oder Turnplätze für ihre Weitsprunganlagen. Der Sand ist um bis zur Hälfte günstiger, als wenn er direkt bei einem Sandwerk im Ausland eingekauft wird. «Das ist eine Win-win-Situation», erklärt Bleiker. Die Tonne kostet so je nach Transportort zwischen 80 und 120 Franken. In diesem Jahr kann sich etwa mit dem Beachvolley-Club Wiggertal, einer der wenigen reinen Beachvolleyballclubs der Region, seine drei Felder in Aarburg erneuern. Bereits ist ein Teil des Sands des 2018-Beach-Turniers reserviert.

Jubiläum steht an

Nächstes Jahr feiert die Beachtour in Olten ihr 10-jähriges Bestehen. Laut dem OK-Präsident Peter Thoma sind rund um das Turnier spezielle Events geplant. Die Veranstaltung soll erneut um Fronleichnam stattfinden. Mit der Zuschauerauslastung ist Thoma zufrieden: «Bei den Matchbesuchern bewegen wir uns trotz der kleineren Tribüne auf Vorjahresniveau.» Der Stadtkirche-Renovation und der TV-Übertragung fielen rund 200 Plätze zum Opfer.