Olten

Zirkus Knie nimmt Zuschauer auf Gefühl-Achterbahn mit

In Olten konnte man am Wochenende Gefühl-Achterbahn fahren: Der Zirkus Knie gastierte nämlich mit seinem Programm «phénomenal» auf der Schützenmatte.

«Staunen Sie, lachen Sie und lassen Sie sich überraschen», so führte Fredy Knie jun. am Freitagabend die Gäste in die Vorstellung «phénomenal» des Nationalcircus Knie in der Schützenmatte ein.

Die Erwartungen wurden erfüllt: Von rührenden bis zu urkomischen Momenten – der Zuschauer konnte das ganze Spektrum erleben. Nur einige der vielen Höhepunkte:

«Ohhhh»

Der Tierlehrer (und Akrobat) Maycol Errani steht mitten in der Manege und hat nur einen kleinen Durchmesser Platz, um sich zu bewegen. Um ihn traben insgesamt 28 Pferde unterschiedlicher Rassen in einem Kreis. Er steht mitten in einem Pferdekarussell. Das Licht geht aus und das Spektakel ist trotzdem sichtbar: Das Zaumzeug der Pferde leuchtet hell auf ...

Später in einem Stück des rumänischen Trios Stoian springt die Akrobatin Corina Icleanu Salti vom 5 Meter langen und etwa 10 Zentimeter breiten russischen Barren und landet elegant wieder drauf. Der Barren selbst ist etwa 1,70 Meter über dem Boden. Die zwei Enden werden von den zwei Brüdern Bogdan und Valentin Stoian auf den Schultern getragen ...

Auf einer kleinen Tribüne werden drei Equilibristinnen zu einer spektakulären Einheit: Zwei Artistinnen machen eine Brücke und strecken jeweils ein Bein in die Höhe, die dritte im Bunde stützt sich mit den Händen auf den Füssen der hochgestreckten Beine und macht in der Handstandposition einen Spagat ... Beim Auftritt der Truppe des Circus-Theater Bingo drehen drei Artisten gleichzeitig im Spagat an jeweils einer hohen Pole-Stange. Im Hintergrund wickelt sich eine Tuchartistin mit Akrobatikstücken auf schwindelerregender Höhe um ihre Beine und grüsst das Publikum kopfüber.

«Hihi» und «Haha»

Nachdem Fredy Knie junior dem Publikum vorführt, wie er mit vier andalusischen Pferden in Ausbildung übt, verlässt schliesslich eines nur sehr langsam die Manege und trotzt. «Sie sind halt noch Teenies, sie dürfen Fehler machen», sagt der Pferdekenner.
Der Clown Rob Torres summt als Biene durch die Manege. Ein Zirkushelfer jagt ihn mit einer Riesenfliegenklatsche. Später versucht der Clown, mit seinen Metallbechern zu jonglieren. Als er alle Becher auffangen will, geht plötzlich das Licht aus. Ist das Licht wieder an, findet man den Clown verdutzt und die Becher am Boden verstreut.

«Hahahaha»

Der Bauchredner Willer Nicolodi beginnt ein Gespräch mit seiner Tierpuppe Josénito. «Mite che» betont die Maus mit mexikanischem Akzent und sabotiert die Pläne von Nicolodi: «La Cucaracha» will er nicht singen. Viel lieber nimmt er Nicolodi auf die Schippe: «Hat dir schon jemand gesagt, dass du George Clooney ähnlich siehst?» – «Ehm nein» – «Das verwundert mich auch nicht» ... Auf einmal ertönt ein Furz. Wer war das? Josénito will es wissen und riecht am eigenen Hintern. «Aii, Chili con carne» ... Drei Zuschauer werden zu «Puppen». Sie müssen wortlos den Mund bewegen. Was rauskommt, ist aber nicht ganz das Gewohnte: Ein Mann kichert plötzlich mit einer weiblichen Piepsstimme und eine junge Frau stellt sich mit einer tiefen, männlichen Raucherstimme vor.

«Ajajaj» und «wow»

Die Troupe Sokolov bereitet einen ihrer Artistik-Höhepunkte vor – ein Artist, der selber schon auf hohen Stelzen geht, nimmt eine Stange in den Händen mit einem Stuhl obendrauf. Dort will nun ein weiterer Artist über eine Wippe landen ...
Zwei junge Tuchakrobaten, aneinandergelehnt, fliegen in eleganten Posen an ihrem Vertikaltuch auf mehreren Metern Höhe im Kreis durch das ganze Zelt. Dazu wird das mitreissende italienische Liebeslied «Caruso», gesungen von Lara Fabian, gespielt ... Ein tierischer Höhepunkt folgt mit zwei Elefanten: Auf das Kommando von Franco Knie jun. stehen die zwei Dickhäuter auf den Hinterbeinen und werfen ihren Rüssel graziös nach oben.

«Ui»

Beim Akrobatik-Sprung von der koreanischen Wippe landet einer der drei Fratelli Errani knapp nicht ganz auf der Schulter seines Bruders. Er rutscht ab und fällt halb auf die Matte und halb auf das Sägemehl. Kurz darauf steht er aber mit einem charmanten italienischen Lächeln wieder startklar auf der Wippe ... Ähnlich geht es seinem Kollegen aus der Troupe Sokolov.

Nach einem mehrfachen Salto rückwärts vom Schleuderbrett aus landet er nur halb auf den Schultern seines Sokolov-Kollegen. Leicht abgefedert von den Artisten, die blitzschnell reagierten, landet er auf dem Sägemehl. Die Musik läuft weiter, aber die Artisten konzentrieren sich auf den Kollegen, der sich an den Rücken fasst, aber beruhigend nickt. Die Show geht weiter.

«Jöö»

Chanel Marie Knie betritt die Manege in einem weissen Kleidchen. Ganz stolz verbeugt sich die Vierjährige vor dem Publikum, bis ihre langen Wuschelhaare das Sägemehl am Boden berühren. Kurz darauf kommt ein kleines weisses Pony, das auf Kommando des jüngsten Knie-Familienmitglieds seine Vorderbeine in die Höhe hebt und sie auf den Hinterbeinen folgt ...

Auch der achtjährige Chris Rui Knie zeigt sein Talent und Fingerspitzengefühl bei einem tierischen Stück: Mit einer entschlossenen, aber sanften Armbewegung bringt er einen Elefanten dazu, sich seitlich hinzulegen.

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