Die Sekundarschule Olten hat in diesem Schuljahr das Programm der Fachhochschule Nordwestschweiz für Soziales Lernen (SOLE) abgeschlossen. Das Zertifikat als SOLE-Schule prägt nicht nur den Alltag im Frohheim, sondern hinterliess auch deutliche Spuren an der Schulschlussfeier in der Schützi, an der sich 113 Austretende verabschiedeten.

Das Angebot der Pädagogischen Hochschule der FHNW zielt darauf ab, die Schule als Ort des sozialen Lernens zu gestalten und so die Jugendlichen nicht nur in ihrer Sachkompetenz, sondern auch in ihrer Sozial- und Selbstkompetenz zu stärken, mit Heterogenität konstruktiv umzugehen und Regelverstössen und Mobbing vorzubeugen. Ein wesentliches Element von SOLE besteht darin, Schülerinnen und Schülern Verantwortung für konkrete Projekte zu übertragen.

So entstand an der Sekundarschule Olten das Tutorenprojekt, bei dem Jugendliche als Ergänzung zur stärker von Lehrpersonen gecoachten LernBar andere Schüler fachlich in einer Nachhilfestunde unterstützen. Den Schulalltag mitgestalten können die Jugendlichen auch über den Schülerrat, der sich aus Delegierten aller Klassen zusammensetzt. Das Schülerparlament beschäftigte sich unter anderem mit Kleidervorschriften, Handyregeln und einem eigenen Pausenkiosk. Nach der Zustimmung der Lehrpersonen ergaben sich so neue Regeln für den Umgang im Alltag.

Erstmals mit Abschlussball

Auch zur Premiere eines Abschlussballs für die ganze Oberstufe in der Schützi, der im Anschluss an die Zertifizierungsfeier und den Apéro im Public Viewing stattfand, gab der Schülerrat den nötigen Impuls. Schon Tradition war, dass die Schülerinnen und Schüler die Regie für die Schlussfeier wesentlich mitbestimmten. So begleiteten sie den offiziellen Teil mit der Übergabe der Zeugnisse und Abschlusszertifikate an die Klassen von Danijela Kovacevic, Barbara Scheider, Janine Partzsch, Stefan Müller, Ingrid Schoger und Cornelia Hubmann mit Foto- und Textreminiszenzen an die drei verflossenen Jahre und mit der Schülerband.

Ein Video zeigte dem Publikum die Projektarbeit von Alen Stojanovic, der ein eigenes Klavierstück komponiert hatte und zu den eigenen Harmonien improvisierte. Die Oscar-Verleihung stellte einen Schwerpunkt des Anlasses dar. Auszeichnungen ernteten die Verfasser der besten Projektarbeiten und die Schülerinnen und Schüler mit den wenigsten Absenzen. Drei Absolventen der beiden E-Klassen glänzten mit ständiger Präsenz, eine B-Schülerin fehlte lediglich einmal. Die besten Abschlusszeugnisse erhielten B-Schülerin Leona Abduli (Durchschnittsnote 5,35) und E-Schüler Hamid Faizi (5,1).

Integration und ihre Grenzen

Von den 113 Jugendlichen, welche das Frohheim verlassen haben, visieren 57 eine EFZ-Lehre an, davon 1 mit Berufsmatur. Je 5 Jugendliche streben ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) an und gehen in ein Berufspraktikum. 19 Schülerinnen und Schüler absolvieren eine Form eines 10. Schuljahres, 12 davon das Berufsvorbereitungsjahr am BBZ Olten.

Dass 15 Schulabgängerinnen und -abgänger trotz intensiver Berufsorientierung und Berufswahlcoaching noch keine Anschlusslösung haben, ist quasi die Schattenseite der hohen Integrationskraft der Sekundarschule Olten. «Wir haben innert zwei Jahren über 20 Jugendliche integriert, die zuvor noch kein Wort Deutsch sprachen», betonte Schulleiter Hansueli Tschumi an der Schulschlussfeier.

Die im Sommer 2016 an der Oberstufe neu geschaffene Klasse für Fremdsprachige unter der Leitung von Hagar Jäggi wurde für viele Flüchtlinge zum Türöffner für den Zugang in die Regelklassen der Sekundarschule. Der Weg in die Berufswelt oder an weiterführende Schulen bleibt jedoch steinig.