Olten
Wortklang legt die zehn Gebote neu aus

Kabarett, Slam Poetry und Literatur: Das waren die Eckpfeiler beim Auftakt der Lesebühne Wortklang.

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Lokalmatador Daniel Kissling präsentierte auch Alltagslyrik.

Lokalmatador Daniel Kissling präsentierte auch Alltagslyrik.

zvg

Am Donnerstagabend fand in der Vario Bar Olten der Saisonstart der Lesebühne Wortklang statt. Drei Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gewährten Einblicke in ihre Werke, wobei das Publikum einen absolut gelungenen Mix aus Kabarett, Slam Poetry und Literatur geniessen konnte.

Der Autor Daniel Kissling aus Olten, Herausgeber des Magazins Narr und Kopf des Kulturlokals Coq d’Or, stellte den ruhigen Pol des Abends dar. Kissling las Alltagslyrik und Befindlichkeiten, präsentierte Abendgedichte («du schaust Mädchen zu und stellst dir vor, sie tanzen nur für dich») und sprach davon, eine Revolution anzuzetteln.

Dass Musik in seinem Schaffen eine bedeutende Rolle spielt, zeigte er in seiner Hommage an den Musikjournalisten Lester Bangs. Dass auch Mundarttexte zu seinem Repertoire gehören, offenbarte er mit dem Gotthard-Gedicht: «Ungedöre, wöu obedöre, das cha jede.»

Satirischer Teil aus Freiburg

Für den satirischen Teil des Abends war Jess Jochimsen aus Freiburg im Breisgau zuständig. Der preisgekrönte Kabarettist erzählte auf charmante Weise von misslungenen Elternabenden und wie es ist, wenn der Sohn die zehn Gebote neu auslegt: «Du sollst Vater und Mutter nicht töten.» Auch die Flüchtlingswelle in Deutschland und «Punk’s not dead»-Graffitis dienten ihm als Nährboden für seine köstlichen Beobachtungen.

Klaus Lederwasch aus Graz bestach mit humorvoller Slam Poetry: «Der junge Frosch fragt seinen Vater: Papa, stimmt es, dass wenn wir sterben, uns der Storch holt?» Ein weiteres Highlight war sein Gedicht in steirischer Mundart: «I haben Frosch abgmaht», das aufzeigte, was passiert, wenn Frösche unter den Rasenmäher geraten.

Nach einem erfolgreichen Abend darf man sich bereits auf die nächste Wortklang-Ausgabe freuen. Diese findet am Donnerstag, 12. Januar statt. Zu Gast sind der Salzburger-Stier-Preisträger Manuel Stahlberger, Slam Poet und Videokolumnist Renato Kaiser und der Slammer Phibi Reichling. Es dürfte wieder ein Abend werden, den es nicht zu verpassen gilt. (KZ)

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