Olten
Wolken über Alters- und Pflegeheim Stadtpark: Wer zahlt Renovationskosten?

Stand und Finanzierung der Renovationsarbeiten interessierten an der Generalversammlung am meisten. Bemängelt wurde von den Genossenschaftsverantwortlichen die schleppend eintreffende finanzielle Unterstützung der Stadt Olten.

Trudi Stadelmann
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Im Alters- und Pflegeheim Stadtpark sind derzeit Renovationen im Gang. bko

Im Alters- und Pflegeheim Stadtpark sind derzeit Renovationen im Gang. bko

bko

Anlässlich der Generalversammlung der Genossenschaft Alters- und Pflegeheim Stadtpark erfuhren die Mitglieder vom besten Jahresabschluss seit Bestehen des Heims. Trotzdem sieht die Zukunft, insbesondere was die anstehende Renovation betrifft, nicht nur rosig aus.

Generalversammlungen haben ihre eigenen Gesetze. Die Traktanden sind vorgegeben, Protokoll der letzten Versammlung, Wahlen und so weiter. Die Geschäfte geben kaum Anlass zu Diskussionen.

Bei Ehrungen werden Geschenke in Form von Weinflaschen und Blumensträussen übergeben. Nicht anders war es an der 53. Generalversammlung der Genossenschaft des Alters- und Pflegeheims Stadtpark Olten. Wenn da nicht das Traktandum «Stand der Renovation des Heimes» gewesen wäre.

Dominik Stirnimann, Präsident der Genossenschaft, durfte zu Beginn der Versammlung fast achtzig Mitglieder begrüssen, so viele wie noch nie in seiner Amtszeit. Dies lag wohl am Traktandum «Stand der Renovation». In seinem Jahresbericht ging Stirnimann denn auch vor allem auf dieses Thema ein.

Geplant war eine Etappierung der Renovation, dies um zu verhindern, dass die Bewohnerinnen und Bewohner das Heim verlassen müssten. Da das Genossenschaftskapital aber zur Mehrheit aus öffentlichen Geldern besteht, musste die Renovation aus gesetzlichen Gründen öffentlich ausgeschrieben werden. So ist nun während der Bauarbeiten ein Umzug auf den Allerheiligen geplant.

Sandra Zimmerli-Torriani, Heimleiterin, erwähnte in ihrem Bericht insbesondere die gute Zusammenarbeit innerhalb des Teams. Auch sei die Auslastungsziffer sehr hoch. Mit einer Kennzahl von 99 Prozent darf sich diese sehen lassen.

Im Anschluss an die ordentlichen Traktanden informierte Stirnimann über den Stand der Renovation. Vor mehr als zehn Jahren wurde eine erste Interimskommission eingesetzt. Konkrete Verhandlungen zu dem Vorhaben laufen seit gut drei Jahren. Beantragt wurde ein zinsloses Darlehen von etwas über drei Millionen.

Die Stadt habe dazu nichts von sich hören lassen, so Stirnimann. Deshalb habe man vor wenigen Wochen einen Beitrag von vierhunderttausend Franken beantragt. Vor wenigen Tagen habe man endlich eine Antwort erhalten.

Der Inhalt: Die Einwohnergemeinde Olten gewähre ein zinsloses Darlehen über besagte vierhunderttausend Franken, laufend über zehn Jahre. Mit Kürzungen habe man gerechnet, so der Präsident der Genossenschaft.

Das Vorgehen des Stadtrates empfinde er aber als skandalös. Trotzdem werde man am Vorhaben festhalten, zumal einige Bauarbeiten bereits realisiert seien. Man werde dazu zwar auf Reserven zurückgreifen müssen, aber man dürfe sich schon jetzt auf ein grosses Eröffnungsfest freuen.

Leider hatte sich der zuständige Stadtrat Peter Schafer kurzfristig entschuldigt, so dass er sich allfälligen kritischen Fragen nicht stellen konnte. Die Stadt Olten ist mit knapp fünfzig Prozent an der Genossenschaft beteiligt.

Inwieweit der Stadtratsbeschluss Signalwirkung auf die anderen beteiligten Gemeinden hat, oder ob diese bereit sind zum Teil in die Bresche zu springen wird sich zeigen. Peter Schafer nahm anderntags kurz Stellung zu den gemachten Vorwürfen.

Die Enttäuschung kann er nicht ganz verstehen, es sei der zuletzt beantragte Betrag gesprochen worden. Es habe mehrere Gespräche mit der Verwaltung des Stadtparks gegeben. Aufgrund von Expertisen habe man Alternativen vorgeschlagen, so zum Beispiel die Privatisierung des Heimes. Auf diese Vorschläge sei die Genossenschaft leider nie eingegangen, sondern habe eigenständig die Renovation vorangetrieben. Schafer bedauert diese Entwicklung und legt Wert darauf, dass er und der Gesamtstadtrat hinter dem Alters- und Pflegeheim stehen.