Olten

Wohnungen und Nachbarn sind ein Hit

Die Wohnungen im Aarepark sind alle belegt; ein Teil der Büroflächen wartet indes noch auf den letzten Schliff.

Die Wohnungen im Aarepark sind alle belegt; ein Teil der Büroflächen wartet indes noch auf den letzten Schliff.

Sämtliche 56 Wohnungen im Aarepark sind vermietet; deren Bezug begann schon am 23. September.

In den Aarepark ist Leben eingezogen. Auf den offiziellen Bezugstermin am 1. Oktober sind bereits sämtliche der 56 Wohnungen vermietet. Und, wie sich herausstellt, die Meisten auch schon bewohnt. Wir haben uns vergangenen Samstag umgesehen: Wer wohnt denn nun eigentlich hier?

Als Fotograf Remo Fröhlicher und ich vor einem der vier Eingänge an der Aarauerstrasse 9 eintreffen, ist keine Menschenseele zu sehen. Warum ist hier kein Betrieb? Sind wir zu früh? Heute ist nationaler Zügeltermin!

Dann haben wir Glück, Clemens Ebner öffnet uns die Tür. Er sei aus Trimbach hierhergezogen, erzählt uns der junge Mann um die Dreissig. Aus einem Altbau, der ihm zu hellhörig gewesen sei. Nun bewohnt er eine 2½-Zimmer-Wohnung im Aarepark. Umgezogen sei er bereits vor einer Woche, sagt er.

«Weil gerade noch die MIO stattfindet und weil die Stadt kurzfristig die Aarauerstrasse vor dem Haus aufreissen liess, erhielten wir die Möglichkeit, bereits ab dem 23. September einzuziehen», erklärt er.

Ach so, deswegen ist hier so wenig los. Wir verabschieden uns und steigen die Treppen hinauf. Fünf Stockwerke hoch ist der Aarepark. Erdgeschoss und erster Stock bieten Gewerbefläche von rund 1800 m2.

Die Firma Wincasa, die die Wohnungen vermietet, hat hier bereits Einzug gehalten. Noch nicht alle Büroflächen sind indes fertiggestellt, wie wir auf unserem Erkundungsgang bemerken.

«Olten war naheliegend»

Im 2. Stock treffen wir auf den 27-jährigen Mario Schmidlin. Er ist mit seiner Freundin zusammengezogen, vorher lebte er in Aarau. «Ich arbeite in Zürich, meine Freundin studiert in Bern. Olten war naheliegend», begründet er seine Wohnortwahl.

Die Lage nahe dem Bahnhof sei natürlich ideal. Auch er hat einen Teil seiner Habe bereits vergangene Woche gezügelt, den Rest habe er heute gebracht. An einer Wohnungsbesichtigung zwei Wochen zuvor habe er bereits alle Stockwerk-Nachbarn kennen gelernt. Sie seien alle ungefähr in seinem Alter.

Im Innenhof, wo die Bauarbeiten noch im Gang sind, kommt uns Victor entgegen. Der 53-Jährige stammt aus den Niederlanden und möchte seinen Nachnamen nicht preisgeben. Er sei seit Ende August in der Schweiz, bis gestern habe er in einem Bed and Breakfast gewohnt. Zu seiner 4½-Zimmer-Wohnung kam er sehr kurzfristig: «Eine 1½- und eine 4½-Zimmer-Wohnung waren noch frei, Erstere wäre mir aber zu klein gewesen», sagt er.

Weil er eine Stelle bei der SBB in Olten angetreten habe, sei er in die Schweiz gezogen. «Eine neue Welt» sei das hier für ihn. In seiner neuen Bleibe befinden sich erst einige Bücher. Es seien bereits viele Leute eingezogen, weiss er. Davon zeugten die beleuchteten Fenster am Abend.

Wir möchten gerne noch eine Wohnung von innen sehen. Wir sind so frech und klingeln im dritten Stock. Eine Frau öffnet uns, sie ist 51, Juristin, ihren Namen möchte sie nicht veröffentlicht sehen. Sie bewohnt geräumige 1½ Zimmer, rund 48 m.

«Die Wohnung ist ein Hit», schwärmt sie. Grosse Fenster, Minergie, aufgestellte Nachbarn. Sie höre zwar die Züge, aber nachts sei es ruhiger. Sie sei derzeit noch Wochenaufenthalterin, da sie das Wochenende bei ihrer Tochter in Zürich verbringe. Sie arbeite aber in Olten.

Ein bisschen Getto

Und sie konkretisiert, was wir von allen andeutungsweise bereits mehrfach gehört haben: «Auf dem Papier schien der Umzug sehr gut organisiert, die Wincasa räumte jedem Mieter ein Zeitfenster von 1½ Stunden ein.

Als dann aber die Stadt die Strasse aufreissen liess, kam der ganze Plan durcheinander», sagt sie. Wegen der Baustelle konnte nicht am Haus parkiert werden, es sei «das totale Getto» gewesen. Am Freitag vor einer Woche habe beinahe Faustrecht geherrscht, Lift und Treppen seien konstant besetzt gewesen.

Sie habe dann umdisponiert und den grössten Teil ihres Besitzes erst am Samstagabend gezügelt. «Das ging tipptopp», sagt sie.

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