Olten
Wohl keine Enzo-Möbel für Kirchgasse

Das Sitzmöbel mit dem Namen «Viena» findet eher in der Schützi oder bei der Fachhochschule einen Standort. Die Kirchgasse als Standort, wie auf der Crowdfunding-Seite gezeigt, kommt aus unterschiedlichsten Gründen nicht infrage.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen
So in etwa würden sich die «Enzos» auf der Kirchgasse präsentieren.

So in etwa würden sich die «Enzos» auf der Kirchgasse präsentieren.

zvg

Nicht immer hat das offizielle Olten Freude an Geschenken, die von privater Hand finanziert und dann im Laufe der Zeit an die öffentliche Hand zur Pflege und Verwahrung übergehen. Denn: Nur weil es privat finanziert ist, ist es noch gut, so die Maxime im Stadthaus.

«Ein Projekt muss grundsätzlich eine gewisse Nachhaltigkeit hinsichtlich Organisation und Finanzierung aufweisen und von allgemeinem Interesse sein», sagt Stadtschreiber Markus Dietler dazu. Solche Kriterien sieht die Stadt beim derzeit laufenden Projekt «Enzo-Möbel für Olten» durchaus erfüllt.

«Wir gehen von einer Probephase aus, die zwar terminlich nicht festgeschrieben ist, aber deren Wirkung wir gerne erfahren und auswerten wollen», so der Stadtschreiber.

Nicht am favorisierten Platz

Zwar kann Projektvater und Initiator der Aktion «Enzo-Möbel für Olten», Yves Stuber, Herausgeber des Stadt-und Kulturmagazins «Kolt», voraussichtlich keines der sechs erwarteten Sitzmöbel der Ausführung «Viena» am primär gewünschten Ort platzieren. Die Kirchgasse als Standort, zu der Stuber eine Visualisierung geschaffen hat und diese auf der Crowdfunding-Seite auch zeigt, kommt aus unterschiedlichsten Gründen nicht infrage.

Die Stadt argumentierte bei der Aussprache mit den Initianten, die Kirchgasse würde multifunktional genutzt und teilweise auch durch eine Buslinie tangiert; das Platzieren von nur schwer beweglichen Elementen sei deshalb ungeeignet. Selbst auf das Pflanzen von Bäumen habe man deswegen verzichtet. «Die Visualisierung war eine bewusste Provokation», sagt Stuber. Aber: «Wer liest, versteht» sein sibyllinischer Nachtrag. Man sei zu Kompromissen bereit, um das Projekt überhaupt starten zu können.

Klar habe er die Kirchgasse als Hauptstandort im Auge gehabt, jedoch stets auch einen solchen auf der rechten Aareseite; zu verstehen quasi als intellektueller Brückenschlag zwischen den beiden Stadtseiten. Aber immerhin: Er bezeichnet die von der Stadt genannten Standorte, nämlich jene bei der Fachhochschule, in der Schützi oder der Leberngasse als durchaus valable Alternativen. «Der FHNW-Vorplatz ist optimal», meint er gar. Und die ganze Schützenmatte gehöre ohnehin entwickelt. «Von daher könnten die Möbel einen kleinen Impuls in eine mögliche Richtung geben.

In Kombination mit dem im Sommer stattfindenden Sommerkaffi könnte sich ein schönes Gesicht einer modernen, dynamischen Stadt offenbaren», fügt er hinzu. Stuber spricht von Aufbruch. Die zeichen dafür stünden gut. In der Schützi gehe es vor allem darum, eine gute Anzahl Möbel und deren Positionierung zu finden, damit «diese nicht verloren gehen».

Nicht zu sperrig

Der Befürchtung, die Möbel wirkten auf kleinerem Raum eventuell zu sperrig, hält Stuber entgegen, es sei nie Ziel gewesen, die sechs Möbelstücke allein auf der Kirchgasse zu platzieren. «Sechs Stück sind nicht viel», gibt er zu verstehen. Ihrer zwei auf dem Hübelivorplatz, zwei auf dem Munzingerplatz; die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Es gebe auch kleinere Möbel dieses Typs, falls Stadt, die Bevölkerung oder gar private Investoren die Idee weiterverfolgen und den kleineren Möbeltyp nutzen möchten «Ich verstehe die Aktion als Impulsgeber; Impulse, die Olten zu einem modernen dynamischen Auftritt verhelfen können», so Stuber.

100 kg schwer

Der von Stuber ausgewählte Typ Viena hat ein Gewicht von an die 100 kg. Mit gutem Grund: «Alles, was im öffentlichen Raum positioniert ist, ist auch exponiert», erklärt er. Denn leichter bedeute nicht automatisch besser. Das Gewicht «Vienas» verhindere etwa eine «leichtfertige Verschiebung an einen Unort», wie sich der Initiator der Aktion ausdrückt. Zudem lasse sich zum gewählten Sitzmöbel bequem ein Sonnenschirm anbringen.

«Das könnte je nach Standort durchaus gefragt sein, gerade wenn wie im Fall des Standortes Schützi ein Platz ab 14 Uhr voll beschienen wird.» «Viena» vereint gemäss Hersteller «die industrielle Fertigung mit der kompakten Form des sogenannten Urenzis. Die Flächenstabilität der Hohlformen wird durch Vertiefungen erzeugt, über die auch Wasser abrinnen kann. Die Kanten sind gefast.» Zudem sei, so der Hersteller weiter, ein Photovoltaik-Implantat als Ladestation für mobile Devices ist in Arbeit.

Das etwas leichtere Modell vom Typ Twins, Zwillinge, (70 kg) vermochte Stuber weniger zu überzeugen. Ein Twins besteht aus zwei Stücken, die zu zwei Primärpositionen, Duck (Ente) und Swan (Schwan), verbunden werden können. Es ist dadurch leichter zu manipulieren, die kombinatorischen Fähigkeiten sind vielfältiger.

Barometer bei der Hälfte

Gestern kurz nach 16 Uhr stand das Fianzierungsbarometer bei rund 7600 Franken. Damit ist mehr als die Hälfte der angepeilten 15 000 Franken, welche die Anschaffung der sechs Viena-Sitzmöbel ermöglichen sollen, bereits im Trockenen. Ein schöner Erfolg. «Wir haben wie bereits gesagt noch nicht alle möglichen Leader aktiviert» so ein zuversichtlicher Stuber.