Wie mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik umzugehen ist, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Alle sind sich aber einig, dass gepeinigten Menschen Hilfe angeboten werden soll. So spenden auch zahlreiche Leute Geld an Hilfsorganisationen. Ein Teil geht da leider öfters für die Administration der Organisationen verloren. Bei staatlichen Hilfsgeldern bereichern sich nicht selten die Spitzenpolitiker der armutsbetroffenen Länder.

Wohin das gespendete Geld genau fliesst, ist leider nicht immer rekonstruierbar. Auch das OK des Adventsmarkts im Klostergarten hat sich von Beginn weg auf die Fahne geschrieben, dass allfällige Gewinne armutsbetroffenen Leuten im In- und Ausland zugute kommen soll.

Seit der ersten Durchführung konnte stets ein Gewinn verzeichnet werden und diverse Personen und Projekte konnten davon profitieren. Das OK überlässt dabei nichts dem Zufall. Das Geld geht an Personen und Projekte, die mindestens jemandem vom OK bekannt sind. Wenn immer möglich wird das Geld sogar persönlich übergeben, und man lässt sich aufzeigen, wie das Geld investiert wird.

Für traumatisierte Mädchen

So war es auch bei der diesjährigen Spende an Sri Lanka der Fall. Anlässlich der Ite-Leserreise (einem Magazin der Schweizer Kapuziner) übergab der Guardian des Oltner Kapuzinerklosters, Werner Gallati, Schwester Arul in Jaffna, dem nördlichsten Punkt Sri Lankas, 8500 Schweizer Franken. «Schwester Arul betreut noch heute traumatisierte und kriegsgeschädigte Mädchen, welche ihre Eltern beim Tsunami 2004 und dem langjährigen Bürgerkrieg im Norden Sri Lankas verloren haben. Sie hilft diesen Mädchen, ein würdiges Zuhause und entsprechende Ausbildung zu erhalten», erklärt Werner Gallati, der Sri Lanka bereits dreimal bereist hat.

Die Oltner Kapuziner stehen ausserdem in Kontakt mit den Schwestern und Brüdern in Sri Lanka und sind daher mit der Situation vor Ort bestens vertraut. Über die Unterstützung war man in Jaffna hoch erfreut. «Als Dank haben einige Mädchen uns anlässlich des Besuches im Mädchenhaus Tänze vorgeführt», so Werner Gallati, der sich und mit ihm auch das OK mit dieser Spende in ihrer Arbeit bestätigt sehen.

Das OK ist sich bewusst, dass auch in der Schweiz – allem Wohlstand zum Trotz – nicht alle Menschen sorgenfrei leben. Daher bleibt Jahr für Jahr ein Teil der Spenden auch hier. In diesem Jahr erhielten der katholische Sozialdienst Olten sowie das «Kloster für Arme» eine finanzielle Unterstützung.

Doppelt geholfen

Mit dem Adventsmarkt im Klostergarten wollen die Kapuzinerbrüder sowie die weltlichen Personen des OK den Leuten Freude bereiten. Es soll eine Abwechslung zum stressigen Adventsalltag sein. Während der Adventsmarkt also vor Ort Leuten einen Ausbruch aus dem Alltag bieten will, helfen die Besucherinnen und Besucher des Marktes mit ihrer Konsumation in den Restaurationsbetrieben im Klostergarten gleichzeitig mit, armutsbetroffenen Personen unter die Arme zu greifen.

Das wird auch am bereits 7. Adventsmarkt im Klostergarten nicht anders sein. Wie der allfällige Gewinn dieses Mal verteilt wird, entscheidet das OK dann Anfang 2016. Das Wetter scheint dem Adventsmarkt auf jeden Fall einmal mehr gnädig zu sein und verspricht von heute Donnerstag bis und mit Sonntag vier niederschlagsfreie Tage.

Die 43 Ausstellerinnen und Aussteller — davon 20 neue und fünf Rückkehrer — zeugen wiederum von einem reichhaltigen Angebot an Geschenkideen. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm, das vornehmlich in der Klosterkirche stattfindet, rundet die einzigartige Adventsstimmung ab. Auch beim bereits siebten Mal hat das OK wieder alles darangesetzt, dass der Charme des Marktes erhalten bleibt.

Öffnungszeiten: Heute: 16.30 bis 21.30 Uhr; Freitag, 4. Dezember: 16.30 bis 21.30 Uhr; Samstag, 5. Dezember: 12 bis 21 Uhr; Sonntag, 6. Dezember: 11 bis 17 Uhr.