Die Rechnung ist einfach: Fehlt einem Forstrevier der Revierförster, gibts kein Geld aus der Staatskasse. Und zwar weder für die Sicherstellung einer nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung (3 Franken/m3 Hiebsatz), die Beratung im Privatwald (8 Franken pro Parzelle) und auch nicht für die Aufsicht, Koordination und Beratung im öffentlichen Interesse (8 Franken/ha der Gesamtwaldfläche).

Für das Forstrevier Untergäu heisst das konkret: Es gibt 0 Franken 0 Rappen fürs Jahr 2017. im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Wegfall von rund 40'000 Franken an Beiträgen.

Beschlossen hatte dies der Regierungsrat am 4. Juli dieses Jahres. Begründet wurde der Entscheid mit dem Umstand, dass im Forstrevier Untergäu, zu dem unter anderen die Bürgergemeinde Hägendorf sowie die Einheitsgemeinde Rickenbach gehören, kein Revierförster tätig ist. Denn die besagten Gelder seien an die Leistungen der Revierförster und der Forstingenieure mit Betriebsleiterfunktion geknüpft.

Kein Pappenstiel

Die Mitteilung traf das Forstrevier Untergäu wie ein Blitz aus heiterem Himmel. «40'000 Franken; das ist für uns kein Pappenstiel», sagt Hägendorfs Bürgerpräsident Ruedi Studer. Und so wollte man den regierungsrätlichen Entscheid nicht auf sich sitzen lassen, zumal man sich im Forstrevier auf den Standpunkt stellte, vom departementaler Seite nie auf diesen Umstand beziehungsweise Mangel hingewiesen worden zu sein.

Zudem war im fraglichen Forstrevier ein angehender, kurz vor seinem Berufsabschluss stehender Förster in Ausbildung tätig, von dem Studer damals wie heute überzeugt sagt, bezüglich Fachwissen sei man in diesem Stadium wohl am besten à jour. «Insofern kann ich den Entscheid des Regierungsrates nicht verstehen», meint er.

Und gleichzeitig führt er auch ins Feld, allenfalls habe auch der Kanton als oberste Aufsichtsbehörde seine Pflichten bezüglich Forstrevier verletzt. «Wir wurden in dieser Angelegenheit auch nie um eine Stellungnahme gebeten», so Studer.

Beschwerde eingereicht

Item: Zusammen mit der Einheitsgemeinde Rickenbach legte Hägendorfs Bürgerschaft gegen den regierungsrätlichen Entscheid Beschwerde ein. Anfänglich waren die Bürgergemeinde Wangen bei Olten und Kappel auch noch mit im Boot. Später zogen diese beiden Körperschaften ihre Beschwerden aber zurück.

Mitte November nun hat das Verwaltungsgericht entschieden und ist auf die Beschwerde der beiden Körperschaften gar nicht erst eingetreten. In der vom Verwaltungsgericht veranlassten Vernehmlassung hatte das Amt für Wald, Jagd und Fischerei (WJF) argumentiert, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.

Es handle sich dabei um eine vermögensrechtliche Angelegenheit und Forderung aus öffentlich-rechtlichem Vertrag, welche im Klageverfahren geltend zu machen sei. Im Weiteren argumentierte das WJF, das Forstrevier sei seit Ende Januar ohne Revierförster.

Der Zweckverband verfüge seither über keinen diplomierten Förster mehr, weshalb an diesen auch keine Leistungen ausbezahlt werden. Die Nichtauszahlung sei eine Folge einer Vertragsverletzung, so das WJF weiter.

Falsche Form

Der Entscheid des Verwaltungsgerichts, nicht auf die Beschwerde einzutreten, mag für Aussenstehende eigenartig scheinen. Und tatsächlich siehts so aus, als habe nur eine Nuance diesen Entscheid herbei geführt. Das Verwaltungsgericht stellte sich in seiner Urteilsbegründung auf den Standpunkt, die Beschwerdeführer würden eine vermögensrechtliche Leistung aus einem Vertrag fordern, welche mit einer verwaltungsgerichtlichen Klage und nicht mit einer Beschwerde einzufordern sei.

Demnach könne das Verwaltungsgericht nicht auf die Beschwerde eintreten. Denn während die Beschwerde ein Rechtsbehelf oder Rechtsmittel gegen Verfügungen oder Entscheide von Behörden oder Gerichten darstellt, bedeuten Klagen einfach die Einleitung eines Verfahrens.

Ob und inwiefern die Beschwerdeführer gegen den verwaltungsgerichtlichen Entscheid vorgehen werden, steht aus. «Wir werden uns das gut überlegen», sagt ein leicht gereizter Ruedi Studer. Er will allerdings noch die Delegiertenversammlung von Mitte Dezember abwarten. Dann wird entschieden.