Seit 2010 organisiert Nicolas Castillo, der Inhaber der Schlosserei Genussfabrik, bei jeder Fussball-WM oder -EM ein Public Viewing auf der Oltner Schützi. Bis zu 1000 Fussballfans haben auf dem Areal Platz. Bei der Erstausgabe vor acht Jahren lockte die Veranstaltung, bei der sämtliche 64 WM-Partien übertragen wurden, rund 30'000 Besucher an (das ot berichtete). Jetzt steht fest, dass Castillo auch im kommenden Sommer zur einmonatigen Fussballparty lädt. Der Unternehmer hat genügend Sponsoren zusammen und die Zusage der Stadt, dass ihm die Bewilligung erteilt wird.

Die fünfte Ausgabe soll besser werden als jemals zuvor. Castillo hat dem Regen den Kampf angesagt. In diesem Jahr wird das Areal zwischen Parkplatz und Schwimmbad komplett überdacht. Castillo hofft, dass dann auch bei schlechtem Wetter Fans zum gemeinsamen Fussballschauen auf die Schützi pilgern. Bisher hat es während der Turniere immer sechs bis acht Tage geregnet. An diesen Tagen blieb ein Grossteil der die Fans naturgemäss lieber zu Hause.

Das soll in diesem Jahr nicht mehr der Fall sein. Ab dem Eröffnungsspiel vom 14. Juni zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien sorgt ein sogenanntes Domzelt dafür, dass während sämtlicher 64 WM-Spiele bis zum Finale am 15. Juli keiner im Regen steht. Das Zelt überdacht eine Fläche von 20 mal 30 Metern und ist über 10 Metern hoch. Es ist auf der Seite offen, sodass es unter dem Dach auch bei Sonnenschein und Hitze nicht stickig wird. Weil die Stadt keine Nägel im Boden möchte, wird das Domzelt mit Gewichten befestigt.

Extra-Party für abwesende Italiener

Von einem Gerüst aus können Fans im hinteren Bereich des Public Viewings erhöht auf die 18 Quadratmeter grosse LED-Wand blicken. Ansonsten bleibt alles wie vor zwei Jahren. Der Eintritt ist gratis. Essen und Getränke dürfen nicht mitgebracht werden, sondern können an den zahlreichen Verpflegungsständen gekauft werden. «Während der WM interessiert Fussball jeden. Das Public Viewing soll ein Erlebnis bieten. Gemeinsam gute Spiele in guter Qualität bei guter Atmosphäre zu schauen, ist doch etwas tolles», sagt Castillo. Der spanische Secondo hofft dabei auf ein Finale zwischen Spanien und der Schweiz. Doch auch an andere Fussballnationen hat er gedacht. Am Freitag, dem 13. Juli, zwei Tage vor dem Finale, plant Castillo eine «Notte Italiana» mit italienischem Essen und Musik. So sollen auch die Italiener, die ja nicht bei der WM in Russland dabei sind, etwas zu feiern haben. Und welcher Termin passt besser als der Tag des Pechs: Freitag der 13.

Einsprachen und Abweisungen

Castillo ist nicht der Einzige, der bei der Stadt Olten ein Bewilligungsgesuch für ein Public Viewing gestellt hat. Auf dem Bifangplatz (zu nahe an der Kantonsstrasse) und in der Kirchgasse (zu nahe an der Schützi) wurden die entsprechenden Gesuche jedoch abgelehnt. «Anlassbewilligung, Abendbewilligung, Sicherheitskonzept mit eigener Security, Abfallentsorgung, Notausgänge, Freinacht», Franco Giori, Abteilungsleiter Ordnung und Sicherheit der Stadt Olten erklärt, was es alles für ein Public Viewing braucht.

Castillo hat alle Auflagen erfüllt. Weil das Public Viewing «nicht nur im kommerziellen, sondern auch im öffentlichen Interesse» ist, kam ihm die Stadt beim Preis netterweise ein wenig entgegen. Trotzdem zahlt Castillo einen hohen vierstelligen Betrag an die Stadt. Dazu kommen Kosten für Domzelt, Leinwand und Angestellte. «Ohne die vielen Sponsoren wäre die Veranstaltung nicht möglich.» Diesen Satz wiederholt Castillo immer wieder. Natürlich hofft er, dass er nach der WM mehr als eine schwarze Null vermelden kann.