Der Oltner Stadtrat will das Hübelischulhaus aufgeben und gleichzeitig ein neues Schulhaus für 15 Millionen Franken im Quartier Kleinholz bauen, wohin die derzeit sieben Primarschulklassen des Hübeli verlagert werden sollen. Für beide Beschlüsse liess sich der Stadtrat vom 76-seitigen Bericht (inklusive Anhang) «Schulraumplanung Olten» leiten, der nun ebenfalls öffentlich vorliegt und von der Firma Kontextplan AG erarbeitet wurde. Darin gibt es weitere interessante Details. Er hinterlässt zum Teil offene Fragen, welche Bildungsdirektorin Iris Schelbert dieser Zeitung beantwortet.

Im Schulraumplanungs-Bericht steht unter dem Kapital 4 «Handlungsbedarf», dass «bei der Bestimmung des künftigen Raumbedarfs davon ausgegangen wird, dass das Schulhaus für die Primarschule nicht mehr weiter benutzt wird» (Seiten 24 und 56). Vor zwei Monaten sagten Sie gegenüber dieser Zeitung, dass noch offen sei, ob das Hübeli Schulstandort bleibt oder nicht. Der Bericht wurde aber im Juni 2017 fertiggestellt. Wurde der politische Entscheid von externen Experten vorweggenommen?

Iris Schelbert: Nein, den Entscheid haben wir als Stadtrat gefällt. Weil dieser Beschluss aber auch im Stadtrat kontrovers diskutiert wurde, legen wir dem Gemeindeparlament einen Variantenentscheid vor, mit einem Doppelstandort Hübeli und neues Schulhaus Kleinholz (Variante 1) oder nur einem Standort neues Schulhaus Kleinholz (Variante 2). Der Stadtrat empfiehlt dem Parlament Variante 2, weil das Hübeli aus mehreren Gründen (Platzmangel, zu kleiner Pausenplatz, keine Turnhalle) nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Schulbetrieb genügt und Variante 2 unter dem Strich auch rund 60'000 Franken günstiger ist als Variante 1.

Das Hübelischulhaus ist aber bei vielen Schulabgängern emotional stark verankert.

Das ist so. Aber es macht nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinen Sinn, das kleinste der vier Primarschulhäuser weiterzuführen. Je kleiner die Strukturen sind, desto schwieriger ist es, die Sache zu bewirtschaften, weil es ja trotzdem immer auch die gesamte Infrastruktur von Lehrerzimmer über Gruppenarbeitsräumen bis Materialraum braucht. Die Tage des Hübeli als Schulraum sind gezählt, doch der gute Geist ist auch am Standort Kleinholz möglich. Das Lehrerteam würde sich jedenfalls auf ein neues Schulhaus freuen.

Dazu kommt, dass mit einem neuen Kleinholz-Schulhaus der Weg für gewisse Schüler, etwa aus dem Hagmattquartier, um einiges länger wird.

Für die Schülerinnen und Schüler aus dem Hagmattquartier könnte auch das nähere Bannfeld-Schulhaus ein Thema werden. Zieht man aber um die vier künftigen Primarschulhäuser Kleinholz, Bannfeld, Säli und Bifang einen Kreis von einem Kilometer, ist nur das Meierhof- und das Rankwogquartier darin nicht enthalten, wobei es im letzten derzeit keine Kinder gibt. Zudem ergäbe sich mit dem neuen Kleinholz-Schulhaus die Möglichkeit, dass auch Schüler vom südlichen Säliquartier, etwa von der Aarburgerstrasse, dorthin ausweichen. Damit würde der Grundsatz, dass die Primarschüler die Aare nicht überqueren müssen, aufgeweicht.

Laut Schulraumplanungs-Bericht könnte das Hübelischulhaus mit einer «Pinselrenovation» von 720 000 Franken künftig als zusätzlicher Sek-1-Standort dienen, weil bei der Oberstufe ab 2025 ebenfalls im Vergleich zu heute mehr Klassen geführt werden.

Aus Sicht der Bildungsdirektion wollen wir nicht ein Teil der Sek-1-Schülerinnen und -Schüler vom Frohheim- ins Hübelischulhaus schicken. Das würde dem Bestreben, die Oberstufe an einem Standort zu konzentrieren, klar zuwiderlaufen. Der Oberstufen-Unterricht findet bei Fachlehrpersonen statt. So müssten die Sek-1-Schüler für gewisse Fächer von Lektion zu Lektion den Standort wechseln, was sehr mühsam und kaum zeitgemäss wäre. Ferner würde das Hübeli-Schulhaus auch nach einer Renovation keinen grösseren Pausenplatz oder eine Turnhalle aufweisen. Entschieden ist in dieser Hinsicht aber noch nichts.

Ein zusätzlicher Bau für mehr Klassen beim Frohheimschulhaus kommt aber laut Finanzplan mit 3,4 Millionen Franken um einiges teurer zu stehen.

Mittelfristig haben wir noch genügend Platz im Frohheim. Ein solcher Ausbau des Standorts ist derzeit daher nicht prioritär.

Im Antrag des Stadtrats ans Gemeindeparlament gibt es bei der Kostenübersicht von Variante 1 und 2 auch einen Punkt, bei dem die Liegenschaft Hübeli bei einem Verkauf drei Millionen einbringen würde. Ist das ein Thema?

Nein, bisher war der Verkauf im Stadtrat kein Thema. Jetzt geht es wirklich zuerst einmal darum zu entscheiden, ob ein Doppelstandort oder nur ein Standort beim neuen Schulhaus geführt werden soll. Was mit dem Hübelischulhaus danach geschieht, ist noch offen. Ein Umzug des Kunstmuseums in die grossen und hellen Räumlichkeiten wäre aber eine Möglichkeit.