Kappel
«Wir sind die Swisscom des Militärs»: Richtstrahlkompanie gastiert in Kappel

In den Schulanlagen von Kappel finden regelmässig Wiederholungskurse des Militärs statt. Zum ersten Mal stellt sich eine WK-Kompanie bei einem Apéro der Bevölkerung vor.

Sarah Kunz
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Sarah Kunz

Immer wieder, so kommt es der Kappeler Bevölkerung vor, quartiert sich das Militär in den Schulanlagen ein. Die Kompanien kommen und gehen, doch kaum einer weiss, was denn genau vor sich geht. Nun gastiert erneut ein Wiederholungskurs während knapp drei Wochen im Dorf. Doch dieses Mal, und zum ersten Mal, stellt sich die Kompanie öffentlich bei einem Apéro vor.

Wochen zuvor wurden Vereinsverantwortliche, Anwohner und deren Freunde und Bekannte schriftlich über die Ankunft der Richtstrahlkompanie in Kappel informiert und zu einem Gemeinde-Apéro bei der Kirche eingeladen. So begrüsste denn das Militär am vergangenen Mittwoch 4. Oktober die interessierten Einwohner Kappels, die zahlreich erschienen.

Und während die Erwachsenen sich am Buffet mit Würsten der Dorfmetzgerei verköstigen, wagen die Kinder und einige interessierte Erwachsene den Blick ins Innere des vorgefahrenen Panzerfahrzeugs.

Informativer Empfang

«Eigentlich sind wir die Swisscom des Militärs», stellt Hauptmann Simon Tobler die Richtstrahlkompanie 17/2 vor. Die rund 240 Mann um den Kompaniekommandanten kümmern sich nämlich um das integrierte militärische Fernmeldesystem. Zur Veranschaulichung dient das Fahrzeug der Kompanie mit ausgefahrener Antenne auf dem Platz neben der Kirche.

Hauptmann Tobler erklärt mit einfachen Worten, was seine Kompanie macht und stösst damit auf offene Ohren. Denn obwohl bereits viele Kompanien im Dorf gastierten, wurde die Bevölkerung noch nie in einem solchen Rahmen über deren Tätigkeiten informiert.

«Jede Kompanie stellt sich der Bevölkerung vor», sagt der Kommandant. «Aber eben nicht immer im selben Rahmen.» Er suche seit seinen fünf Jahren als Kommandant gern die Nähe zu den Gemeinden, um sich auch bei ihnen bedanken zu können. Und bisher hat sich dies immer bezahlt gemacht.

Beide Seiten sollen profitieren

Der Kommandant ist sich sicher, dass das Militär durch so eine Begrüssung besser akzeptiert und bekannt werde. Er verrät aber auch: «Es ist natürlich ein wenig Eigennutz.» Denn durch diese Gespräche beim Apéro entstünden Beziehungen, von denen beide Seiten profitieren können.

Vor allem dann, wenn die 240 Mann Ausgang haben und die Dorfbeizen unsicher machen. «Ich habe meine Telefonnummer angegeben. Rufen Sie einfach an, wenn jemand Unsinn anstellt», meint Hauptmann Tobler schmunzelnd. «Aber Sie dürfen auch gerne positive Rückmeldungen anbringen.»

Die Anwesenden lachen. Die Herzen sind gewonnen. Und am Ende des Abends ist das Echo der Kappeler eindeutig: «Moll, das ist sympathisch», beschliesst ein jeder mit zufriedenem Nicken.