Olten
Wildes Parkieren vor dem Stadthaus soll offizialisiert werden

Beim Haupteingang des Stadthauses gibt es keinen Veloständer – das will ein SVP-Gemeinderat nun ändern.

Fabian Muster
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Beim Vodereingang fehlt ein offizieller Veloabstellplatz. Velos werden trotzdem parkiert.

Beim Vodereingang fehlt ein offizieller Veloabstellplatz. Velos werden trotzdem parkiert.

Bruno Kissling

Wer mit dem Auto kommt und im Oltner Stadthaus etwa zur Einwohnerkontrolle muss, findet direkt vor dem Haupteingang ein paar Parkplätze, die er kostenpflichtig benützen kann. Wer allerdings mit dem Velo unterwegs ist und im Stadthaus etwas zu erledigen hat, müsste eigentlich den Hintereingang bei der Hübelistrasse gegenüber des Hotels Astoria benützen.

Denn nur dort gibt es Veloparkplätze, die auch von den Stadtangestellten gebraucht werden. Doch das wissen viele Stadthaus-Besucher gar nicht. Sie stellen ihr Velo beim Haupteingang ab. Manche weichen auch auf die Veloständer beim Hübelischulhaus aus und nehmen den Schülern ihre eigentlich reservierten Plätze weg.

Es gibt Zeiten, da versammeln sich gleich mehrere Drahtesel beim Haupteingang, etwa bei Sitzungen des Gemeindeparlaments.
Einer, der das wilde Parkieren beim Haupteingang offizialisieren möchte, ist SVP-Gemeinderat Ernst Eggmann. Er regt sich darüber auf, dass Velofahrer in seinen Augen im Vergleich zu Autofahrer wie «Bürger zweiter Klasse» behandelt werden, welche den Hintereingang benützen müssten.

Auch die «Symbolkraft» dahinter, dass Olten zwar eine Velostadt sein will, aber den Einwohnern keine Veloabstellplätze beim Haupteingang des Stadthauses zur Verfügung stellt, hält er für falsch. Sein Vorschlag, den er in einer Anfrage an den Stadtrat machte: Die Stadt solle einen Veloständer vom Hintereingang zum Haupteingang versetzen.

SVP-Idee kommt gut an

Mit dieser Idee rennt der SVP-Parlamentarier bei den Gemeinderäten aus anderen Parteien offene Türen ein – auch wenn der Vorschlag aus ungewohnter Ecke kommt. Grünliberale-Gemeinderätin Beatrice Schaffner sagt: «Die jetzige Situation ist unbefriedigend und zeigt die mangelnde Wertschätzung gegenüber den Velofahrern.»

SP-Fraktionschef Ruedi Moor hält den Vorschlag ebenfalls für eine gute Sache: «Die Abstellplätze müssten aber so platziert sein, dass sie der Velofahrer auch benützt.» Und Grüne-Gemeinderat Felix Wettstein ergänzt: «Wenn es regnet, wären die Velos unter der Passerelle erst noch geschützt.»

Diskutiert wird bereits, wo der Veloständer hingestellt werden sollte. FDP-Präsidentin Monique Rudolf von Rohr schlägt den Bereich zwischen Haupteingang und Theaterstudio vor, dann könnten ihn gleich auch noch die Theaterbesucher benützen.

Wettstein macht allerdings darauf aufmerksam, dass der Veloständer so platziert werden müsste, dass auch weiterhin Passanten ungehindert durchgehen könnten. In seinen Augen sollte dies aber möglich sein.

Eggmann überlegt sich Vorstoss

Nun müsste sich nur noch der Stadtrat umstimmen lassen. In der schriftlichen Antwort auf die Anfrage Eggmann heisst es, dass die Stadt aus Platzgründen darauf verzichte, einen Veloständer beim Haupteingang zu platzieren.

«Wie die Erfahrung zeigt, stören einzelne, für jeweils kurze Zeit abgestellte Velos von Stadthaus-Besuchern neben dem Haupteingang nicht.» Baudirektor Thomas Marbet ergänzt auf Anfrage, dass der Veloständer fest im Boden verankert werden müsste, was die Natursteinplatten sprengen könnte.

Die wild parkierten Velos beim Haupteingang würden zudem nicht weggeräumt. Der unter den beiden Briefkästen befindliche Kleber «Bitte keine Fahrräder abstellen!» gilt übrigens nur gerade für diesen Bereich, damit die Passanten ungehindert ihre Post einwerfen können.

SVP-Gemeinderat Eggmann überlegt sich nun, einen Vorstoss im Parlament einzureichen, weil seine Anfrage beim Stadtrat abgeschmettert wurde.