Da es sich jedoch um den ersten Dreipunktesieg des EHCO handelte, geht der SCL zumindest in der Punktestatistik als knapper 8:7-Sieger hervor. So logisch der Heimsieg also anmuten mag, so wenig durfte er – vor allem in dieser Deutlichkeit – erwartet werden. Zwar zeigten die Oltner zuletzt stark steigende Tendenz, mussten aber immer noch auf sechs Stammkräfte verzichten und mit DaSilva als einzigem Ausländer antreten. Dagegen reisten die Oberaargauer mit der Referenz von zuletzt neun Siegen aus zehn Spielen in die Dreitannenstadt.

Statistik und Vorzeichen hatten in der Chronologie des gestrigen Derbyabends aber keinen Platz. Denn es waren die Oltner, welche das Spiel von der ersten Minute an in die Hände nahmen. Sieben kleine Strafen waren Indiz für die grünweisse Gangart, doch der SCL vermochte aus den insgesamt sechs Überzahlsituationen keinen Profit zu schlagen. Je länger das Spiel dauerte, desto weiter war die statistisch zweitbeste Powerplay- gegen die zweitbeste Boxplay-Mannschaft von einem Treffer entfernt. Mehr noch: Die erste Oltner Strafe gegen Bloch war noch nicht zu Ende, da traf Dan DaSilva zum 1:0 für die Gastgeber. Er hatte sich die Scheibe an der Bande erkämpft, liess auf dem Weg vors Tor drei Langenthaler stehen und eröffnete das Score.

Zum fünften Mal knapp verloren

Der Kanadier spielte danach eine eher unauffällige Partie, dafür sprangen andere in die Bresche. Namentlich die Linie mit Captain Patric Della Rossa, welche das Spiel bis zehn Minuten vor dem Ende im Alleingang entschied. Eine Augenweide war der zweite Treffer durch Bruno Marcon, der damit das dritte Tor in den letzten vier Spielen erzielte. Von Simon Schnyder herrlich an der blauen Linie lanciert, liess er Marc Eichmann im Tor der Gäste nicht den Hauch einer Chance. Zwei Minuten zuvor hatte bereits Romano Pargätzi aus spitzem Winkel zum vermeintlichen 2:0 getroffen, doch Head Küng annullierte den Treffer wegen angeblich verschobenen Tors.

Viermal waren die Langenthaler in dieser Saison bereits mit nur einem Plustor als Verlierer vom Eis gegangen, gestern kam also das Fünfte hinzu. Genau genommen hatten sie allerdings gar keinen Treffer erzielt, denn es war der zuvor mit dem Steilzuspiel glänzende Schnyder, der seinen eigenen Torhüter mit einem missglückten Bandenpass ins eigene Gehäuse den Shutout vermasselte. Damit brachte er Spannung in ein Spiel zurück, welches die Oltner zu jenem Zeitpunkt absolut im Griff hatten. Denn, anders als die Gäste, spielten sie bereits annähernd jenen Rhythmus, welchen es ab nächstem Sonntag in den Playoffs anzuschlagen gilt. Einmal mehr zeigte sich dabei, dass den Torgaranten der Langenthaler solch engagiertes Einsteigen nicht sonderlich behagt.

Goalie Tobler als starker Rückhalt

So gewannen die Oltner die entscheidenden Duelle auf dem Eis, und zudem hatten sie mit Michael Tobler einen bestechend sicheren Rückhalt in ihren Reihen. Er parierte die wenigen wirklich gefährlichen Abschlüsse des SCL tadellos. Im letzten Abschnitt waren dann gerade einmal 23 Sekunden gespielt, als David Maurer Eichmann mit einem Schuss von halb rechts erwischte. Und als sich der Sieg der Oltner immer mehr abzeichnete, beseitigte er mit dem 4:1 aus dem Slot die letzten Zweifel. Pikant: In zuvor 178 Spielen für die Oltner war dem Adelbodner nie mehr als ein Treffer pro Spiel gelungen.