Der Kies und Sand, den die Firma Baustoffzentrum Olten/Zofingen (BOZ) abbaut, liegt im Waldboden. Um an diesen Rohstoff zu gelangen, muss also Wald gerodet, nach der Ausbeutung aber auch wieder rekultiviert werden.

Diesem Themenkomplex war der Erlebnisrundgang gewidmet, zu dem die Firma BOZ am Montagabend die Bevölkerung aus Boningen, Gunzgen, Fulenbach und Härkingen eingeladen hatte. Jürg Wyss, Geschäftsführer der BOZ, konnte gut 60 Personen willkommen heissen, die sich das Thema auf einem Rundgang durch die Kiesgruben in der Gunzger Allmend näherbringen lassen wollten.

Absoluter Schutz

Der Wald geniesst in der Schweiz absoluten Schutz. Rodungen dürfen nur mit Ausnahmebewilligungen des Bundes vorgenommen werden. Wo er solche erteilt, müssen die Waldbesitzer flächen- und funktionsgleichen Ersatz leisten. Für die BOZ heisst dies: Sie müssen das Areal nach der Kiesgewinnung wieder aufforsten. Zudem muss der neu angelegte Wald die bisherigen Funktionen erfüllen. «Hier im Gäu brauchen wir den Wald vorwiegend für die Produktion von Holz», erinnerte Werner Schwaller, Kreisförster des Forstkreises Olten-Gösgen. Überdies diene er der Bevölkerung zur Erholung, biete Lebensraum für Pflanzen und Tiere und er reguliere auch den Wasserhaushalt.

Grundsätzlich könnte man die wieder aufgefüllten Kiesgruben sich selbst überlassen. Nach einiger Zeit würde wieder Wald nachwachsen, allerdings leichtsamige Baumarten wie Weiden, Birken, Erlen oder Pappeln. Für einen Wald, der auch wirtschaftlich genutzt werden kann, müssen hingegen Jungbäume gepflanzt werden.

Diese müssen viel Licht ertragen, deshalb wird das ehemalige Kiesgrubenareal mit Eichen bestockt, ergänzt durch Linden und Hagenbuchen als Nebenbestand. Gelegentlich arbeiten die Förster mit einem sogenannten Vorbau, das sind schnell wachsende Erlen, die andern Bäumen Schutz vor Sonne (Beschirmung) und Frost bieten und den Boden verbessern. Mit Vorteil plant man Rückegassen ein, die man bis zum Holzschlag mit Fichten bepflanzt, aber nicht auswachsen lässt, sondern als Weihnachtsbäume nutzt.

«Rekultivierung ist Rück-Kultivierung», betonte Martin Kopp, stellvertretender Leiter des Bereichs Recycling beim BOZ, «das heisst, Wiederherstellung des vorherigen Waldes.» Dabei ist der Aufbau eines guten Bodens das A und O. Ursprünglich besteht hier der Boden aus einer Humusschicht und einem Unterboden von 40 bis 140 cm Höhe. Dieser besteht aus Ton, Silt und Sand. Erst dann stösst man auf das Abbaumaterial von Kies zweiter und erster Güte.

Die ausgebeutete Grube wird mit sauberem Aushubmaterial, das keinen Bauschutt und Holz enthält, aufgefüllt. Zuoberst wird wieder eine Erdschicht aufgebracht, erklärte Jan Sutter, Umweltingenieur und Projektleiter Bodenschutz. Diese Erdschicht entspricht dem Waldboden und bildet den Wurzelraum der Pflanzen und Bäume. Sie setzt sich aus Ton mit einem hohen Anteil an organischem Material zusammen, zudem besteht sie zu 50 Prozent aus Poren, die mit Luft und Wasser gefüllt sind.

Njet für schwere Maschinen

Wenn man nun durch Befahren diese Erdschicht verdichtet, kommt weder genügend Luft noch Wasser dazu, sodass keine Durchwurzelung stattfinden kann.

Deshalb vermeidet man beim Roden nach Möglichkeit, den Waldboden mit schweren Maschinen zu befahren, sondern bleibt auf den Waldwegen und Rückegassen. Auch beim anschliessenden Abtragen der Erdschicht und beim Wiederausbringen am neuen Standort arbeitet man mit einem Löffelbagger, der nicht über die empfindliche Erde fährt.

Nur so kann anschliessend die Aufforstung gelingen. Schliesslich zog Kreisförster Werner Schwaller das Fazit: «Gute Rekultivierung ist die Visitenkarte für Kieswerk und Waldeigentümer.»