Das Wetter war noch nie so unwichtig wie heute. Abgesehen von den Bauern und Bademeistern etwa gibt es immer weniger Berufe, bei denen Regen oder Sonnenschein eine Rolle spielen. Trotzdem geniessen die Wettervorhersagen eine gewaltige mediale Aufmerksamkeit. Die abendliche Meteosendung nach der Tagesschau erreicht fast eine Million Zuschauer. Und die Muotathaler Wetterschmöcker sind allgemein bekannt.

Sowohl «Meteo» auf SRF als auch die Schwyzer Wetterpropheten verstehen es, eine trockene Materie anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln. Für beide also ist die Kommunikation das A und O. Grund genug für den Kommunikationsclub «Headline», zwei bekannte Gesichter zum Thema Wetter einzuladen, die Moderatorin Sandra Boner und Josef Bürgler vom Trägerverein der Muotathaler Wetterschmöcker. Als Talkmaster wirkte das Duo Matthias Kunz und Rhaban Straumann.

Wetter kommunizieren

«Das Wetter nehmen wir ernst», versicherte Josef Bürgler, der Präsident des Meteorologischen Vereins Innerschwyz. «Wir sind aber auch ein humoristischer Verein», fügte er an. Da gehöre eine Portion Show dazu. Eine Aktion wie mit den Ameisen ist eine lustige Verpackung, hat aber einen seriöseren Hintergrund. Die Prophezeiungen basieren auf genaue Beobachtungen der Natur, der Tiere und Pflanzen. Selbstverständlich überprüfe der Meteorologische Verein die Vorhersagen der Wetterschmöcker. Die sechs weisen Wetterpropheten des Muotathals erreichen eine Trefferquote von durchschnittlich 50 Prozent, einzelne gar 80 Prozent, erklärte Bürgler. Der grosse Spielverderber aber ist der Föhn. Und was rät Bürgler den Outdoor-Sportlern? Hingehen und vor Ort selber schauen sowie mit der Zeit auch ein Feeling entwickeln, lautet Bürglers Rezept.

Auf exakten technischen Daten basieren die Wetterprognosen beim Radio und Fernsehen. Problemlos sei die sogenannte Omegalage mit einem stabilen Hoch zwischen zwei Tiefdruckgebieten, erläuterte Meteo-Moderatorin Sandra Boner. Bei wechselhaftem Wetter stossen jedoch auch die Wissenschafter an Grenzen. Für eine Periode von einem Tag liegt Meteo SRF zu neunzig Prozent richtig, für eine Prognose auf drei Tage hinaus immerhin zu siebzig Prozent. In einem kurzen Referat gab Sandra Boner einen Aufriss über ihre Arbeit als Moderatorin. 2002 stieg sie beim Fernsehen ein, um als Wetterfee vom Dach aus die Vorhersagen zu präsentieren. Inzwischen hat sich die gelernte Ergotherapeutin mit C-Matura einiges Wissen über die Wetterphänomene erarbeitet. Zur Vorbereitung der Sendung gehört auch, dass sie die Grafiken und Karten mit einem speziellen Computerprogramm selber zeichnet. Die Sendung wird auf dem dreizehnten Stock mit Blick auf die Glarner Alpen live produziert. Dabei kann sich Boner nicht auf einen Teleprompter verlassen, sondern muss die Fakten auswendig präsent haben. Ob sie das Wetter auch rieche, fragte Co-Gesprächsleiter Matthias Kunz. Sie liebe den Geruch des Regens nach ein paar Sommertagen, verriet Sandra Boner.

60 Jahre Headline

Zum Wetter-Event hatte der Verein «Headline» ins Hotel-Restaurant Astoria eingeladen. Dieser Anlass war Teil einer Reihe, die von «Headline» zum Jubiläum seines sechzigjährigen Bestehens organisiert wird, erklärte Präsident Kurt Suter bei der einleitenden Begrüssung. Der Kommunikationsclub Aarau Solothurn entwickelte sich aus dem 1954 gegründeten «Werbeclub Olten» in welchem sich die Werber der Region zusammentaten. Inzwischen sind im «Headline» über 200 Mitglieder aus der Marketingbranche organisiert.

Ein schöner Sommer

Zum Schluss des Abends wurde Josef Bügler um einen Ausblick gebeten. Der kommende Sommer werde sicher schöner als der letztjährige, prophezeite er. Er erwartet eine Hitzeperiode. «Wir könne mit 65 bis 70 Grilltagen rechnen», lautete Bürglers Vorhersage.