Olten

Weshalb die Passerelle in den 60er Jahren überhaupt gebaut wurde

Die Passerelle beim Oltner Stadthaus überquerte seit knapp 50 Jahren die Dornacherstrasse. Nicht wenige Passanten dürften sich zwischenzeitlich gefragt haben, wozu die Überquerung überhaupt diene.

In der Nacht auf Donnerstag wurde sie abgebrochen, oder wie man heute korrekterweise sagt: rückgebaut.

Seit heute früh ist die Passerelle, gemäss Auskunft von Adrian Balz, Leiter städtische Baudirektion, seinerzeit Teil eines Gesamtkonzepts rund ums Projekt «Stadthausbau», bereits Geschichte. Wozu sie diente? Ein Blick in die Geschichte Oltens ist dazu nötig.

Interessanterweise gehörte zu dem damaligen Gesamtkonzept ein zirka 15 m hoher Gebäudetrakt mit Flachdach und einer leichten Verschiebung nach Norden, dem das Hübelischulhaus hätte weichen sollen.

Mittlerweile steht das in den Jahren 1868 bis 1871 errichtete Hübelischulhaus unter Kantonalem Altertümerschutz. Das erste in Olten als eigentliches Schulhaus errichtete Gebäude wird als kulturgeschichtliches Erbe geschützt und erhalten.

Nur Stadthaus wurde wahr

Nun, wir wissen: Das Stadthaus wurde wahr, 1963 bis 1965 erbaut, bezogen im November 1965, eingeweiht im April 1966. Der vorgesehene Gebäudetrakt dagegen kam nicht. Die Passerelle, einst als Verbindungselement zwischen Stadthaus und dem frei stehenden Querbau gedacht, endete dadurch quasi im Nichts und wurde hinfällig.

Nicht wenige Passanten dürften sich zwischenzeitlich gefragt haben, wozu die Überquerung überhaupt diene. Immerhin: Als Tribüne für Zuschauer des Fasnachtumzugs leistete sie vorzügliche Dienste. Allerdings: Nicht alles, was hinfällig ist, muss auch zwingend abgebrochen werden. Sprayer haben die Passerelle inzwischen zwei Mal mit der Wortkombination «einzigartig» versehen und damit ihren stillen Protest manifestiert.

«Die Passerelle aber wurde doch häufig zum Verkehrshindernis beziehungsweise beschädigt. Bei einem Durchlass von 3,35 Metern kams doch immer wieder vor, dass Last- und grössere Lieferwagen die maximale Höhe überschritten, die Fahrer dies nicht beachteten und dadurch Beschädigungen verursachten, wie die Baudirektion erklärt. Und weil die Dornacherstrasse nur in eine Richtung befahrbar ist, sorgte die «Evakuierung» des Gefährts stets für einen grösseren Aufwand. Solche Probleme sind seit heute gelöst.

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