Olten
Werkstattaufführung der Theater- und Tanzwoche war ein voller Erfolg

Poetische Bilder und kecke Einzelauftritte prägten die Werkstattaufführung der Oltner Theater- und Tanzwoche 2014, die ganz unter dem Motto «Delfine, Haifisch-Mafia und Korallenschloss» stand.

Jacqueline Lausch
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Gefährliche Haifische machen sich bereit zum Angriff.

Gefährliche Haifische machen sich bereit zum Angriff.

HR.Aeschbacher

Seit 1986 organisiert die Direktion Bildung und Sport der Stadt Olten die Theater- und Tanzwoche in der Frühlingswoche, ein niederschwelliges Angebot, das Kinder unterschiedlicher Altersklassen und Herkunft vereint. Und man muss nicht Gotte, Tante oder Mutter sein, um berührt zu werden von dieser zauberhaften Darbietung der über 53 Kinder und Jugendlichen, die auf der Bühne der Schützi bewiesen, was man alles in bloss eine Woche lernen kann.

Unter der Anleitung von Käthi Vögeli und Ursula Berger, die für Idee, Konzept und Umsetzung der Theater- und Tanzwoche verantwortlich zeichnen, entfaltete sich ein Bilderbogen voller Poesie, der das Publikum in eine farbige Unterwasserwelt führte, auf der Suche nach einer riesengrossen, wertvollen Perle.

Komplexe Abläufe memorisieren

Käthi Vögeli und Ursula Berger dankten in ihren Begrüssungsworten der Direktion Bildung und Sport, Olten, der Schützi, dem Werkhof, dem Dance Studio Olten sowie den Assistentinnen Irene Gerber und Janna Mohr und gaben der Hoffnung Ausdruck, dass die Theater- und Tanzwoche in den Frühlingsferien, die bereits im 28. Jahr steht, trotz angespannter Finanzlage auch in Zukunft stattfinden kann – «ein Projekt, bei dem die beteiligten Kinder und Jugendlichen lernten, sich zu konzentrieren, komplexe Abläufe zu memorisieren und zu verlinken sowie mutig aufzutreten», wie es Ursula Berger formulierte.

Dass das keine leeren Worte sind, davon durfte sich das Publikum in der fantasiereichen eineinhalbstündigen Aufführung überzeugen. Auf der Bühne entwickelten sich poetische Bilder, die eine farbige Unterwasserwelt entstehen liessen. Die Mädchen und Jungen auf der Bühne nahmen tänzerisch mal den Klang melancholischer, sanfter Musik auf oder bewegten sich zu peppigem Sound. Sie agierten als einzelne Darsteller und Tänzerinnen, aber auch im Team, immer voller Aufmerksamkeit aufeinander achtend.

Mutiges Auftreten

Als Fischwesen glitten sie durch die Unterwasserwelt – feenhaft, keck, träge oder bedrohlich. Und auch der kindlichen Freude am Kostümieren wurde Rechnung getragen: mit einer bunten Vielfalt an Verkleidungen. Der Tanz nahm sich stark der Poesie einer langsamen, farbig leuchtenden Seite der Unterwasserwelt an. Und im Theater bewiesen die Kinder Auftrittskompetenz: Selbstbewusst traten sie mit dem Mikro in der Hand vors Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Schützi, ob als Nachrichtensprecher oder in anderen kleinen Sprechrollen.

Und natürlich durften auch ein paar Ganoven nicht fehlen: Ganoven mit dunkler Sonnenbrille und Knarre auf der Suche nach der vielversprechenden Perle. Immer in Konkurrenz mit rivalisierenden Forschern, Mafiosi und Investoren: ein witzig inszeniertes Seilziehen um den Besitz der wundersamen Perle, bei dem die Kinder und Jugendlichen ihren Bewegungsdrang und ihre Freude am Rollenspiel voll ausleben konnten.

Kreatives Potential entdecken

Käthi Vögeli und Ursula Berger haben es auch dieses Jahr verstanden, die Fantasie der Erst- bis Sechstklässer zu wecken und gemeinsam mit ihnen Ideen weiterzuentwickeln. Eine einmalige Möglichkeit für Kinder, ihr kreatives Potential zu entdecken, neue Freundschaften zu schliessen und sich neu zu erleben, jenseits von Familienalltag, Schulbank und digitalen Medien.