Peter Bichsel, Alex Capus, Franz Hohler, Rolf Lappert oder Pedro Lenz: Die Liste der bekannten Schriftsteller mit Oltner-Bezug ist für eine Kleinstadt mit 18'000 Einwohner erstaunlich lang und in der Schweiz einzigartig.

Und nun sollen ausgerechnet in dieser Stadt – einst auch Heimat des renommierten Walter Verlags oder Gründungsort der unzufriedenen Schriftsteller Vereinigung Gruppe Olten – läppische 30 000 Franken fehlen für eine Buchmesse, die nicht nur das nationale Schaffen würdigte, sondern immer wieder mit regionalen Veranstaltungen wie einem Solothurner Abend aufwarten konnte? Oder den regionalen Verlagen eine Chance bot, ihre Bücher zu präsentieren? 

Kritiker, die monieren, die Buchmesse wäre mit dem Fünf-Franken-Eintritt und den Bücherständen zu stark kommerziell ausgerichtet gewesen, vergessen eines: Initiant Thomas Knapp konnte mit dem Herzblut allein, das er in den Anlass investierte, die Miete fürs Stadttheater oder die Autoren-Honorare nicht zahlen.

Hinter vorgehaltener Hand lassen die Organisatoren durchblicken, dass der Anlass wohl gar nie rentabel war. Umso höher ist es ihnen anzurechnen, dass sie zehn Jahre lang durchgehalten haben. 

Doch es gibt Hoffnung. Nach dem Spar-Schock für die Oltner Kultur entstanden viele Freiwilligen-Projekte, welche die Kürzungen der Stadt fast vergessen liessen. Vielleicht klappt es diesmal erneut, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Es braucht einen professionellen Macher, der ein paar potente Sponsoren im Schlepptau hat.