Lostorf
Wer hat Hauskatze Joy angeschossen? «Das war kein Jäger!»

Letzten Dienstag wurde die Katze Joy in Lostorf von einem Unbekannten tödlich verletzt. Ihre Besitzer warnten andere Einwohner. Sie sind nämlich überzeugt, dass es sich beim Täter nicht um einen Jäger handelt, der das Tier versehentlich traf.

Tijana Nikolic
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Die Zwillinge Justine und Kevin Honegger mit einem Foto ihrer Katze Joy, als sie noch unter ihnen weilte. Im Hintergrund das Bad Lostorf, von wo der Schuss wahrscheinlich abgefeuert worden sein dürfte.

Die Zwillinge Justine und Kevin Honegger mit einem Foto ihrer Katze Joy, als sie noch unter ihnen weilte. Im Hintergrund das Bad Lostorf, von wo der Schuss wahrscheinlich abgefeuert worden sein dürfte.

Oltner Tagblatt

Justine Honegger (19) traute ihren Augen kaum, als sie letzten Dienstagabend ihre einjährige Katze Joy blutüberströmt vor ihrer Haustüre fand. «Ich war gerade draussen am Rauchen, als ich sie komisch miauen hörte», erzählt Justine.

Sie habe gleich gewusst, dass etwas nicht stimmt. Ein Freund von ihr hatte Joy nur eine Stunde vor der Tat gesehen.

Sie brachte das Tier sofort in die Tierklinik Aarau West in Oberentfelden. Leider konnten die Ärzte, das Leben von Joy nicht mehr retten. «Bereits nach zehn Minuten sagten uns die Ärzte, dass sie Joy das Vorderbein amputieren müssten und sie auch sehr wahrscheinlich an den inneren Verletzungen sterben wird», erinnert sich Justine traurig.

«Das Tier wäre auch psychisch nicht mehr gesund gewesen. Wie soll es auch nach so nach einem Vorfall, je wieder Vertrauen zu Menschen fassen», ist sich Raphaele Wengler, der Onkel von Justine sicher.

Sehr wahrscheinlich wurde sie von einem Unbekannten in der Nähe des alten Thearmalbads angeschossen und hat sich mit letzter Kraft zurück nach Hause geschleppt.

Zwei Schüsse wurden abgefeuert

«Eine Nachbarin hat zwei Schüsse gehört. Sie ist sich aber sicher, dass sie nicht versehentlich von einem Jäger abgefeuert wurden», so Wengler. Denn dort in der Gegend seien Jäger oft unterwegs.

Die würden aber nicht auf Katzen schiessen und würden es auch melden, falls sie ein Tier aus Versehen treffen würden.

Die Röntgenbilder zeigen genau, dass das Projektil in den Bauch eindrang und beim rechten Vorderbein wieder austrat, sodass das Bein dabei zerfetzt wurde und nur noch an einer Sehne hing.

Das Röntgenbild der angeschossenen Katze

Das Röntgenbild der angeschossenen Katze

zvg

Die Kugel stammte aus einer kleinkalibrigen Waffe, was darauf schliessen lässt, dass es sich hierbei nicht um einen Kinderstreich handelt. Und es verfestigt auch die Annahme, dass es sich nicht um einen Jäger handelt.

Polizei hat einen Verdacht

Der Onkel, Raphaele Wengler hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannten erstattet und hofft bald herauszufinden, wer ihrem Liebling so etwas angetan hat. «Die Polizei hat diesen Fall sehr ernst genommen und hat sogar schon einen Verdacht», verrät Wengler.

Dies sei nämlich nicht das erste Mal, dass in der Gegend, Katzen sterben. «Erst vor einigen Wochen ist eine Katze vergiftet worden und eine weitere Katze ist spurlos verschwunden», erzählt Wengler weiter.

Einen Verdacht hat er selber nicht. «Wir denken nur, dass es wohl oben beim alten Bad passiert sein wird», sagt Wengler.

Justine bekam Joy von ihrem Zwillingsbruder geschenkt. Auch der ist sehr entrüstet über den Vorfall. «Ich kann nicht verstehen, warum jemand so etwas tut. Und wenn sie den Täter erwischen, wird er wahrscheinlich bloss eine kleine Busse bezahlen müssen», meint Kevin Honegger verärgert.

«Ich will aber unbedingt eine neue Katze», ist sich Justine sicher.

Die besorgten Katzenliebhaber haben eine Warninfo im Dorf verteilt, um andere Katzenbesitzer zu warnen.

Wer einen Hinweis zu dieser Tat hat, soll sich bitte unter ersalong@gmail.com melden.

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