Olten

Wenn sich Wildsauen und Biber aufs Bike schwingen

Rund 70 Biker treffen sich jeweils am Montagabend zur gemeinsamen Ausfahrt der Bikeschule Olten. Diesmal stand das Gebiet rund um den Born auf dem Programm. Das OT schloss sich den Bikern an und kurvte durch die Wälder – ein Augenschein.

Von allen Seiten kommen an diesem Montagabend trailtaugliche, gefederte Mountainbikes auf das Dampfhammerareal gedüst. Bis um 18.15 Uhr warten über 70 Biker auf das Startkommando von Fabian Spielmann, der an diesem Abend an seinem neongelben Helm und der passenden Sonnenbrille zu erkennen ist. Er hat zuvor alle einfahrenden Biker per Handschlag begrüsst.

Spielmann ist der Initiator und Gastgeber der Biketreffs, die vom Mai bis im September jeweils am Montagabend stattfinden. «Es freut mich, wenn so viele gut gelaunte Biker zum Treff kommen», sagt der Trimbacher. Die Treffs der Bikeschule Olten haben mal als wöchentliche Ausfahrt fünf eingeschworener Biker begonnen. Mittlerweile ist eine kleine Szene entstanden – mit fixen Veranstaltungen, wie einem 1.-August-Brunch oder einem Bikeweekend.

Von «Wildsau» bis «Igel»

Nach der Begrüssung bittet Spielmann die Biker, nach Leistungsniveau einzustehen. Beim Täfelchen «Wildsau» sind Jene zu finden, die während zweier Stunden aufs Tempo drücken und dabei keinen Halt vor technisch schwierigen Trailpassagen machen. Zu den «Igeln» gehören dagegen jene Fahrer, die sich eher auf Kieswegen wohlfühlen und die Ausfahrt gemach angehen wollen.

Dazwischen gibt es die Levels «Luchs», «Dachs», «Fuchs» und «Biber». «Für jeden Teilnehmer gibts eine passende Gruppe», sagt Spielmann. Er führt an diesem Abend die «Biber», bei denen die Frauen klar in der Mehrheit sind, durch die Wälder. Die übrigen Gruppen werden von anderen Guides geleitet. Auf dem Programm steht für alle das Born-Gebiet. Die Treffs sind kostenlos – wer will, kann der Bikeschule aber einen freiwilligen Unkostenbeitrag zustecken.

Der 36-jährige Spielmann tritt in die Pedale und biegt schon bald in einen schmalen Waldweg am Fusse des Born ein, der gespickt ist mit Wurzeln und Steinen. Hörbar legt die «Biber»-Truppe kleinere Gänge ein und kurbelt geschickt über die Hindernisse. Auch Judith Arpagaus aus Däniken lässt sich von keiner Unebenheit stoppen. Sie zählt schon seit einigen Jahren zur treuen Besucherschaft der Biketreffs. «Mir machts einfach Spass, in der Gruppe zu fahren», sagt sie. «Ich fordere mich dann auch mehr.» Und mit der Gruppe kommt auch der Mut in einem technisch happigeren Abfahrtsstück: «Wenn fünf vor mir runtergefahren sind, denke ich jeweils: Das kann ich doch auch.»

Nach einem kurzen, aber knackigen Aufstieg erreicht Spielmann, gefolgt von den «Bibern», die Bornkapelle in Kappel – es bietet sich eine herrliche Aussicht. «Durch die Bikeschule Olten habe ich viele neue Trails und Wege kennen gelernt», sagt Nadia De Carlo aus Däniken.

Von ihrem Mann an ein Biketreff mitgeschleppt, hat es ihr den Ärmel so richtig reingezogen. «Mittlerweile gehe ich jeweils auch an die Biketreffs im Winter am Freitagabend – dick eingepackt und mit Scheinwerfer», sagt sie. Die Biketreffs am Montagabend in der Sommersaison und am Freitagabend in der Wintersaison sind für Nadia De Carlo fixe Termine in der Agenda, da gibt es nichts zu rütteln. «Mein Mann kommt auch immer mit. Unsere Kinder bleiben dann bei der Grossmutter.»

Der letzte Halt der Tour im «Tiger»

Die Tour neigt sich langsam dem Ende zu. Am Waldrand entlang steuert Fabian Spielmann den Ruttigerweg an. Plötzlich tauchen von links vereinzelt Biker aus dem Wald auf. Es ist die «Wildsau»-Gruppe, die getreu ihrem Namen einen etwas wilderen, ruppigeren Downhill bewältigt hat. Nun ist das Ziel nicht mehr weit. «Mega lässig», fällt das Urteil von Silvia Schärer aus Lostorf aus. Für sie war der Biketreff vom Montagabend eine Premiere.

Ihre Erwartungen wurden mehr als erfüllt, wie sie sagt. Für die letzte Station fährt Spielmann nun – wie jeden Montagabend – in Oltens Altstadt hinein. In der Gartenbeiz der Waadtländerhalle stehen bereits zig Tische und Stühle sowie Sandwiches und Nussgipfel für die hungrigen Biker bereit. Ein Grossteil der rund 70 Biker lässt die Tour hier gemütlich ausklingen.

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