Grau und monoton liegt er dieser Tage in der Region: der Nebel. Für einige passend zur Stadt Olten, die doch auch gerne als grau und monoton beschrieben wird. Für andere jedoch ist der herbstliche Schleier weniger Ausdruck von grauer Biederkeit, sondern vielmehr von Heimat. In der Nacht sind die Strassenlampen dicht eingehüllt in die Schwaden, am Morgen dringt das Sonnenlicht nur diffus durch die zähe graue Masse.

Dann gegen Mittag, wenn die Sonne ihren Höchststand erreicht, weicht der Nebel manchmal zurück. Oder er bleibt halt liegen, wie in den letzten Wochen. Sonnenhungrige flüchten in die Höhe oder nach Baselland, während sich in unserer Region eine Ruhe einrichtet, die so nur der Nebel kreieren kann.

Während der Nebel in anderen Ländern zur Trinkwassergewinnung genutzt wird, erfährt er bei uns keinen praktischen Nutzen. Er ist nur da. Manchmal über ganze Wochen, manchmal auch nur eine kurze Zeit trübt er unsere Stimmung oder er erfreut uns mit seiner Anwesenheit.

Doch manch eine Stimme sagt, dass er weniger werde. Sich schneller auflöse durch den Tag, nicht mehr so dicht sei und nicht mehr ein halbes Jahr unsere Sicht auf die Landschaft grau filtere. Klimaerwärmung? Wohl schon.

Wäre er vielleicht plötzlich nicht mehr da, würde etwas fehlen. Für die einen der Garant für mystisch angehauchte Märchenlandschaften, die von Rittern und Geschöpfen aus fiktiven Realitäten träumen lassen. Und für die anderen die Projektionsfläche für ihren Herbst- und Winterblues, welche die gelegentlichen Sonnenstrahlen noch mehr geniessen lässt.