JugendArt Olten
Wenn Jugendstil auf JugendArt trifft...

In Zusammenarbeit mit der Pro Senectute Olten lockte die JugendArt zahlreiche Seniorinnen und Senioren zum Dialog mit den jungen Kunstschaffenden am Seniorentreff in die Schützi Olten.

Deborah Onnis
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Mit einem offenen Geist funktionierts: angeregte Gespräche zwischen zwei Generationen

Mit einem offenen Geist funktionierts: angeregte Gespräche zwischen zwei Generationen

Bruno Kissling

«Jugendstil meets JugendArt», so bezeichnete gestern Stefan Reichenbach, Fachstellenleiter Pro Senectute Olten, in seiner Begrüssung den Seniorentreff der JugendArt in der Schützi Olten. Als er von Stefanie Kurt, Organisatorin des Seniorentreffs, angefragt worden sei, bei einem generationsübergreifenden Event mitzumachen, habe er keine Sekunde gezögert, erzählt er seinem etwa 40-köpfigen Publikum. Nebst den OK-Mitgliedern der JugendArt und 5 der 17 Ausstellenden füllen 25 Senioren und Seniorinnen den Raum.

Neue Perspektive einnehmen

Neugierig schweifen die Besucher des ersten Seniorentreffs der JugendArt durch die Kunstausstellung der jungen Künstler. Dabei bleiben manche vor dem einen oder anderen Bild stehen und lassen die Werke auf sich wirken. «Es ist sehr spannend, eine neue Perspektive einzunehmen», sagt eine der Besucherinnen, die erstaunt eine Fotoreihe analysiert. Die Neugier habe sie hierher geführt, sagt die Seniorin, die von den Werken positiv beeindruckt scheint.

Aus einem anderen Grund fand die 72-jährige Anna Habegger aus Wangen ihren Weg zur JugendArt. Da sie selber Kunstschaffende sei, interessiere sie vor allem die von den Jungen angewendeten Techniken. Dabei denke sie besonders an den Einsatz der digitalen Technik. Weiter seien für sie Ausstellungen und Diskussionen immer Inspirationsquellen.

Mit einem offenen Geist

Auch Lisbeth Heubi (79) und Johanna Kaser (79) lassen die vielfältigen Werke mit einem offenen Geist auf sich wirken. Erwartet haben sie von den jungen Künstlern Tiefgründigkeit, Seriosität und Handwerk. Und ihrer zufriedenen Stimmung nach, scheinen sie dies auch gefunden zu haben. Allgemein sind die beiden von der Veranstaltung begeistert, welche auch «Initiative seitens der Jungen» zeige. «Und es ist toll, dass die Jungen auch etwas ohne ein elektronisches Tablet in der Hand machen», sagen die Seniorinnen, die offensichtlich die fassbare Kunst der JugendArt-Ausstellenden schätzen.

Arbeit anerkannt

Positiv sind auch die Eindrücke der jungen Ausstellenden, wie zum Beispiel des 22-jährigen Florian Amoser: «Ich finde es schön, die Meinung anderer zu hören.» Auch die 19-jährige Foto-Künstlerin Luana Siegrist schätzt eine Meinung, die einmal nicht aus ihrem Freundes- und Familienkreis stammt. Über ihre Fotografien diskutiert sie angeregt mit Liselotte Baumann, die sich am gestrigen Nachmittag extra für den Event freigenommen hat. Interessiert ist Baumann nicht nur an den Werken, sondern auch an deren Entstehungsgeschichte und an den Kunstschaffenden selbst. «Für die Jungen ist wichtig, dass ihre Arbeit auch anerkannt wird», sagt Baumann, die sich sichtlich an den farbenfrohen und ausdrucksstarken Bildern erfreut.

Aber nicht nur für das geistige Wohl war am Seniorentreff gesorgt, sondern auch für das leibliche. In der Mitte des Saals konnte bei Kaffee und Kuchen an einem der Tische über Kunst und die Welt diskutiert werden. Dank einer spontanen Initiative einer jungen Musikerin aus Gunzgen gab es zudem auch eine musikalische Einlage. Mit Gitarre, mit einer Handorgel und ihrem Jodelgesang musizierte sich Mandana Grossenbacher von der Bühne der Schützi in die Herzen der Senioren.