Olten
Weniger KV-Lernende ab 2015 im Stadthaus

Pro Jahrgang sind lediglich noch zwei Auszubildende auf der Verwaltung vorgesehen. Grund dafür: Die kaufmännische Ausbildung leidet unter der zu hohen Zahl an Auszubildenden.

Urs Huber
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Die Stadtverwaltung wird ab August 2015 noch zwei KV-Lehrlinge pro Jahrgang ausbilden.

Die Stadtverwaltung wird ab August 2015 noch zwei KV-Lehrlinge pro Jahrgang ausbilden.

Keystone

Der Stadtrat hat kürzlich beschlossen, die Zahl der Auszubildenden im kaufmännischen Bereich markant zu reduzieren. Dies nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus methodisch-didaktischen Gründen, wie die Stadtkanzlei auf Anfrage erklärt. Denn die Bilanz seit 2002, als man die Anzahl der KV-Lehrlinge kontinuierlich erhöhte und schliesslich bei deren sechs pro Jahrgang anlangte, zeigte ein nicht mehr vollumfänglich zufriedenstellendes Bild.

Was mit der seinerzeitigen Ausweitung von Lehrverhältnissen eigentlich «gut gemeint» war – nämlich möglichst vielen Schulabgehenden eine Lehrstelle anbieten zu können – schlug sich letztlich in einer nicht mehr ganz umfassenden und vertieften Ausbildung nieder. Selbst die im Zuge der Sparmassnahmen 2013 vorgesehene Reduktion von Lehrverhältnissen auf deren drei pro Jahrgang hätte daran nichts geändert.

Nicht optimale Konditionen

Optimale Ausbildungskonditionen konnten also nicht mehr für alle «Stifte» im gleichen Umfang garantiert werden. Warum? Eine der Ursachen liegt im Bereich Einwohnerkontrolle, welchem in der Branche «Öffentliche Verwaltung» eine grosse Bedeutung zukommt. Für die Dauer eines halben Jahres soll ein Lehrling dort vertieften Einblick erhalten. Das konnte nicht mehr gewährleistet werden. Rückmeldungen von Lehrabgängern hätten darauf schliessen lassen, dass das Manko der fehlenden Praxis auf dem Gebiet der Einwohnerkontrolle auch die Berufsaussichten schmälert, so die Stadtkanzlei. Vor allem dann, wenn sich diese um Stellen in kleineren und mittleren Gemeinden bewerben.

Erhöhter Aufwand

Den Entscheid zu weniger Lehrstellen gestützt haben mag auch die Tatsache, dass mit den KV-Reformen ein erhöhter Betreuungsaufwand für den Ausbildner einhergeht. Sparmassnahmen und damit verbundener Personalabbau führten dazu, dass immer weniger Abteilungen die Möglichkeit sahen, Lernenden einen Ausbildungsplatz zu bieten. Eine Abteilung, die nur widerwillig Lernende ausbilde, biete kein gutes Umfeld, bilanziert die Stadtkanzlei. Auch verweist die Stadt auf die Tatsache, dass die Wirtschaft künftig um Lernende buhle. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die Verwaltung eine umfassende Ausbildung im Gemeinwesen anbieten könne.

Der Stadtrat hat im Zuge seines Reduktionsentscheides auch jene Tätigkeitsfelder definiert, welchen für die Ausbildung in der Branche öffentliche Verwaltung/Gemeinden neben der Einwohnerkontrolle besonders relevant sind: Finanzen, Bau, Kanzlei mit Rechtsdienst sowie Personalwesen, Steuern, Soziales mit AHV. Er kommt so zum Schluss, dass eine optimale Ausbildungsqualität nur dann möglich sei, wenn die Lernenden alle sechs Monate die Abteilung wechseln könnten. Und dieser Anspruch werde bei zwei Lernenden pro Jahrgang erfüllt.

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