Olten

Weitere Kompostplätze sind in Betrieb, aber die Zahl ist abnehmend – das freut den Werkhof

Rose Marie Begert sitzt auf einer der sechs holzgerahmten Kompostkammern.

Rose Marie Begert sitzt auf einer der sechs holzgerahmten Kompostkammern.

Seit rund 40 Jahren betreut Rose Marie Begert den Kompostplatz beim östlichen Meierhof-Wohnblock.Das ist einer der zehn Kompostplätze, die in Olten noch in Betrieb sind. Deren Zahl ist abnehmend, was die Stadtverwaltung begrüsst.

Vor zwei Wochen schrieb diese Zeitung über den Quartierkompost Zelgli beim Oltner Sälischulhaus. Freiwillige kompostieren dort den Grünabfall der Nachbarschaft und setzen den durch Kompostierung entstandenen Humus wieder für ihre Gartenbeete ein (siehe Box unten). Es sei einer der letzten seiner Art in Olten, hiess es auf der Frontseite. Dem ist nicht so: Insgesamt 10 solcher Kompostplätze gibt es in der Stadt noch, heisst es auf Anfrage beim Werkhof. Vor zehn Jahren gab es noch deren 16; die Zahl ist abnehmend. «Das ist gut so», sagt Werkhofleiter René Wernli dazu. Warum? Die Stadt habe ein Interesse daran, dass aus Grünabfall Biogas produziert werde. Zudem kommt es gemäss Wernli immer wieder vor, dass der Werkhof bei den Kompostplätzen trotzdem Grünabfall mitnehmen muss – weil die Leute die Ware so abgeben, dass sie nicht kompostierbar ist. Sie enthält Plastik- oder Essensresten, die nicht brauchbar sind.

Frische Komposterde für die Blumenkistli am Balkon

Trotz des stetigen Rückgangs: Kompostplätze, die seit Jahrzehnten in Betrieb sind, gibt es noch. Ein Beispiel ist die Gartenanlage rund um den Meierhof-Block 4 der Eisenbahner-­Baugenossenschaft Kienberg-Olten. Dort kümmert sich Rose Marie Begert um den Kompost. Rund 100 Familien bringen ihren Grünabfall vorbei. «Für die Kompostierung geben wir nur etwas Steinmehl bei», sagt Begert. In rund zwei Jahren entsteht aus dem Grünabfall nach und nach frische Erde. Sechs holzgerahmte Kammern stehen für den Kompostprozess zur Verfügung. Diese werden jeweils mit einem Tuch abgedeckt, damit die Nährstoffe vom Regen nicht ausgeschwemmt werden. Immer wieder wird das Grünzeug von der einen zur nächsten Kammer geschaufelt. Eine anstrengende Arbeit, bei der die 75-Jährige inzwischen Hilfe braucht. Die Erde wird dann wieder im Garten eingesetzt oder die Bewohner gebrauchen sie für ihre Blumenkistli auf den Balkonen. Wie beim Quartierkompost Zelgli ist auch hier der Kreislauf geschlossen. Mehrmals pro Jahr kommt zudem der Werkhof vorbei und häckselt die Pflanzenreste kostenlos. «Das schätzen wir sehr.»

Seit 40 Jahren kümmert sich Begert um den Kompost bei ihrem Wohnblock. An die nationale «Kompost-Offensive», die in Olten auf grossen Widerhall stiess, erinnert sie sich gerne. Es sei «eine schöne Zeit» gewesen. Ihr Wissen konnte sie in Kursen vertiefen, oder es gab Ausflüge zu anderen Kompostplätzen. Das Nachwuchsproblem kennt aber auch sie. Derzeit kümmert sie sich mit zwei anderen Mithelfenden um den Kompostplatz. Die Jüngeren brächten zwar das Grüngut vorbei, zum Mithelfen hätten sie dann aber kaum Zeit, bedauert Begert. Nur am Holzentag im Herbst, wenn die Hecken und Sträucher zurückgeschnitten würden, habe es viele junge Leute dabei.

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