Seit Monaten kommt das Alters- und Pflegeheim Weingarten in Olten nicht aus den Schlagzeilen. Berichtete diese Zeitung im November 2016 bereits über angebliches Missmanagement einschliesslich heimlich verordnetem Sparzwang an der Personalfront und einem Willkürregime der Heimleitung, folgte im Juni in der Gewerkschaftszeitung «Work» der Unia ein weiterer Beitrag.

Darin war von mangelhafter Ernährung der Heimbewohner, fehlenden oder knapp gehaltenen sanitarischen Hilfsmitteln wie Windeln etc. die Rede. Ein Beitrag des SRF-Regionaljournals Aargau/Solothurn folgte.

Jetzt taucht das Thema erneut in den Medien auf: Am Dienstagabend berichtete die SRF-Sendung «Schweiz aktuell» über die angeblichen Missstände im Weingarten. Die Informanten blieben dabei meist anonym.

Lediglich die ehemalige Angestellte des Weingartens, Monika Flückiger, bekennt sich offen zu den Vorhalten. Sie wird in der Gewerkschaftszeitung zitiert und kommt auch – zusammen mit einer weiteren damaligen Auszubildenden im Weingarten – im Fernsehbeitrag zu Wort.

Im Beitrag dieser Zeitung vom November 2016 hatte die Heimleiterin Verena Hert zu den Vorhalten noch gesagt, manchmal passten Betrieb und Angestellte halt einfach nicht zusammen. Zudem wurden verteidigende Stimmen laut, nach denen das Kesseltreiben gegen den Betrieb Weingarten von unzufriedenen einstigen Mitarbeitenden ausgehe.

Kurze Stellungnahme

Die Heimleitung wollte und will sich zu den im TV-Beitrag erhobenen Vorwürfen nicht äussern. Walter von Känel als Präsident der für die Weingartenbelange zuständigen Verwaltungskommission der Bürgergemeinde Olten weist alle Anschuldigungen in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. «Die Vorwürfe sind absolut haltlos und ich weise sie in aller Form zurück.»

Und weiter: Es gebe keine Führungsschwäche im Heim und auch keine Hygieneprobleme. Der Betrieb werde professionell und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften geführt.

Mittlerweile haben die ehemaligen Angestellten auf Vermittlung der Gewerkschaft Unia ihre Klagen bei einer Aussprache mit Vertretern des kantonalen Amtes für soziale Sicherheit (ASO) vorbringen können.

Als Folge davon wurde eine externe Analyse des Betriebs im Weingarten angekündigt. Solche Audits nehmen in der Regel ein bis zwei Tage in Anspruch und werden von externen unabhängigen Fachkräften durchgeführt, wie Katharina Ryser auf Anfrage erklärt.

Ob die Heimleitung im Weingarten diese Analyse auf Anraten des ASO in Auftrag gibt oder gegeben hat, konnte gestern nicht in Erfahrung gebracht werden. Auf eine entsprechende Anfrage verwies Heimleiterin Verena Hert auf Walter von Känel. Der Vorsitzende der Verwaltungskommission war gestern für diese Zeitung allerdings nicht zu erreichen.

Aber: Nimmt das Heim Abstand von einer externen Analyse, wird diese vom ASO verfügt, wie Insider wissen.