Olten

Wehmut beim letzten Klostergarten-Adventsmarkt

Ade Klostergarten. Gestern Sonntagabend lag ein Hauch Wehmut über dem idyllischen Adventsmarkt im Oltner Klostergarten. Allen Besucherinnen und Besuchern war klar, dass nach Lichterlöschen Schluss ist und es den Adventsmarkt in Olten in dieser Art nicht mehr geben wird. Er fand an diesem Wochenende zum achten und letzten Mal statt.

43 Holzchalets mit geschnitzten Holzfiguren, Windlichtern oder Schutzengeln lockten auch in diesem Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an den Oltner Adventsmarkt im Klostergarten. Fackeln und Lichterketten säumen den Kiesweg, im hinteren Bereich des Marktes lodert ein Feuer in einer Feuerschale und wärmt Gross und Klein.

Auch für Verpflegung ist gesorgt: Diverse Stuben laden zum Verweilen und Aufwärmen ein. Es wird das letzte Mal sein, denn nach acht Jahren ist Schluss. An diesem Wochenende hat der Adventsmarkt zum achten und letzten Mal stattgefunden. «Geniessen» lautete demnach das Credo der Standbesitzer, Organisatoren und Besucher.

«Besondere Atmosphäre»

Dick eingepackt in Daunenjacken, Schals und Mützen und mit solidem Schuhwerk stehen oder sitzen die Standbesitzer in ihren Holzchalets. Bedienen, beraten die Kundschaft und verkaufen ihre Produkte.

Eine von ihnen ist Heidi Meier aus dem luzernischen St. Urban. Sie verkauft Weihnachtsdekorationen und findet es schade, dass der Markt im nächsten Jahr nicht mehr im Klostergarten stattfindet. «Die Atmosphäre ist so besonders im Garten. Man kann herunterfahren und die Hektik des Alltages vergessen», sagt sie. An einen anderen Ort zügeln mit ihrem Stand würde sie nicht, zu speziell sei es im Klostergarten.

Renate Sommer vom Oltner BerninaNähcenter war überrascht, als sie davon hörte. «Aber es gibt bestimmt wieder etwas anderes», ist Sommer, deren Stand-Premiere zugleich auch ihre Derniere ist, überzeugt. «Wir schauen mal, was kommt, wir werden sicher auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein.»

Auch Hanspeter Fingerle aus Herzogenbuchsee bedauert den Umzug. Allerdings aus einem anderen Grund: «Im Vergleich mit anderen Orten beträgt die Standmiete hier bloss die Hälfte», sagt der Imker, der seinen Stand zum dritten Mal betreibt. Deshalb würde er auch beim nachfolgenden Adventsmarkt mitmachen - wenn denn die Preise gleich bleiben würden.

Nicht nur Standbesitzer, sondern auch Besucher finden das Ende des Adventsmarkts im Klostergarten beklagenswert: Der Oltner Peter Aeberhard sagt: «Ja, sicher ist es schade. Es ist so heimelig hier.» Jacqueline Cordi aus der Nachbarsgemeinde Trimbach ist genau der gleichen Meinung: «Auf jeden Fall ist es schade, alle sind höflich hier und man hat Respekt voreinander». Tochter Sarah Cordi stimmt zu: «Hier ist es ruhig.»

Holzchalets sind Grund

Franziska Schneider aus Dulliken ist bereits zum fünften Mal mit ihrem Schmuckstand mit dabei. Allerdings mit einem Unterbruch: «Es ist obligatorisch, dass man nach drei bis vier Jahren eine Pause einlegt.» Auch sie bedauert das Ende und begründet ihre Gefühlslage mit der speziellen Ambiance. «Man fühlt sich hier wie in einer anderen Welt.»

Nur unter einer Bedingung wäre sie auch im nächsten Jahr wieder mit dabei: «Wenn die Stände erneut aus Holzhäuschen bestehen.» Ob dies der Fall sein wird, ist ungewiss, sind doch genau diese Holzhäuschen der Grund, warum der Adventsmarkt heuer zum letzten Mal im Klostergarten stattgefunden hat: Die Holzchalets stehen im nächsten Jahr nicht zur Verfügung.

Wie es weiter geht, ist derzeit noch unklar. Fest steht lediglich, dass auch im nächsten Jahr ein Adventsmarkt in Olten stattfinden wird.

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