Olten

Wegen Corona: Die Baslerstrasse ist früher als geplant flaniertauglich

Die Sanierung der Baslerstrasse Süd geht in Olten ihrem Ende entgegen. Terminplan und Budget konnten mehr als eingehalten werden.

Man hatte eigentlich damit gerechnet, die Sanierung der Baslerstrasse im Abschnitt Konradstrasse–Citykreuzung würde bis im Oktober 2020 dauern und rund 1,2 Mio. Franken verschlingen. Nun zeigt sich: Die Sanierungsarbeiten, zu denen auch die Erneuerungen von Werkleitungen zählten, werden Ende September rund einen Monat früher als geplant beendet sein.

«Es mag eigenartig klingen. Aber die Coronakrise und der damit verbundene Lockdown haben die Termine positiv beeinflusst», sagt Marcel Dirlam von der städtischen Baudirektion. Im Zuge des Lockdowns nämlich wurde die westliche Flanierseite der Baslerstrasse in einem Zug saniert, waren mehr Bautrupps vor Ort. «Das war darum möglich, weil damals wenig Publikumsverkehr zu verzeichnen war und die Geschäfte geschlossen blieben.»

Dass bei den Grabungsarbeiten auch ein mediterran anmutender Steinplattenboden aus römischer Zeit freigelegt wurden, brachte das Bauprogramm nicht durcheinander. «Wir vermuten jeweils, dass sich irgendein Fund ergibt», so Dirlam. Die Baslerstrasse beziehungsweise deren Unterbau gilt als Fundgrube für römische Preziosen. Auch werden die Arbeiten insgesamt günstiger ausfallen; gut 10 Prozent der einst prognostizierten städtischen Bausumme bleiben unangetastet.

Ein hübscher Strassenzug wartet

Einst brauste der Durchgangsverkehr über die Baslerstrasse; mit der Eröffnung der ERO und der Begegnungszone auf der Kirchgasse hat sich das Verkehrsaufkommen minimiert. «Deshalb wurde auch die Strassenbreite reduziert», so Dirlam.

Bei jetzt noch 6,5 Metern ist die Flanierzone dafür deutlich breiter worden. Bis zu 7 Meter beträgt sie jetzt. Davon dürfte die Aussengastronomie und der konsumfreie Aufenthalt profitieren. Exakt dafür hat man die Sanierung auch umgesetzt. Zudem schafft die Baslerstrasse im neuen Kleid eine attraktive Verbindung zu Innenstadt und Schützenmatte.

Dass auf der Westseite der einstigen Hauptverkehrsachse noch immer drei Parkplätze vorgesehen sind, macht die Flanierzone zur Konradstrasse hin zwar schmaler. Aber: Der vorgesehene Parkraum ist lediglich farblich markiert und fällt nicht durch einen Niveauunterschied besonders auf. «Der Flanierraum bleibt so optisch intakt», sagt Dirlam.

Veloparkplätze beidseits der Strasse

Auch für Veloparkplätze ist gesorgt. Im südlichen Bereich der Achse und im Bereich der Schnittstelle Baslerstrasse–Römerstrasse kommen Abstellgelegenheiten für Zweiräder zu liegen. Insgesamt 8 fest montierte Bügel geben Platz für 16 Fahrräder. Die Bügel können auch als Halterung des gesicherten Velos dienen. Auf der Ostzone sorgt eine achtköpfige Baumreihe für die Aufwertung hinsichtlich Stadtbild und Mikroklima.

Letztes ist auch im Zusammenhang mit der Kirchgasse, die ohne Bäume gestaltet wurde, immer wieder Thema der öffentlichen Diskussion. «Unter den gepflanzten Bäumen werden sich Wildbirnen, Amberbaum, Rotahorn oder etwa die Blumenesche befinden», weiss Stadtgärtner Walter Egger. Die Stadtgärtnerei wird Anfang Oktober auch für die Pflanzung der Bäume zuständig sein.

Für genügend Lebens- und Entwicklungsraum der Bäume ist dank besonders konstruierter Baumscheiben ebenfalls gesorgt. «Mehr Bäume waren nicht möglich, weil der Warenumschlag zu den Geschäften an der Strasse eben auch garantiert sein muss», räumt Dirlam ein.

Bushaltekanten klar verlängert

In beide Richtungen werden künftig zwischen Römerstrasse und Citykreuzung je zwei Bushaltekanten zur Verfügung stehen, um den Busverkehr möglichst schnell und ohne Rückstau abwickeln zu können. Die Citykreuzung vermittelt also weiterhin ein urbanes Gesicht, je tiefer man dagegen in die Innenstadt vordringt, desto besser wird die Aufenthaltsqualität, angenehmer die Atmosphäre. «Schön», nennt dies der Volksmund.

Schliesslich wird die Flanierzone des Projekt Baslerstrasse noch in diesem Jahr fertiggestellt. Dort wird die Deckschicht noch im September aufgetragen. «In Sonntagsarbeit», wie der Ingenieur Tiefbau betont. Es sei unter anderem auch eine Frage der Qualität, wenn der Belag in einem Zug aufgebracht werden könne. Der Deckbelag der Fahrbahn folgt dann nächstes Jahr. Schönes Olten.

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