Der Stadtrat wollte die beiden neuen Ausstellungen im Kunstmuseum Olten, die am 1. Juni eröffnet worden wären, nicht gefährden. Deshalb hat die Exekutive im Rahmen des Notbudgets mehrere Investitionen, darunter auch Ausgaben in Höhe von 100'000 Franken fürs Kunstmuseum, bewilligt. Nach der eingegangenen Beschwerde von SVP-Kantonsrat Rolf Sommer gegen das Ausgaben-Paket in Höhe von knapp fünf Millionen Franken hat der Stadtrat sofort alle beschlossenen Investitionen gestoppt. Zwar hat der Stadtrat kurze Zeit später entschieden, «die Ausstellungen angesichts der drohenden Einnahmeausfällen trotz der hängigen Beschwerde und mit Einschränkungen zu realisieren», wie es in der Mitteilung der Stadtkanzlei heisst.

Nun müssen die beiden geplanten Ausstellungen trotzdem auf Anfang nächstes Jahr verschoben werden. Es handelt sich dabei um die Ausstellung «Rendezvous», die Werke aus der Stiftung für Kunst des 19. Jahrhunderts gezeigt hätte, und den «Disteli-Dialog V» des Innerschweizer Künstlers, Kurators und Performers Hans Peter Litscher.

«Leider war es uns nach dem ersten Stadtrats-Entscheid, die Vorbereitungen wegen der Beschwerde zu stoppen, nicht mehr möglich, die verpasste Zeit aufzuholen», sagt die stellvertretende Museumsdirektorin Katja Herlach. Alle wichtigen Termine mit dem Leihgeber, dem Transporteur oder die Produktion der Einladungskarten seien abgesagt worden. Auch eine kurzfristige Verschiebung um ein oder zwei Wochen sei wegen Terminkollisionen und anderweitiger Verpflichtungen von Projektpartnern und Auftragnehmern nicht mehr möglich gewesen, heisst es in der Mitteilung.

Mit der Verschiebung der beiden Ausstellungen auf Ende Januar 2020 hat der Stadtrat einen finanziellen Schaden für die Stadt und das Kunstmuseum verhindert. Weil sich das Budget des Kunstmuseums zur Hälfte aus Geldern des kantonalen Lotteriefonds, von Stiftungen oder Gönnern zusammensetzt, hätten bei einer Absage in diesem vorgeschrittenen Stadium die bereits getätigten Ausgaben mit den Fremdfinanzierungen nicht mehr gedeckt werden können. Diese fliessen nämlich nur, wenn die Stadt ebenfalls Subventionen spricht und die Ausstellung auch tatsächlich durchgeführt wird.

Damit das Kunstmuseum in den beiden Monaten Juni und Juli nicht leer steht, wird die bestehende Ausstellung «Linck.Reloaded» und die dazugehörige Schaufenster-Ausstellung mit Gebrauchskeramik von Margrit Linck im Ex-Ladengeschäft Lederwaren Zimmermann bis zum 4. August verlängert. Die Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Elmar Trenkwalder in der Stadtkirche wird wie geplant nach dem Internationalen Museumstag vom kommenden Sonntag abgebaut. Die Neubespielung des Dienstraums, der Aussenstation des Museums auf dem Gleis 7 beim Bahnhof, kann indes realisiert werden. Ab Anfang Juni wird dort «Sergej’s World. Sergej Klammer kuratiert von Sandi Paucic» zu sehen sein.