Olten
Wegen Altlasten gilt weiterhin: Eile mit Weile

a.en kann Planung für neues Betriebsgebäude auf dem Färbi-Areal wieder aufnehmen; aber der Neubau wird frühestens 2018 stehen.

Jürg Salvisberg
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Noch haben die Anwohner der Solothurnerstrasse (hinten) freie Sicht auf das Färbi-Areal.

Noch haben die Anwohner der Solothurnerstrasse (hinten) freie Sicht auf das Färbi-Areal.

Jürg Salvisberg

Die Aare Energie AG kann die Planung für ein neues Betriebsgebäude auf dem ehemaligen Färbi-Gelände frisch lancieren. Das Verwaltungsgericht, das 2012 die Baubewilligung wegen des widerrechtlichen Rodens einer geschützten Hecke und des zu geringen Gewässerabstands zur Dünnern aufgehoben hatte, gibt grünes Licht. Es hiess den neuen Erschliessungsplan «Werkhofstrasse Nord» gut. Gegen die fünfeinhalb Jahre nach der Ortsplanungsrevision erfolgte Planerneuerung, die insbesondere mit der aufwendiger als erwarteten Altlastensanierung begründet wurde, hatte Paul Büttiker Beschwerde geführt. Der an der Solothurnerstrasse, auf der anderen Seite der Dünnern wohnhafte Nachbar hatte bereits das erste Baugesuch der a.en bekämpft.

In seiner Beschwerde ans Verwaltungsgericht ging Büttiker davon aus, dass das Ausmass der Bodenbelastung schon zur Zeit der Ortsplanungsrevision im Jahr 2008 bekannt gewesen sei. Jedenfalls sei ihm nie die Unkenntnis darüber mitgeteilt worden. Deshalb verletze der neue Nutzungsplan das Gebot der Planbeständigkeit. Ausserdem hätte dazu ein Mitwirkungsverfahren durchgeführt werden müssen. Der Einsprecher beanstandete ferner, dass die Stadt zumindest jenen Teil der Hecke hätte wiederherstellen müssen, der auf der nicht sanierungspflichtigen Fläche gestanden habe. Büttiker bestritt auch die Zweckmässigkeit der im Sanierungsbereich angestrebten Bodenversiegelung. Darüber hinaus kritisierte er die Verletzung des rechtlichen Gehörs und fehlende vollumfängliche Akteneinsicht.

Ersatz für Hecke bewilligt

Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde ab und bestätigte damit die Meinung der Vorinstanzen in allen Punkten. Die Altlastensanierung und die umweltrechtlich notwendige Verlegung der Hecke seien valable Gründe für eine Planänderung, argumentieren die Richter, obwohl sie in ihrem ersten Urteil noch die Wiederherstellung der rechtswidrig beseitigten Hecke verlangt hatten. Indem für die gerodete Hecke andernorts auf dem Areal ein leicht grösserer Ersatz geschaffen werde, erfahre die ökologische Situation vor Ort eine Aufwertung. Das Verwaltungsgericht wies auch den Vorwurf zurück, das geplante 20 m hohe Gebäude könne einen unzulässigen Schattenwurf auf das über 30 m entfernte Nachbarhaus verursachen.

Dennoch glaubt Paul Büttiker, dass sich der juristische Marathon bisher gelohnt hat. Der Abstand von 12 Metern, den Bauten zur Dünnern aufweisen müssten, sei erneut bestätigt worden. Obwohl die Dünnern in diesem Abschnitt stark verbaut ist, hält sie das Verwaltungsgericht nicht für einen Kanal, was eine 5-Meter-Distanz erlauben und die Besonnung der Umgebung stärker einschränken würde. Büttiker will einen zonenkonformen Neubau nicht verhindern: «Ich wehre mich keineswegs gegen ihn als solches, sondern gegen die übermässige Gewährung von Ausnahmebewilligungen. Es wird interessant sein, zu sehen, ob im neuen Baugesuch der Dünnernabstand auch berücksichtigt wird.»

Kein Neubau vor 2018

Befriedigt nahm man das Urteil bei der städtischen Baudirektion zur Kenntnis. Leiter Adrian Balz betont, die Altlastensanierung habe das Projekt an sich nie gefährdet. Dennoch bringt sie es mit sich, dass beim Bau des Betriebsgebäudes weiter Eile mit Weile angesagt ist. «Wir rechnen damit, dass wir 2016 ein neues Baugesuch einreichen», sagt Beat Erne. Der a.en-Kommunikationsleiter erklärt, dass das Unternehmen nicht das alte Baugesuch aus der Schublaude zaubern könne, da es Platz für rund 20 Mitarbeitende mehr einplanen müsse. «Das heisst nicht, dass es doppelt so gross wird.» Im neuen a.en-Betriebsgebäude sollen die Verwaltung, der Werkhof für Gas und Wasser in der Oltner Rötzmatt, der Werkhof Strom in Dulliken sowie einzelne Aussenlager zusammengeführt werden. Erne geht im für die Firma besten Fall davon aus, dass der Neubau 2018 steht.