Depressiv
Was geht in einem suizidgefährdeten Menschen vor?

«Depression beraubt einen der Fähigkeit, Empathie zu empfinden», sagt der Oltner Autor Daniel Göring aus eigener Erfahrung. Er weiss auch, wieso Depressive Meister der Tarnung sind.

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Andreas Lubitz, der letzte Woche die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord über Südfrankreich zum Absturz brachte, war wegen Selbstmordgefahr in psychotherapeutischer Behandlung. Das gab die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Montag bekannt.

Auch Daniel Göring wollte sich schon einmal umbringen. Der Oltner Autor war lange Zeit depressiv. «Es fiel wie eine fremde Macht über mich her», sagt er gegenüber dem Regionalsender «TeleM1». Er sei sich wie in einem Vakuum vorgekommen. Er habe weder vor noch zurück gewusst. Er habe einzig gewusst, dass er aus dieser Situation heraus wolle.

Ende Dezember 2012 nahm er Medikamente, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Er wurde aber gefunden und ins Spital gebracht.

Göring schrieb ein Buch über seine Erfahrungen. Er weiss: «Eine Depression beraubt einen der Fähigkeit, Empathie zu empfinden.» Meist würde das Umfeld auch nicht mitbekommen, dass sich jemand umbringen will. «Wenn sich jemand entschlossen hat, sich umzubringen, versucht er, möglichst unauffällig zu bleiben.»

Der Oltner Autor hat seine Depression überwunden. Er setzt sich nun dafür ein, dass über die Krankheit und Suizidgedanken gesprochen wird. (ldu)