Olten

Warum gibts hier keinen Zebrastreifen? Trottoir vor Rötzmatttunnel führt ins Nichts

Hier fehlt eigentlich nur der Zebrastreifen. Das Problem: Das Trottoir links führt nirgends hin.

Hier fehlt eigentlich nur der Zebrastreifen. Das Problem: Das Trottoir links führt nirgends hin.

Auf der Kreuzung vor dem Rötzmatttunnel wäre für die Fussgänger aus Olten SüdWest eigentlich nur ein Zebrastreifen nötig, um in die Stadt zu gelangen. Doch wieso wurde dieser nicht realisiert?

Das Oltner Gemeindeparlament hat es zwar letzten Donnerstag abgelehnt, auf der Kreuzung vor dem Rötzmatttunnel die Fussgänger zu priorisieren: Es soll keine durchgängige Grünphase über den Zebrastreifen der Umfahrungsstrasse und denjenigen des Rötzmattwegs geben. Der Hauptgrund für die Ablehnung war, dass die Leistungsfähigkeit der Kreuzung nicht geschmälert werden soll, wenn die Autos in mehrere Richtungen stillstehen müssten.

An der Parlamentssitzung kam aber auch die Frage auf, warum damals bei der Aufwertung des Rötzmatttunnels im Rahmen der neuen Umfahrung ERO nicht der direkte Weg mit nur einem Zebrastreifen vom Quartier Olten SüdWest zum Rötzmatttunnel gewählt wurde (siehe Foto). Die Mittelinsel auf der Umfahrungsstrasse würde bereits bestehen.

Die Antwort von Stadtplaner Lorenz Schmid: Weil es im Rötzmatttunnel zuwenig Platz gibt, um auf beiden Seiten je einen Fussgänger- und Velostreifen zu realisieren, mussten sich die Verkehrsplaner für je nur einen Velostreifen und ein Trottoir entscheiden. Der Hauptgrund, wieso der Velostreifen im Rötzmatttunnel nun stadtauswärts führt: Wegen der Stausituation, die sich vor der Ampel ergeben kann und so der Mischverkehr zwischen Auto und Velo weniger gut funktionieren würde als auf der Fahrbahn stadteinwärts. Das hatte zur Folge, dass das Trottoir auf der anderen Seite des Rötzmatttunnels stadteinwärts platziert werden musste. So wurde die direkte Verbindung über die Umfahrungsstrasse mit nur einem Zebrastreifen für Fussgänger aus Olten SüdWest nicht realisiert, sondern die Variante mit zwei Zebrastreifen über Rötzmattweg und Umfahrungsstrasse.

Kanton verweigerte finanzielle Unterstützung

Wäre hingegen der Rötzmatttunnel von 9 auf 18 Metern verbreitert worden, wie das ursprünglich geplant war, hätte es die direkte Verbindung gegeben. Dann wäre nämlich genügend Platz vorhanden gewesen für beidseitige Velospuren und Trottoirs sowie eine separate Rechtsabbiegespur stadtauswärts. Weil der Kanton es ablehnte, das Ausbau-Projekt ins ERO-Programm aufzunehmen, hätte die Stadt die geschätzten Kosten von 17,9 Millionen Franken selbst tragen müssen. Der Stadtrat entschied daher 2009, das Projekt fallen zu lassen. Die Exekutive betrachtete einen allfälligen verbreiterten Rötzmatttunnel allerdings nie als Alternative für die Stadtteilverbindung Hammer.

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