Wangen bei Olten
Gemeinde will attraktivere Unterführung für 7,6 Millionen Franken bauen

Wangen bei Olten plant nicht nur ein neues Dorfzentrum, sondern möchte auch die Langsamverkehrsverbindung der beiden Dorfteile aufwerten: Die neue Personenunterführung kostet 7,6 Millionen Franken.

Fabian Muster
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Neben dem neuen Dorfzentrum beabsichtigt Wangen bei Olten ein weiteres Projekt, das die beiden Dorfteile Klein- und Grosswangen besser miteinander verbinden soll: den Neubau der Personenunterführung beim Bahnhof. Während für das neue Dorfzentrum vor allem Investoren in die Tasche greifen sollen (wir berichteten), ist die neue Verbindung für Velos und Fussgänger ein Projekt, für das die Gemeinde einen grösseren Anteil selbst bezahlen muss. Brutto 7,6 Millionen Franken sind für die leicht nach Westen verlegte Unterführung veranschlagt. Mit einer Million Franken werden sich die SBB daran beteiligen, die gleichzeitig den Perronaufgang zu den Geleisen barrierefrei gestalten. Das Agglomerationsprogramm Aareland 4. Generation soll gemäss Gemeinderat zwischen 30 und 50 Prozent an die Projektkosten beitragen. Der Gemeindeanteil würde so noch zwischen 3,3 und 4,62 Millionen Franken betragen. Geplant ist die Umsetzung des Projekts ab 2025. Nächsten Mittwoch wird das Vorhaben an der Gemeindeversammlung behandelt. Weil es aber die Finanzkompetenz des Organs überschreitet, wird die Stimmbevölkerung über das Projekt am 13. Juni auch an der Urne befinden.

Die Unterführung ist neu durchgängig 6 Meter breit.

Die Unterführung ist neu durchgängig 6 Meter breit.

Visualisierung zVg

«Die Chancen stehen gut, dass die angestrebten Subventionen des Agglomerationsprogramms fliessen», sagt Gemeindepräsidentin Daria Hof auf Anfrage. Der Kanton habe das Vorhaben geprüft und mündlich mitgeteilt, dass es «ein sehr gutes Projekt» sei. Wie sich die neue Personenunterführung auf den Steuerfuss auswirkt, ist noch nicht klar. In der Einladung zur Gemeindeversammlung heisst es, dass «Nettoinvestitionen überwiegend mit einer Neuverschuldung zu decken sind». Der Steuerfuss werde aber permanent geprüft, «eventuell ist zeitweise eine Erhöhung um 5 bis 10 Steuerprozentpunkte notwendig». Hof sagt dazu ergänzend:

«Die neue Personenunterführung stemmt die Gemeinde mit einer Neuverschuldung.»

Nicht mehr möglich sei dies hingegen mit den ebenfalls nötigen Investitionen in zusätzlichen Schulraum: Weil das Schulhaus Hinterbüel ausgebaut werden soll und ausserdem eine neue Doppelturnhalle mit Festbetriebsmöglichkeit ein Thema ist. Die dafür nötigen Investitionen werden derzeit mit 12 bis 18 Millionen Franken angegeben.

Die neue Unterführung hat gegenüber der bisherigen mehrere Vorteile: Sie ist breiter – statt 2,80 Meter durchgängig 6 Meter; der Mischverkehr weicht getrennten Verkehrsbereichen für Velofahrer und Fussgänger; zudem wird die Rampe nordseitig weniger steil und entspricht so den Vorgaben des Schweizerischen Verbandes für Strassen- und Verkehrsfachleute und dem Behindertengleichstellungsgesetz. Aus diesem Grund ist auch eine Verschiebung der neuen Unterführung nach Westen nötig: So gibt es genügend Platz, um die Rampe flacher zu gestalten. Die neue Unterführung wird so 25 Meter länger und misst neu 110 Meter inklusive Rampen. Zugleich hat der Neubau den Vorteil, dass die alte Unterführung während der Bauzeit weiterhin genutzt werden kann und kein Provisorium notwendig ist. Mit der neuen Unterführung soll auch das Sicherheitsgefühl erhöht werden: Sie ist besser beleuchtet, auch mit natürlichem Licht, und wirkt mit den breiteren Ausmassen übersichtlicher.

Der Eingang der Unterführung von Süden aus gesehen. Rechts davon gibt es neue überdachte Veloabstellplätze.

Der Eingang der Unterführung von Süden aus gesehen. Rechts davon gibt es neue überdachte Veloabstellplätze.

Visualisierung zVg

Mit den 7,6 Millionen Franken sind weitere Massnahmen vorgesehen. So wird der Platz vor dem nördlichen Eingang der Unterführung mit Bäumen und Sitzbänken neu gestaltet. Der Bereich zwischen Dorfstrasse bis zur heutigen Glassammelstelle am Bahnhofplatz wird zur verkehrsberuhigten Begegnungszone mit Vortritt für die Fussgänger. Beim Südausgang der Unterführung werden ferner mehr Veloabstellplätze als bisher erstellt, die neu auch gedeckt sein werden. Nicht zuletzt wird so die Verlegung der Bushaltestelle Danzmatt in Fahrtrichtung Olten an die Umfahrungsstrasse finanziert. Damit soll der ÖV attraktiver werden, weil die Wege an den Bahnhof kürzer sind.

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