Wangen bei Olten
Es gibt viel Goodwill zum Neubau der Unterführung, aber auch ein paar kritische Fragen

Die Wangner Gemeindeversammlung unterstützt einen Neubau der Unterführung – das letzte Wort aber hat das Stimmvolk an der Urne.

Fabian Muster
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So soll die neue Unterführung dereinst aussehen.

So soll die neue Unterführung dereinst aussehen.

Visualisierung: zVg

Wangen bei Olten will eine neue Unterführung für 7,6 Millionen Franken bauen (wir berichteten). An der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend stiess dieses Vorhaben mehrheitlich auf Wohlwollen: Die Anwesenden unterstützten den Neubau mit 57 Ja zu 20 Nein bei 4 Enthaltungen klar. Das Geschäft kommt nun obligatorisch am 13. Juni an die Urne, weil die Gemeindeversammlung nur Vorhaben bis zu einer Finanzschwelle von 1,5 Millionen Franken abschliessend behandeln darf.

Gemeindepräsidentin Daria Hof rührte für das Projekt die Werbetrommel und verkaufte die Investition als «ein Ausbau in einen attraktiven Standort». «Die Entwicklung des Dorfes darf sich nicht nur in die Sanierung bestehender Anlagen beschränken.» Zudem sei das Projekt eine «absolut einmalige Chance, um es mithilfe von SBB, Bund und Kanton mitfinanzieren zu lassen». Die Bundesbahnen erneuern gleichzeitig den Bahnhof, machen ihn barrierefrei und zahlen daher 1 Million an die Erstellung der neuen Rampe, die von der Unterführung zu den Perrons führt. Zudem schätze der Kanton das Projekt als so gut ein, dass er beim Agglomerationsprogramm Aareland 4. Generation eine minimale Förderung von 35 Prozent beantragt. «Das stimmt mich zuversichtlich», sagt Hof.

In der anschliessenden rund einstündigen Fragerunde waren die Finanzen mehrfach ein Thema. So wurde von einer Votantin gefragt, ob das Projekt auch teurer werden könne. Dies musste Florian Wüthrich, Ressortleiter Finanzen, bejahen: «Weil das Vorhaben noch mit einer Unsicherheit von plus/minus 20 Prozent behaftet ist, kann es auch über 9 Millionen kosten, natürlich aber auch weniger als die vorgesehenen 7,6 Millionen.» Auf die Frage, ob auch die bestehende Unterführung saniert werden könne, sagte Bauabteilungsleiter Mirco Pittroff, dass dies zwar möglich sei, aber dann die Gelder der SBB und des Agglomerationsprogramms nicht fliessen würden.

«Am Schluss kostet die Sanierung für die Gemeinde gleich viel wie eine Erneuerung.»

Und Hof ergänzte, dass die Gemeinde das Projekt nicht realisiert, wenn die angedachten Fördergelder von Bund und Kanton nicht dazukommen. Eine finanzielle Beteiligung von Investoren, die das neue Dorfzentrum finanzieren sollen, schloss Hof hingegen aus.

Auch die angedachte Steuererhöhung gab zu Diskussionen Anlass: So erwiderte Hof auf die Frage, wie lange und wie hoch diese ausfallen müsse: «Das ist derzeit Kaffeesatzlesen.» Die Gemeinde will in den nächsten zehn Jahren Investitionen von bis zu 25 Millionen Franken tätigen, darunter befindet sich auch ein Ausbau des Schulhauses Hinterbüel inklusive neuer Zweifachturnhalle. Für die Finanzierung der Unterführung will die Gemeinde gemäss Hof aber auf eine Steuererhöhung verzichten. Nicht erhoben hatte die Gemeinde, wie stark die bisherige Unterführung genutzt wird. Hof verwies auf die «rund 150 Schülerinnen und Schüler pro Tag» und dass die Unterführung die einzige Verbindung für Fussgänger und Velos sei zwischen Gross- und Kleinwangen.

Das Projekt stiess bei den Anwesenden aber auch auf viel Goodwill: Es sei «ganz toll», sagte ein Bürgerin; es sei nötig, dass etwas getan werde, ein anderer.

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