Oensingen

Wärmeverbund Oensingen: Eine Holzheizung für 550 Wohnungen

Die neue Heizzentrale steht in der Brüggmatt auf dem Areal der Bürgergemeinde. ARO

Die neue Heizzentrale steht in der Brüggmatt auf dem Areal der Bürgergemeinde. ARO

Eigentlich sollte die Heizzentrale des Wohnparks Leuenfeld mit Beginn der Heizsaison in Betrieb genommen werden. Doch es kam zu Verzögerungen. Jetzt ist es so weit: 550 Wohnungen sind angeschlossen.

Eigentlich hätte sie mit Beginn der Heizsaison in Betrieb gehen sollen, die Heizzentrale des neuen Wärmeverbundes Oensingen, erbaut in der Brüggmatt auf dem Areal des Forstwerkhofs der Bürgergemeinde. Kurz vor Weihnachten war es dann so weit: 250 Wohnungen im Leuenfeld wurden am Verbund angeschlossen. Warum diese Verzögerung? «Ganz ursprünglich wäre sogar Herbst 2013 das Ziel gewesen», antwortet Urs Berger, Präsident der Bürgergemeinde, die hinter dem Projekt steht.

«Frieren musste niemand»

«Weil der Wohnpark Leuenfeld so schnell Erfolg hatte, sollte es dann auch mit der Heizung schneller gehen. Aber eine so grosse Anlage zu Planen und zu Bauen braucht eben Zeit.» Änderungen wegen Einsprachen gegen den Gestaltungsplan seien relativ schnell bereinigt gewesen, führt Berger aus. Probleme machte die 350 Meter lange Wärmeleitung. Zuerst mussten sie andernorts durchgeführt werden als geplant, dann gabs Differenzen mit den Kantonsbehörden. «Aber jetzt läuft die Heizung. Frieren musste niemand, man konnte überbrücken.»

Bauherrschaft dazu verpflichtet

Die Idee, von einer grossen Zentrale aus zu heizen, hatte Bürgergemeindepräsident Urs Berger 1985, als im Schulhaus Oberdorf auf Wunsch der Bürgergemeinde die erste Holzschnitzelheizung und zwei Jahre später eine solche in der Überbauung Post-Center eingebaut wurde. Die Bürgergemeinde arbeitete in der Folge auf den Bau eines grösseren Wärmeverbundes hin.

Im Leuenfeld erwarb sie etwas über drei Hektaren Land, das sie in den Planungsperimeter für den neuen Wohnpark einbringen konnte. Die Käuferin des Baulandes, die Schmid Gruppe aus Ebikon, musste sich verpflichten, die Neubauten mit Holz zu beheizen. Nun sind 250 Wohneinheiten angeschlossen, bis Ende 2012 dürften es 315 und im Endausbau gar 550 sein.

Gemeinschaftswerk mit AEK

Wie Urs Berger erklärt, ist der Bau des Verbundes ein Gemeinschaftswerk von AEK Energie AG, Solothurn, und der Bürgergemeinde. Man habe gewusst, dass Bau und Betrieb einer grösseren Anlage mit eigenem Verbundnetz viel Know-how benötigen. Die beiden Parteien beteiligen sich je zur Hälfte an den Investitionskosten von fünf Millionen Franken für die Heizzentrale. Für die Fernwärmeleitungen kommt dagegen die Bürgergemeinde alleine auf und sie erhält dafür von der AEK eine verbrauchsabhängige Rückvergütung. Holzlieferant ist die Bürgergemeinde.

Sie wird anfangs jährlich 3700 Schüttraummeter (srm) Holzschnitzel und im Endausbau etwa 6200 srm pro Jahr liefern. Bereits 2012 soll eine weitere Fernwärmeleitung ins Zentrumsgebiet folgen, vorerst zum geplanten Roggenpark. Weitere Möglichkeiten bieten sich für den Bienken-Saal, das Feuerwehrmagazin und das Post-Center an. Bereits sind auch Planungsarbeiten für eine Erweiterung des Verbundes bis zur Kreisschule Bechburg im Gange.

Mit Blick auf Energiestadt-Label

Das prestigeträchtige Projekt wird auch von der Einwohnergemeinde vollumfänglich unterstützt. Sämtliche laufenden Planungen von öffentlichen Bauten und Ortsteilen – und vor allem die aktuelle Ortsplanungsrevision von Oensingen – beziehen die Überlegungen mit ein, die Energie für Wärme und Warmwasser künftig, soweit möglich und wirtschaftlich vertretbar, über den neuen Wärmeverbund zu beziehen.

Damit werden nicht zuletzt wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die im September 2012 anstehende Erneuerung des Labels «Energiestadt» sicherzustellen und die Vorbildfunktion der Gemeinde in der Energiepolitik darzulegen. (Mitarbeit: wak)

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