Vorstoss Wettstein
Soll Oltner Stadtrat Kunstschaffenden unter die Arme greifen?

Felix Wettstein findet, die öffentliche Hand könnte Corona bedingte Erwerbsausfälle von Künstlerinnen und Künstlern teilweise kompensieren.

Urs Huber
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Studio K3: Hier können eingeladenen Kunstschaffende ihre Werke trotz erschwerter Bedingungen analog präsentieren und über die digitale Plattform zu verkaufen.

Studio K3: Hier können eingeladenen Kunstschaffende ihre Werke trotz erschwerter Bedingungen analog präsentieren und über die digitale Plattform zu verkaufen.

zvg

«Ist der Stadtrat bereit, von Künstlerinnen und Künstlern der visuellen und bildenden Künste, welche in Olten wohnen, aus Olten stammen oder zu Olten eine spezielle Beziehung haben, zusätzliche Werke zu erwerben?» Anfang Januar hatte Felix Wettstein (Grüne) eine kleine Anfrage an der Stadtrat gerichtet. Darin deutete der Parlamentarier an, dass die Kulturschaffenden in der Pandemiezeit auf spezielle Weise betroffen seien.

Arbeiten schon, aber ausstellen?

«Sie können zwar an ihren Werken arbeiten, aber sie haben kaum Gelegenheit auszustellen», so Wettstein. Nach seiner Vorstellung habe die öffentliche Hand die Möglichkeit, diese Ausfälle teilweise zu kompensieren, indem sie

«den Künstlerinnen und Künstlern mehr Werke abkauft, um sie in öffentlichen Gebäuden aufzuhängen beziehungsweise im öffentlichen Raum aufzustellen.»

Und um die Intention zu verdeutlichen, reicht Wettstein gleich eine zweite Frage hinterher: «Kann sich der Stadtrat vorstellen, zu diesem Zweck das Konto 3113.3119.01 für das im Budget 2021 15'000 Franken eingestellt sind, zu erhöhen und einen Nachtragskredit zu beantragen?»

Antwort fällt zurückhaltend aus

Die Antwort des Stadtrates: eher defensiv. Wie Stadtpräsident Martin Wey zu verstehen gibt, sei die Möglichkeit des Kunstmuseums Olten, Bilder zu erwerben, aus finanziellen Gründen sehr eingeschränkt. Dieses werde in dieser Angelegenheit verdankenswerterweise – neben dem Kunstverein und den Freunden des Kunstmuseum – auch von privaten Gönnern unterstützt. Ankäufe von Kunstwerken müssten mit der Strategie und den personellen Ressourcen des Kunstmuseums abgestimmt sein. «Es macht wenig Sinn, dass im Zeichen der kleinen Anfrage eine ‹separate› Sammlung aufgebaut und betrieben wird», so Wey weiter. Der Input des Vorstosses werde somit in die Sammlungstätigkeit des Kunstmuseum eingebracht, «wo er – bei Bedarf auch mittels eines Nachtragskredites – weiterverfolgt wird.»

Kunstmuseum ist bereits aktiv in dieser Richtung

Im Weiteren führt der Stadtpräsident an, das Kunstmuseum habe bereits selber die Initiative ergriffen. Seit Ende November letzten Jahres sei das Zürcher Projekt «Studio K3» für ein ganzes Jahr im Kunstmuseum Olten zu Gast. Das während des Lockdowns im März initiierte Projekt gebe eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, «ihre Werke trotz erschwerter Bedingungen analog zu präsentieren und über die digitale Plattform zu verkaufen.» Dabei würden auch Kunstschaffende aus der Region die Möglichkeit erhalten, von dieser Initiative zu profitieren, so Wey in seiner Antwort.