Mietzinsvergleich
Vor allem grosse Wohnungen sind in Olten teuer

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Blick auf die Stadt Olten.

Blick auf die Stadt Olten.

Bruno Kissling

Wo wohnt es sich am günstigsten am Jurasüdfuss? In Aarau (21'750 Einwohner), Zofingen (11'800), Solothurn (17'000) Grenchen (17'600) oder etwa in Olten (19'200)? Vier Städte in näherer Nachbarschaft hat diese Zeitung zum Vergleich mit der Dreitannenstadt herangezogen. Der Vergleichsdienst Comparis hatte zu Beginn des Jahres 230'000 Wohnungsinserate untersucht, die zwischen Anfang 2018 und Ende 2019 publiziert worden waren. Comparis hat dieser Zeitung die Daten auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Unschwer zu erkennen: Olten ist nicht die günstigste Wohnstadt. Grenchen dagegen scheint ein regelrechtes Mieterparadies zu sein. In allen Wohnungseinheiten hält die Stadt im Leberberg die günstigsten Angebote bereit. Dies bei einem Leerwohnungsbestand von knapp 2 Prozent, dem zweithöchsten unter den fünf Städten. Lediglich Olten liegt mit 3 Prozent noch höher; seit 2015 (1,07) hat sich der Wert fast verdreifacht; die Entwicklung fällt mit der Eröffnung des Wohnquartiers Olten SüdWest zusammen.

Immerhin: Im Vergleich zur Stadt Zürich, wo eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit dem Medianwert von satten 2500 Franken Miete ausgewiesen wird, sind die fünf Städte am Jurasüdfuss geradezu billig. Rund 1000 Franken pro Monat müssen Mieterinnen und Mieter Oltens weniger ausgeben; noch 800 Franken beträgt die monatliche Differenz zwischen Zürich und Aarau, der teuersten der fünf Jurasüdfussstädte in diesem Wohnungssegment. Die eruierten Mietkosten verstehen sich jeweils als Medianwert. Das ist jene Schwelle, über der und unter der gleich viel teurere beziehungsweise günstigere Wohnungen zu liegen kommen. Gemäss Comparis ist der Medianwert die aussagekräftigere Grösse als etwa die Höhe des Durchschnittsmietzinses.

Das Städteranking von Comparis weist aus, dass Olten weder im positiven noch im negativen Bereich eine Spitzenposition einnimmt. Ganz im Gegensatz zu Aarau: In 7 der 12 Wohnkategorien weist die Hauptstadt des Aargaus die höchsten Mieten auf. Solothurn (Leerwohnungsbestand: 0,91) und Zofingen (1,03) teilen sich die verbleibenden ersten Plätze. Die beiden Städte weisen mit Aarau (0,98) auch die tiefsten Wohnungsleerstände unter den fünf Städten aus.

Vielleicht haftet dem Umstand, dass Olten im Bereich der 2- und 3-Zimmer-Wohnungen nach Grenchen die günstigsten Mieten aufweist, eine gewisse Zufälligkeit an. Dennoch sind die Unterschiede zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Solothurner Städten noch immer markant: Oltner 2-ZimmerWohnungen sind 177 Franken teurer pro Monat, 3-ZimmerWohnungen 200 Franken. Auffällig: Je grösser die Wohnungen, desto städtischer, sprich teurer präsentiert sich der Wohnungsmarkt in Olten: Ab der 4,5-Zimmer-Wohnung werden, abgesehen von der 6-ZimmerWohnung, die zweithöchsten Mieten notiert.

Zur Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen», die im Februar zur Abstimmung kam, haben alle fünf Städte Nein gesagt: Den höchsten Nein-Stimmenanteil wies Grenchen auf (65,9 Prozent), während Solothurn (51,6) und Olten (50,14) die Vorlage knapp verwarfen. Zofingen und Aarau lagen mit 59,1 beziehungsweise 54,2 Prozent relativ nahe beim schweizweiten Nein-Stimmenanteil von 57,1 Prozent. (hub)