Olten

Von Haifischzähnen und Öpfuchüechli

Am Internationalen Museumstag zog ein verführerischer Duft von Öpfuchüechli durch die Kirchgasse in Olten. Es wurde aber auch gemalt und fotografiert, Führungen wurden angeboten, und Kinder durften sich als Steinzeitköche versuchen.

Unter der fachkundigen Anleitung von Regula Higi und Silvia Nigg bereiteten Kinder im Slowmobil Öpfuchüechli zu. Das Schneiden und Bemehlen der Äpfel, die Herstellung des Teigs und das Mischen von Zimt und Zucker fand in Gruppen von acht Besucherinnen und Besuchern im Primarschulalter statt.

Die neunjährige Melanie aus Neuendorf hilft auch ihrer Mutter zu Hause beim Kochen. Die Apfelküchlein haben ihr Lust gemacht, dieses heute nicht mehr so bekannte Gericht auch daheim zuzubereiten.

Zauberin in der Küche

Der zwölfjährige Fatlum will das eigentlich nicht. Ein schöneres Kompliment könnte er aber seiner Mutter nicht machen: Sie sei eine Zauberin in der Küche.

Die zwölfjährige Lea aus Neuendorf war auch mit grosser Leidenschaft bei der Sache. Sie half den kleineren Köchen bei den diversen Arbeiten und war auch voller Tatkraft dabei, als es um den Abwasch ging. Ihr Lieblingsessen ist Pizza und normalerweise backt sie Kuchen. Aber Apfelküchlein stehen sicher schon bald auf dem Programm.

Nicht nur das Slowmobil passt zur laufenden Ausstellung über den Apfel im Naturmuseum. Katharina Lienhard aus Bern spielte Theater für die Kleinen. Das Stück «Granny Smith» spielt in Afrika. Heiss und trocken ist es dort, und die Tiere haben Durst. Mit einfachen Körperbewegungen stellt Lienhard einen Elefanten oder einen Affen dar, aber auch das graziöse Zebra oder die behäbige Schildkröte haben ihren Anteil an der Suche nach Nahrung.

Schlemmerei für alle Sinne

Der diesjährige Museumstag versprach eine Schlemmerei für alle Sinne. Und dieses Versprechen wurde eingelöst. Im Historischen Museum durfte man aus Ton sein eigenes Denkmal formen. «Einisch richtig dräckele» kommentierte ein Vater das Werk seiner Tochter. Im archäologischen Museum durfte man Schlemmereien aus vergangener Zeit zubereiten. «Ötzis Zauberriegel» aus Einkornschrot, Trockenfleisch und Dörrpflaumen sollten für Energie sorgen, ebenso wie «Miraculix› Zaubertrank».

Obwohl die einzelnen Museen aufgrund des verlängerten Auffahrtswochenendes mit eher weniger Publikum rechneten, füllte sich am Sonntagnachmittag die Kirchgasse mit Kindern und Erwachsenen. Und für einmal durften auch Vierbeiner das Kunstmuseum besuchen.

Herrchen und Hund

Im Zeichen der laufenden Dietrich-Ausstellung bot der Fotograf André Albrecht ein Shooting der besonderen Art. Man durfte sich selbst, alleine oder zusammen mit Tieren, in Szene setzen. Und so posierten die beiden Cockerspaniels Othello und Rubens, ebenso wie die weisse Samtpfote Chouchou. Und die Tiere machten es wie wahre Profis. Das Experiment barg ein gewisses Risiko. Dieses sei sie aber gerne eingegangen, so Dorothee Messmer. Und man habe mit zusätzlichem Aufsichtspersonal vorgesorgt.

Traditionen und Poetry Slam

Nicht wegzudenken sind das Malatelier auf der Kirchgasse und das Suchen nach Haifischzähnen beim Naturmuseum. Die Kinder sind begeistert von diesen traditionellen Angeboten. Zuweilen landet zwar mehr Farbe auf den Malkitteln und den Händen als auf dem Papier. Es entstehen aber Kunstwerke, auf die die kleinen Künstler stolz sein dürfen. Und auch jeder gefundene Haifischzahn bringt Kinder und Eltern zum Strahlen. Selbst die Erwachsenen liessen es sich nicht nehmen, zu graben und sich die Finger schmutzig zu machen, um mit glänzenden Augen einen Haifischzahn vorsichtig im Portemonnaie zu versorgen.

Besuch im Horrorkabinett

Natürlich durften die «normalen» Führungen durch die diversen Ausstellungen in den vier Museen nicht fehlen. Der Thurgauer Adolf Dietrich wurde dem Publikum als Bauer und Realist, aber auch als Exot näher gebracht. Und die Slam-Poetin Lisa Christ zeigte weitere Aspekte des Ostschweizers Künstlers auf. Mit viel Witz erklärte sie einige seiner Werke. Eines seiner bekanntesten Sujets ist der Untersee. Der sei ihm wohl nicht immer gelungen, deshalb habe er einige dieser Bilder wohl übermalt, mal mit Blumensträussen oder mit Tieren. Wundervoll und wortwitzig ihr Kommentar zu dem «Horrorkabinett» von Kinderporträts. Mit ihren bösen Blicken könnten die «lieben» Kleinen von Stephen King stammen, so Christ.

Im Rahmen des Museumstags wurden auch die Preise für den Wettbewerb «Skurrile Tiercollagen» verliehen. Bei den Erwachsenen gewann Doris Känzig. Die sechsjährige Sophia Font aus Kappel und der zwölfjährige Arvis Just aus Olten gewannen Preise in der Kategorie Kinder. Ein Sonderpreis ging an die Tandemklasse aus dem Frohheimschulhaus.

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