Seit der Gründung im Jahr 1944 haben rund 70 000 Personen an Kursen, Vorträgen, kulturellen Exkursionen und Anlässen teilgenommen. Die Glanzzeiten waren ohne Zweifel die Nachkriegsjahre, als der Bildungshunger, die Reise- und Entdeckerlust nach finsteren und mageren Jahren neu erwachten, sowie die späten Achtziger- und die Neunzigerjahre, als eine ganze Generation ihren Nachholbedarf in Englisch und Computerwissen decken musste.

Rückläufig seit dem Millennium

Nach langen Jahrzehnten des Erfolgs hat sich etwa seit dem Jahr 2000 ein rückläufiger Trend abgezeichnet. Die Besucherzahlen nahmen kontinuierlich ab, allgemeine Kurse fanden immer weniger Zuspruch. Die VHS überlebte die letzten Jahre nur dank den Reserven aus besseren Zeiten. Allmählich war aber abzusehen, dass die in den 90-er Jahren professionalisierten Strukturen (Schulungsräume, Sekretariat, Geschäftsführung, Werbung) nicht mehr aufrecht zu erhalten waren. Es folgten deshalb einschneidende Sparmassnahmen. Nach dem Wegfall der städtischen Subventionen und einzelner Gemeindebeiträge war jedoch eine Weiterführung der Schule nicht mehr möglich.

Es wäre falsch, das Ende der VHS Olten nur mit finanziellen Problemen zu erklären. Auf dem Platz Olten ist die Konkurrenz durch zahlreiche öffentliche und private Bildungs- und Sprachinstitute sehr gross geworden. Daneben hat sich das Freizeit-, Arbeits- und Lernverhalten in den letzten 15 - 20 Jahren grundlegend geändert.

Die Arbeitswelt ist härter geworden und lässt weniger Zeit für Musse. Berufliche Weiterbildung wird innerhalb der Firmen angeboten. Dies alles hat dazu geführt, dass die VHS Olten mit ihrem breiten Angebot kaum mehr Beachtung fand. Die VHS Solothurn übernimmt und bewirbt künftig das Einzugsgebiet der VHS Olten. (mgt)