Mit der Sonne um die Wette strahlten die vielen Kinderaugen, die sich am Samstagnachmittag auf dem Ildefonsplatz eingefunden haben und auf den Sitzbänken auf den Mann mit den knallroten Locken warteten. Etwas gedulden mussten sie sich aber, denn vor dem Konzert von Christian Schenker und Grüüveli Tüüfelli hatte der Präsident von Region Olten Tourismus, Deny Sonderegger, noch ein, zwei Worte zu sagen.

Auf dem Ildefonsplatz fand am Samstag zwar schon ein Konzert von Christian Schenker und Grüüveli Tüüfeli statt, aber nicht nur. Gleichzeitig wurde auch die vierte Tour des Oltner Schriftstellerwegs eröffnet. Sie erzählt Geschichten und Lieder von Christian Schenker. Er gesellt sich damit zu den schweizweit bekannten Autoren Pedro Lenz, Franz Hohler und Alex Capus. «Damit haben wir in Olten 40 Hörstationen, die abgelaufen werden können», erzählt Deny Sonderegger, der sich einen «lässigen Nachmittag» für die Eröffnung wünschte.

Christian Schenker sorgt bei den Kinder für gute Laune.

Christian Schenker sorgte bei den Kindern für gute Laune.

Neben den bestehenden, je achtteiligen Touren gibt es die zwölfteilige LiteraThek und seit letztem Samstag die Familien-Tour Christian Schenker. Sie fängt beim Bahnhof an, endet auf dem Klosterplatz und umfasst elf Stationen. «Angedacht waren sechs bis acht», erzählt Sonderegger lachend. Von den elf Haltestellen werden zweimal eine Geschichte erzählt, zweimal gibt es einen Konzertmitschnitt zu hören und die restlichen sieben Stationen spielen neue und eigens für den Schriftstellerweg komponierte Christian-Schenker-Songs vor. Die Lieder sind mit den jeweiligen Standorten verbunden. «Chumm, mir boue e Isebahn» handelt vom SBB-Verkehrsknotenpunkt Olten und bildet der Start der Tour. Weiter geht es zur Wildsau oberhalb des Aarebistros. Das Lied der dortigen Steele handelt denn auch von einer Wildsau.

«Neue Attraktion»

«Die Tour ist als Familienausflug konzipiert», erzählt Deny Soneregger beim vorangehenden Apéro. «Die Grossen können sich eher auf die Texte der Autoren konzentrieren. Die Kleinen können sich den Liedern widmen.» Einen Teil der Familientour verläuft denn auch parallel zu den anderen Touren.

Deny Sonderegger war nicht der Einzige, der eine Ansprache vor dem Konzert hielt. Auch Stadträtin Marion Rauber liess es sich nicht nehmen, ein paar Worte an die Besucherinnen und Besucher zu richten. «Das ist eine neue Attraktion für die Kulturstadt Olten», sagte sie und bedankte sich bei den «kreativen Machern». «So können Kinder die Stadt auf neue Art entdecken.»

Kurz vor drei Uhr war es dann endlich soweit: Christian Schenker und seine Grüüveli Tüüfeli betraten die Bühne, die mit einem weissen, aufblasbaren Dach versehen war. Er präsentierte nicht nur seine neugeschriebenen Lieder, welche er zudem noch in ein neues Album verpackte. Er spielte auch ältere Songs, die den zahlreich anwesenden Kindern bestens bekannt waren – den «Grossen» im Übrigen auch, wie ein kurzes Erwachsenen-Gesangs-Intermezzo bewies. Den zahlreich anwesenden Zuhörern auf dem Ildefonsplatz schien es zu gefallen, daran änderte auch eine falsch gestimmte Gitarre zu Beginn des Konzerts nichts. Gross und Klein sangen lauthals mit.