Kommen sie noch einmal oder kommen sie nicht mehr? Ein knappes Jahr vor den nächsten Wahlen in Oltens Stadtrat zeigt sich: Langsam lassen die Exekutivemitglieder die Katze aus dem Sack, wie eine kleine Umfrage unter den amtierenden Stadträten und Iris Schelbert, der einzigen Frau im Gremium zeigt.

Niemand ist amtsmüde

Amtsmüde ist noch niemand aus dem Quintett; bloss Iris Schelbert (Grüne) hat sich noch nicht durchringen können, für eine dritte Legislatur zur Verfügung zu stehen. Sie machts spannend. «Irgendwann nach den Sommerferien werde ich den Entscheid fällen», sagt sie und flachst, sie sei ja schliesslich an Lebensjahren die Älteste im Rat.

Wovon denn dieser Entscheid abhängen wird? «Der Zeitpunkt meiner Entscheidungsfindung ist mit der Parteileitung natürlich abgesprochen. Mit den Änderungen im Direktionswesen, der Überführung der Stadt- in die Kantonspolizei hat sich die Ausgangslage sicher stark verändert», erklärt die 60-Jährige.

Sie werde sich im Sommer mit alten, vertrauten Politfüchsen zusammensetzen und auch ihr privates Umfeld konsultieren. Und sie wolle auch sicherstellen, wie es mit ihrer beruflichen Zukunft als Lehrkraft weitergeht.

Da gibts also noch offene Fragen, die der amtälteste Stadtrat, Peter Schafer (SP), bereits geklärt hat. «Ja, ich werde mich für eine fünfte Legislatur zur Verfügung stellen», sagt der 54-Jährige. Dem Parteivorstand sei sein Entscheid seit Frühling bekannt. Schafer, der mit seiner erneuten Bereitschaft so etwas wie das 20-jährige Wirken in der Exekutive anstrebt, gibt sich bezüglich Direktionsverteilung durchaus flexibel.

«Absolut vorstellbar, dass mich in meiner möglichen fünften Amtszeit eine neue Herausforderung locken könnte.» Festlegen jedenfalls wolle er sich jetzt nicht, aber die Direktionen Bau beziehungsweise Finanzen könnten ihn schon reizen, so Schafer, der von weiteren Ambitionen allerdings absieht.

Ein Angriff aufs Stadtpräsidium komme für ihn nicht mehr infrage, wie er gerne gesteht. Aber als Stadtrat beabsichtigt er die gewohnt seriöse Arbeit fortsetzen zu wollen und auch bei heiklen, unangenehmen Themen «hinzustehen», wie er sich ausdrückt.

Vize will Vize bleiben

Auch Schafers Parteikollege Thomas Marbet stellt sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung, die zweite für den 49-Jährigen. Die Parteileitung weiss um seinen Entscheid. Ums Stadtpräsidium will Marbet allerdings nicht kämpfen, aber das Vizepräsidium würde er gerne noch einmal ausfüllen.

Bezüglich der Direktionsverteilung zeigt auch er sich flexibel. Er fühle sich wohl in seinem derzeitigen Verantwortlichkeitsbereich, dem Bau. Aber er könnte sich auch ein Engagement in der Finanzdirektion vorstellen.

Als primäre Ziele verfolgt Marbet nun die Realisierung des Hauses der Museen, will er den Sälipark im 2020 einweihen sowie den neuen Bahnhofplatz vorantreiben. «Ausbauen möchte ich auch die Tagesstrukturen für Familien. Ausserdem müssen wir Schulden abbauen und mit unseren Nachbarn verstärkt kooperieren», weiss er. Zudem möchte Marbet neue Betriebe in Olten ansiedeln.

Weitere Ambitionen? Eher nicht

Für den einzigen FDP-Vertreter in der Exekutive, Benvenuto Savoldelli, ist eine zweite Amtszeit durchaus denkbar. «Aber natürlich entscheidet darüber die Partei», so der Rechtsanwalt, der diesbezüglich noch nicht mit der FDP gesprochen hat.

Zur Verfügung stellen aber will er sich? «Eigentlich schon», sagt er. Derzeit ist der 54-Jährige in seiner bevorzugten Direktion, den Finanzen, unterwegs. In einer nächsten Legislatur möchte er sich für den kontinuierlichen Schuldenabbau einsetzten. Auf weitere politischen Ambitionen, etwa das Stadtpräsidium, angesprochen gibt sich Savoldelli aber zurückhaltend: «Eher nicht», meint er.