Olten

Vier Freunde aus der Stadt sind dieses Jahr unter die Whisky-Abfüller gegangen

David Lang, Roman Bachmann, Michael Zila und Michael Rudolf von Rohr mit ihrem «Caora»-Whisky, den sie in Schottland eigenhändig abfüllten.

David Lang, Roman Bachmann, Michael Zila und Michael Rudolf von Rohr mit ihrem «Caora»-Whisky, den sie in Schottland eigenhändig abfüllten.

Freiheit und Whisky gehören einfach zusammen. Dieser Überzeugung sind auch Michael Zila, David Lang, Roman Bachmann und Michael Rudolf von Rohr. Vergangenen Sommer gründeten sie eine Firma. Ihr Produkt: schottisches «Lebenswasser».

«Freedom and whisky gang together!», besang schon der schottische Barde Robert Burns im 18. Jahrhundert das Nationalgetränk. Oder zu Deutsch: Freiheit und Whisky gehören einfach zusammen.

Dieser Überzeugung sind auch Michael Zila, David Lang, Roman Bachmann und Michael Rudolf von Rohr. Vergangenen Sommer gründeten die vier Oltner eine Firma. Ihr Produkt: schottisches «Lebenswasser», das sie drüben auf der Insel selbst abfüllen.

Aus einem Fass wurden viele

Zehn Jahre ist es her, dass die vier Freunde, die sich teilweise schon seit Schultagen kennen, zum ersten Mal gemeinsam durch Schottland reisten. «Da hat es uns den Ärmel reingezogen», erinnert sich Michael Zila mit glänzenden Augen.

Zwei Wochen lang seien sie von Brennerei zu Brennerei getingelt, erzählt der schlanke 33-Jährige, der Westküste entlang nach Norden und über Speyside im Osten wieder runter. Seither haben sie Schottland jedes Jahr mindestens einmal gemeinsam besucht. Ihre Routen planen sie stets um Destillerien herum.

Wie aber kommt man dazu, selbst Whisky abzufüllen? Zila holt aus: «Die Isle of Islay auf den Inneren Hebriden ist ein Whisky-Mekka und unser Lieblingsort, wir fahren jedes Jahr hin. 2010 kamen wir in einem lokalen Pub zufällig ins Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Bruichladdich Distillery. Sie bot uns ein Fass Whisky zum Kauf an...»

Dass eine Brennerei ganze Barrels verkaufe, sei eher selten, schiebt er nach. Keine Frage: Per Handschlag nahmen die Freunde das Angebot an. Rund 2500 Franken legten sie aus für 200 Liter New Spirit, also jungen Whisky, der noch gelagert werden muss. Bis heute ist es ihnen gelungen, bei verschiedenen Brennereien sieben Fässer zu kaufen. Diese bleiben vor Ort. «Aber wir besuchen sie jedes Jahr», meint Zila grinsend.

«Letztes Jahr haben wir unser allererstes, inzwischen 6-jähriges Fass wieder probiert», fährt Zila fort, der selbst Torf- und Rauchnoten mag. Sie befanden, es sei reif. Brachten es im Oktober 2016 aufs schottische Festland in eine Abfüllanlage. Füllten den Whisky eigenhändig ab.

Vor etwa drei Wochen ist die Ladung in Olten angekommen. 343 Flaschen à 0,5 Liter Single Malt sind es geworden. Sie tauften ihn «Caora», was auf Gälisch Schaf bedeutet. Wie man das ausspricht? «Wir fragen auch jedes Mal wieder nach, aber unsere Zungen sind einfach nicht gemacht dafür», sagt Zila lachend.

Ausschank in Olten und Edinburgh

In kürzester Zeit haben sie schon über hundert Flaschen zum Preis von 85 Franken verkauft. Viele davon an Freunde, aber auch aus Liechtenstein, Deutschland und den USA sind Bestellungen in ihrem Onlineshop eingetroffen. In Olten wird «Caora» bereits im «Gryffe» und in der «Baroque Bar» ausgeschenkt.

Und sogar im alterwürdigen Pub «Canny Man’s» in Edinburgh ist er zu haben. Weil Geschäftspartner David Lang mit seiner Freundin inzwischen dort wohnt. «Er ist dort einfach reinspaziert und fragte, ob sie unseren Whisky ins Sortiment aufnehmen würden», erzählt Zila. So schnell kanns gehen.

Wie weiter, wenn die 343 Buddeln weg sind? «Unser Ziel wäre, dass wir jedes Jahr ein Fass abfüllen», sagt Zila. Nächstes Jahr vielleicht ihren wertvollsten Schatz: ein 12-jähriges Wässerchen, das sie heuer für weit über 2500 Franken erstanden haben.

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