Kredit

Viele offene Fragen beim Thema Asylcontainer in Gunzgen

In Gunzgen ist man noch auf der Suche nach einem Platz für mögliche Asylcontainer.

In Gunzgen ist man noch auf der Suche nach einem Platz für mögliche Asylcontainer.

Die Gemeindeversammlung von Gunzgen spricht einen Kredit für den Bau von Asylcontainer. Noch hofft die Gemeinde jedoch, auf diese Art von Unterbringung verzichten zu können und für die Asylsuchenden eine Wohnung zu finden.

Man muss in den Annalen Gunzgens ein paar Jahre zurückblättern, um auf einen ähnlich grossen Bevölkerungsaufmarsch zu stossen. 62 Stimmberechtigte wollten am Montagabend dabei sein, um über den Verkauf des Kabelnetzes, einen Kreditantrag über 130'000 Franken für den Bau eines Asylcontainers und das Budget 2018 zu befinden.

Rückweisung ohne Mehrheit

Der Verkauf des Kabelnetzes ging ebenso wie das Budget glatt über die Bühne. Weniger glatt dagegen passierte das Geschäft Errichtung eines Asylcontainers. Erich Schüpbach hatte beantragt, das Geschäft zurückzuweisen, weil zu viele offene Fragen blieben und das Vorhaben unausgegoren wirke. «Wir wissen ja noch nicht mal, wo die Container zu stehen kommen», hatte der Mann argumentiert. Gemeindepräsident Hansruedi Krähenbühl räumte ein, der Entscheid darüber sei tatsächlich noch nicht gefallen.

Allerdings gab er zu verstehen, das offizielle Gunzgen habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, für Asylbewerber eine Liegenschaft beziehungsweise eine Wohnung im Dorf zu finden. «Das ist bis jetzt aber noch nicht geglückt», so der Gemeindepräsident weiter. Zwar sei die Gemeinde selbst im Besitze von Wohnungen. «Aber die sind belegt, und ich bin überzeugt, dass sich ein Proteststurm erheben würde, wenn wir langjährige Mieter rauswerfen würden», so Krähenbühl weiter. Demgegenüber hielt Schüpbach fest, die Gemeinde könnte den bisherigen Mietern bei der Suche nach einer Wohnung behilflich sein.

Die Diskussion wurde aber nicht erschöpfend geführt, und so kams zum kleinen Showdown. Mit 32 zu 27 Stimmen bei wenigen Enthaltungen fand der gemeinderätliche Antrag eine Mehrheit. Aber wie Krähenbühl noch bestätigte: «Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eine Wohnung für die Asylanten zu finden. Womöglich bleibt der Kredit ungenutzt.»

Infogram: Budget Gunzgen

Bessere Qualität

Es gab dann noch ein, zwei Fragen zum Verkauf des Kabelnetzes. Im Grundsatz wollte man eine Garantie, dass nach dem Verkauf die Übertragungsqualität deutlich verbessert würde. Und auch der Verkaufspreis war kurz ein Thema, bis Krähenbühl zum Mehrfachen versichert hatte, es würde an denjenigen Anbieter verkauft, welcher das beste Preis-Leistungs-Verhältnis vorsehe. «Wir haben uns schon immer für die Belange der Gemeinde eingesetzt und sind im Rat Unternehmer genug, eine gute Lösung zu finden», beteuerte Krähenbühl.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf würden eine gewisse Zeit lang die Abo-Kosten der Gunzger Kundschaft mitfinanziert. Was dagegen mit dem Kapital von mehr als einer halben Million Franken geschehe, sei noch unklar. Aber darüber wird auch an einer kommenden Gemeindeversammlung abgestimmt, denn «das Geld wurde schliesslich von den Bürgerinnen und Bürgern eingeschossen», wie Krähenbühl meinte.

Monetär steht Gunzgen nach wie vor auf solider Grundlage, wie Gemeindeverwalter Marco von Arx vorausschauend bilanzieren konnte. Aber bezüglich Gemeindeautonomie hielt von Arx fest, dass die Gemeinde lediglich noch über 15 Prozent der Ausgaben mitbestimmen könne.
Item: Fürs kommende Jahr sieht man in Gunzgen keinerlei Bedarf, am Steuerrad zu drehen.

Minimal der budgetierte Aufwandüberschuss von gut 15'000 Franken (eigentlich eine rote Null, wie Hansruedi Krähenbühl meinte) und ein noch immer wachsendes Pro-Kopf-Einkommen. Fällt der Bau des Asylcontainers weg, so beschränken sich die Investitionen im Dorf quasi im vernachlässigbaren Bereich. In Gunzgen kocht man stets auf der Sparflammen. Aber auch die wärmt, wie der Apéro nach der stündigen Gemeindeversammlung zeigte.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1