Olten

Viel Jubel für rockige Zeitreise mit den «Queen»

Die «Night of Queen» war ein Spektakel, das einem buchstäblich von den Sitzen riss.

Die «Night of Queen» war ein Spektakel, das einem buchstäblich von den Sitzen riss.

Musikalischer Tribut an eine grosse Rockband: «The Spectacular Night of Queen»; und natürlich durfte dabei auch die Hymne der Hymne, «We Are the Champions», nicht fehlen.

In der letzten Zugabe war das Tributkonzert an die grosse Zeit der englischen Rock- und Popband Queen authentisch: Die vier Rockmusiker spielten ohne Begleitung, eine Union-Jack-Flagge umhüllte den nackten Oberkörper von Rob Comber, der in der Musikshow «The Spectacular Night of Queen» mit guter Stimme und viel Elan den unvergessenen, 1991 verstorbenen Leadsänger Freddie Mercury verkörperte. Comber drehte sich um und das Oltner Publikum, das tanzte und klatschte, jubelte erneut: Quer über die Schweizer Fahne stand in grossen Lettern «QUEEN». Mit diesem Dank ans jeweilige Gastgeberland hatte Mercury Mitte der 1980er-Jahre auf der grossen Magic-Tour alle Konzerte beendet.

Hommage an einen Star

Die «Night of Queen» war eine rockige Zeitreise zurück, ein Spektakel, das einem buchstäblich von den Sitzen riss. Die musikalische Hommage an den Star Freddie Mercury war allerdings nicht chronologisch aufgebaut, sondern brachte im ersten Teil vorab rockigere Stücke, unter anderem auch «Who Wants to Live Forever» oder «I Want It All» aus späteren Queen-Zeiten. So war es vertretbar, dass alle Stücke des Abends durchgehend von einer Bläser- und einer Streichergruppe, einem vorzüglichen Pianisten und vier herausragenden Vokalisten als zusätzlicher Backgroundchor begleitet wurden. Das war bei der Gruppe Queen in den frühen Jahren nicht so: Bei Konzerten tönte jedes Stück jeweils bewusst anders als auf den im Studio produzierten Alben, Brian May steuerte live mit seiner speziellen Gitarre die ausgeklügelten Synthesizer-Effekte.

Ausgedehnte Welttourneen

Die durchwegs überzeugenden Queen-Darsteller Rob Comber (vocal, piano), Christopher Gregory (special guitar), Kevin Goodwin (e-bass) und Wayne Bourne (drums) nennen sich als Band The Bohemians nach einem der wohl berühmtesten Mercury-Songs: Die vier professionellen Musiker tingeln seit gut 20 Jahren mit ihrer Queen-Konzertshow rund um die Welt, gegenwärtig touren sie in Deutschland und der Schweiz, im Frühling wieder in England. Doch nach müder Routine sieht ihr Auftritt nicht aus. Im Gegenteil. Die Vollblutmusiker und ihre Begleiter überzeugten im fast ausverkauften Oltner Stadttheater Jung und Alt, Mütter und Töchter, Väter und Söhne – es waren viele Familien da – mit einem lautstarken, hin- und mitreissenden Konzert. Gegen 100 eigens aufgebaute Scheinwerfer sorgten im Stadttheater für eine abwechslungsreiche, auf die Musik abgestimmte Disco-Lightshow, auch wenn die grellen Strahler etwas allzu oft ins Publikum gerichtet wurden.

Höhepunkt «Barcelona»

Selbstverständlich durfte keiner der grossen Queen-Hits fehlen. Höhepunkt nach der Pause war wohl das Duett «Barcelona», der Titelsong des Albums, das Mercury mit der spanischen Starsopranistin Montserrat Caballé aufgenommen hat. Rob Comber sang, wie Mercury 1988, im eleganten Smoking mit Kummerbund, die junge Sopranistin aus der Backgroundgruppe konnte, im langen Abendkleid, ihre ganze, beachtliche Sangeskunst einsetzen. Andere weltberühmte Queen-Songs animierten zum Mitsingen: «We Will Rock You» oder «Radio Ga Ga», um nur diese zu nennen.

The Champions

Und bei den Zugaben durfte natürlich jener Welthit nicht fehlen, auf den alle Queen-Freaks, aber wohl auch alle Fussballfans im Publikum gewartet hatten: Alle sangen gut gelaunt die Siegerhymne «We Are the Champions» mit.

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