Goldenes Dach
Verzögerungstaktik bringt nichts

Kommentar zum seit Jahren schwelenden Rechtsstreit im Fall des goldenen Daches von Fabian Muster.

Fabian Muster
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Bruno Kissling

Das juristische Hickhack um das goldene Dach zwischen den Eigentümern und den Oltner Baubehörden dauert nun schon bald zehn Jahre. Im Dezember 2007 hat Bauherr Mariano Ciccone das Baugesuch für den Umbau des Dachgeschosses eingegeben. Seither gab es mehrere Baugesuche, Beschwerden, Ablehnungsentscheide, bis sich die beiden Parteien schliesslich vor Bundesgericht trafen.

Und dieses hielt unmissverständlich fest – wenn auch mit einem knappen 3:2-Entscheid –, dass die Lukarnen zu gross sind und das golden glänzende Dach so behandelt werden müsse, dass es dunkelmatt erscheine. Seit diesem Entscheid sind nun wieder über zwei Jahre vergangen.

Auch wenn in der Bevölkerung die Meinungen zum goldenen Dach geteilt sind und einige Sympathien zeigen für die Architektur des Hauses: Im Rechtsstaat Schweiz geht es nicht an, mit immer neuen juristischen Finten die Umsetzung eines Bundesgerichtsentscheids zu torpedieren, wie es anscheinend die Absicht der Eigentümer ist.

Dass die Verzögerungstaktik nichts bringt, scheinen diese nun allmählich eingesehen zu haben, indem sie das Urteil des Bau- und Justizdepartements akzeptierten. Abzuwarten bleibt, ob die Eigentümer nun ein Baugesuch eingeben, das auch rechtlich einwandfrei ist.

Andernfalls hat die Stadt bereits angedroht, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und via Oberamt das Baugesuchsverfahren einzuleiten. Ein notfalls zwar extremer, aber anscheinend nötiger Schritt, um die Eigentümer zur Umsetzung des Bundesgerichtsurteils zu zwingen.

fabian.muster@azmedien.ch

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