«Wir dürfen auf ein ausserordentlich erfolgreiches Wachstumsjahr zurückblicken», betonte Frank Mackuth in seinem Jahresbericht. Dabei hob der Vorsitzende der Bankleitung insbesondere die neue Rekordmarke im Hypothekargeschäft hervor. Dieses wuchs 2017 als Folge der nach wie vor starken Nachfrage nach Eigenheimfinanzierungen um nicht weniger als 9,3 Prozent. «Um die steigenden Bedürfnisse weiterhin kundenorientiert und professionell abdecken zu können» (Frank Mackuth), erweiterte die Raiffeisenbank Mittelgösgen ihr Mitarbeiterteam mit Christian Hug. Der aus Obergösgen stammende und bestens ausgebildete Bankfachmann betreut primär die Kund(inn)en aus Obergösgen.

Zum tollen Geschäftsergebnis trugen laut Frank Mackuth neben dem Kreditsektor auch der erstmals seit sechs Jahren wieder über der 4-Millionen-Franken liegende Zinsertrag sowie das hohe Wachstum der Kundengelder und des Depotvolumens bei. So konnten rund 1,1 Millionen Franken für die Stärkung der Eigenmittel verwendet werden. «Das macht «ihre Bank noch sicherer», sagte Frank Mackuth an die Adresse der 641 Genossenschafter, deren Anteilscheine unverändert mit 6 Prozent verzinst werden.

Deutliche Worte zu Affäre Vincenz

Der erfolgreiche Jahresabschluss ist – wie Peter Dietschi in seinem Bericht unterstrich – ein klarer Beweis dafür, «dass Raiffeisen eine starke Marke ist. Trotz den gegenwärtigen Turbulenzen ist die Raiffeisengruppe solid und vertrauenswürdig, und es gibt keine negativen Auswirkungen auf die Kundengelder.» Der Verwaltungsratspräsident konnte seine Enttäuschung über die unerfreulichen Schlagzeilen aus dem Raiffeisen-Hauptsitz in St. Gallen jedoch nicht verbergen.

«Die Affäre Vincenz erinnert uns an unseren Auftrag und unsere Verpflichtung. Zweck von Raiffeisen ist die gemeinsame Selbsthilfe. Das genossenschaftliche Prinzip muss den Mitgliedern dienen und nicht den Managern und Verwaltungsorganen. Mit seiner Doppelmoral hat der ehemalige Vorsitzende von Raiffeisen Schweiz der Marke Raiffeisen unnötige Kratzer zugeführt und das Vertrauen von 3,7 Millionen Kunden missbraucht.» Seine deutlichen Worte bedachte die Versammlung mit Szenenapplaus.

Digital und persönlich

Mit Blick auf den vor 200 Jahren geborenen Raiffeisen-Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen unterstrich Peter Dietschi, «dass das genossenschaftliche Geschäftsmodell zwar auch Schwachstellen hat. Es hat sich aber gerade in der aktuellen Situation gezeigt, dass es insgesamt stabil und in der Lage ist, Fehler zu kompensieren, ohne dass Sparer oder der Staat zu Schaden kommen.»

Laut Peter Dietschi liegt die grosse Herausforderung darin, «den Gründergedanken auf die heutigen und zukünftigen Herausforderungen auszurichten und die rasch zunehmende Dominanz der Digitalisierung entsprechend zu adaptieren.» Er ist deshalb überzeugt, dass die Beratung durch den Dialog abgelöst wird. «Digital und persönlich ist kein Widerspruch und wird zum zukünftigen Portal für individuelle Bankdienstleistungen», schloss Peter Dietschi seine Ausführungen und leitete zum gemütlichen Teil der GV über.

Diesen bestritt neben dem Schönenwerder Gospelchor sing2together der auch als GV-Moderator wirkende Zauberkünstler und Comedian Marc Haller alias Erwin aus der Schweiz. Der Gewinner des Prix Walo 2013 und des Swiss Talent Awards 2014 sorgte mit seinen treffenden Pointen («ein Terrorist ist ein Strenggläubiger mit Detonationshintergrund») für zahlreiche Lachsalven.