Warum soll die Stimmbevölkerung der Vorlage zustimmen?

Heinz Eng: Die Eissportstätten gehören der Bevölkerung und sind eine von lediglich zwei dauerhaft betriebenen Eissportanlagen im Kanton Solothurn. Sie bieten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder, Jugendliche, aber auch für Erwachsene. In dieser Saison sieht es nach einem Rekordjahr aus: Im Januar 2019 sind die Einnahmen an der Tageskasse beim öffentlichen Eislauf um 20 Prozent höher wie im Vorjahresmonat. Hinzu kommt, dass die in Olten beheimateten Stammclubs langjährige Traditionsvereine sind. Der Eislaufclub besteht seit 1931, der EHC Olten seit 1934, der SC Altstadt Olten seit 1986. Die Zustimmung zur Vorlage ermöglicht somit nicht nur die Weiterführung der Wintersportmöglichkeit für die Öffentlichkeit – ganz im Sinne des Slogans Sportstadt Olten –, sondern auch den Fortbestand der Traditionsvereine.

Dem Geschäft haftete aber schon im Parlament der negative Beigeschmack an, es sei eine Vorlage für den EHC Olten. Was sagen Sie dazu?

Es handelt sich nicht um eine Vorlage für den EHC Olten, sondern um eine Vorlage für den Eissport in Olten. Teil des Eissports sind der öffentliche Eislauf, die Nachwuchsabteilungen des EHC Olten 2000 oder der Eislaufclub Olten sowie viele Plauschvereine, welche auf unserer Anlage trainieren und spielen. Selbstredend befindet sich auch der EHC Olten darunter. Dieser nutzt im Durchschnitt in der Halle lediglich rund 12 Prozent der verfügbaren Eiszeit. Berücksichtigt man auch die Nutzungszeiten beim Ausseneisfeld, beträgt die Nutzungsquote sogar nur knapp 8 Prozent. Gleichzeitig betrug der Nettojahresertrag aus den Zahlungen des EHC Olten im Jahre 2018 rund 300'000 Franken. Das sind rund 20 Prozent unseres Gesamtertrages. Nebst den Beiträgen aller Aktionärsgemeinden – rund 51 Prozent des Gesamtertrages – ist die EHC Olten AG mit der ersten Mannschaft der mit Abstand grösste Nettozahler. Nicht vergessen werden darf, dass der Eishockeyclub mit seinem Erfolg eine positive Ausstrahlung für die Stadt Olten hat. Statt von einem «negativen Beigeschmack» zu sprechen, könnte man als Oltnerin und Oltner auch mit einem gewissen Stolz auf die Erfolge verweisen.

Namentlich der Beitrag von 40'000 Franken an die erste Mannschaft des EHC Olten kommt dabei immer wieder unter Beschuss. Warum erhält eine Profimannschaft, die von einer profitorientierten Firma geführt wird, überhaupt diesen Beitrag?

Die Beiträge für die EHC Olten AG wurden bereits im Rahmen der vergangenen Abstimmung im Jahr 2014 um 50'000 Franken reduziert. Aus Sicht der Sportpark Olten AG ist der heutige Beitrag als Dank und Anerkennung für die erwähnte positive Ausstrahlung für die Stadt Olten zu sehen. Es gibt im Übrigen Städte, die sich ihre Profisportvereine deutlich mehr kosten lassen.

Im Parlament wurde ebenfalls kritisiert, dass die Leistungsvereinbarung noch nicht vorliegt und man darauf keinen Einfluss nehmen könne.

Die Leistungsvereinbarung liegt deshalb noch nicht vor, weil diese erst vom Stadtrat ausgearbeitet wird, wenn die Vorlage angenommen ist. Die Vereinbarung wird zum einen die Leistungen bestimmen, welche die Stadt Olten aufgrund der Beiträge erwartet. Auf der anderen Seite sind auch die Möglichkeiten der Sportpark Olten AG zu berücksichtigen. Leistung und Gegenleistung haben in einem realistischen und auch umsetzbaren Verhältnis zu stehen.

Nicht zuletzt wurde im Parlament auch moniert, dass bei EHC-Olten-Heimspielen keine Mehrwegbecher und -geschirr verwendet werden. Wann ist es soweit?

Entsprechende Gespräche mit dem EHC Olten haben bereits stattgefunden. Stand heute gehen wird davon aus, dass dies für die nächste Saison 2019/20 eingeführt wird.

Wie bisher insgesamt 700'000 Franken stünden der Sportpark Olten AG jährlich zur Verfügung. Sie beantragten allerdings sogar 90'000 Franken mehr, die aber zuerst vom Stadtrat um 40'000 und dann auch noch vom Parlament um 50'000 Franken gekürzt wurden. Wie wird sich das auf den Betrieb auswirken?

Der Verwaltungsrat der Sportpark Olten AG prüft derzeit, wie der Betrieb mit den tieferen Beiträgen aussehen wird. Eine Möglichkeit wäre, die Betriebszeiten zu reduzieren und beispielsweise den öffentlichen Eislauf auf dem Aussenfeld erst ab Anfang November statt Anfang Oktober zu eröffnen.

Falls die Stimmbürger die Vorlage am 24. März ablehnen, wird die Leistungsvereinbarung, die per Ende April 2019 ausläuft, nicht mehr erneuert. Was hätte dies für Konsequenzen?

Wenn die Vorlage nicht durchkommt, fallen die Hälfte der budgetierten Jahreseinnahmen von rund 1,4 Millionen Franken weg. Stand heute ist kein Szenario festgelegt, wie dieser Wegfall kompensiert werden könnte. Eine Alternative wäre, die zusätzlichen Betriebskosten zu 100 Prozent dem öffentlichen Eislauf sowie den Vereinen zu verrechnen. Das würde beispielsweise bedeuten, dass Besucher künftig mindestens doppelt so hohe Eintrittspreise zu zahlen hätten. Also statt 8 neu 16 Franken pro Erwachsenen-Einzeleintritt. Aber die Vereine, vor allem die Nachwuchsabteilungen, könnten sich diese Kosten nicht leisten. Sie kommunizierten dies uns gegenüber bereits mehrfach.

Was hätte ein Volks-Nein für die Sportpark Olten AG für Folgen?

Fallen 50 Prozent der Beiträge weg, bedeutete dies nichts anderes, als dass wir zahlungsunfähig werden, die Bilanz deponieren und den Konkurs anmelden müssten. Ausser es springt ein Geldgeber ein. Neben der Stadt Olten, die 90,2 Prozent des Aktienkapitals besitzt und in den vergangenen Jahren über 15 Millionen Franken investiert hat in die Sportpark Olten AG, kommt aber niemand anderes infrage. Und ob die Stadt das bei diesem Szenario tun wird, steht in den Sternen.

Mit anderen Worten: Der Betrieb müsste eingestellt werden?

Der Betrieb würde nach Ende April sehr schnell runtergefahren, weil uns ja das Geld fehlt und wir auch keine Leistungsvereinbarung mehr hätten mit der Stadt. Auch für die sechs festangestellten Mitarbeiter hätte das natürlich Konsequenzen: Wir könnten sie nicht mehr weiterbeschäftigen. Zudem würde nach dem angemeldeten Konkurs der gesamte Verwaltungsrat zurücktreten.

Warum?

Zum einen, weil es für den Verwaltungsrat nichts mehr zu tun gäbe. Es würde ein Sachwalter eingesetzt, der dann das Konkursverfahren leitete. Zum anderen wegen der Haftungsfrage: Wir würden als Verwaltungsrat persönlich haften, falls etwas schieflaufen würde.

Was hätte ein Volks-Nein für Folgen für den öffentlichen Eislauf und den EHC Olten?

Ob der Eislauf im nächsten Winterhalbjahr noch stattfinden würde, wäre dann offen. Ausser – wie bereits vorhin erwähnt – wenn die Stadt finanziell einspringen und etwas auf die Beine stellen würde. Auch die nächste Saison 2019/20 für den EHC Olten wäre nicht gesichert. Wenn mit der Sportpark Olten AG die Betreibergesellschaft Konkurs ginge und die Stadt nicht einspränge, sehe ich schwarz.