Olten
Verschwindet bald ein Zeuge aus alten Tagen?

Gestaltungsplan für Liegenschaft Baslerstrasse 15 wird Anfang September aufgelegt; ein Fragment aus einer einst dörflich geprägten Häuserzeile wird von der Gegenwart eingeholt.

Urs Huber
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Baslerstrasse 15 (einst Blumen Lehmann): Zeuge vergangener Jahre.

Baslerstrasse 15 (einst Blumen Lehmann): Zeuge vergangener Jahre.

BRUNO KISSLING

Anfang September dürfte er aufliegen, der Gestaltungsplan für die Liegenschaft Baslerstrasse 15; der Stadtrat hat grünes Licht dafür gegeben. Das deutet darauf hin, dass sich an der betreffenden Liegenschaft demnächst etwas tun wird? «Nicht unbedingt», sagt Oltens Leiter der Baudirektor, Adrian Balz. Aber ein Gestaltungsplan werde effektiv erst auf Wunsch der Grundeigentümerschaft erstellt. Ein solcher sorge in baulicher und gestalterischer Hinsicht nämlich für eine gewisse Rechtssicherheit. Und: «Ein Gestaltungsplan kann einer Liegenschaft beziehungsweise einem Grundstück auch zu einem Mehrwert verhelfen», so Balz.

Innerhalb Teilbebauungsplan

Das Grundstück Baslerstrasse 15 liegt innerhalb eines seit 1979 existierenden Teilbebauungsplanes (so wurden Gestaltungspläne damals genannt). Dessen Absicht: Erhalt der Typologie für die Gebäudegruppe im Bereich Konradstrasse/Baslerstasse. Der Teilbebauungsplan regelt Gebäudeabmessungen, Ausnützungsziffer oder etwa die Geschosszahl und umschreibt Anforderungen, die im auszuarbeitenden Nutzungsplan zu berücksichtigen sind. Das fragliche Gebäude darf als ein Fragment der einst dörflich geprägten Häuserzeile nördlich der Stadtkirche betrachtet werden. Aufstockungen und Neubauten in der Häuserzeile prägen mittlerweile das Bild.

Gestaltungspläne bezwecken eine architektonisch und hygienisch gute, der baulichen und landschaftlichen Umgebung angepasste Überbauung, Gestaltung und Erschliessung zusammenhängender Flächen. Im Kanton Solothurn sind solche vorgeschrieben für Bauten mit sieben und mehr Geschossen. Nicht so in Olten, wie Balz sagt: «In der Kern- und Kernrandzone ist ein solcher ebenfalls zwingend, unabhängig von der Stockwerkzahl etwa.» Deshalb könne nicht ohne Weiteres auf zukünftige Veränderungen geschlossen werden.

Was werden könnte

Der zur Auflage kommende Gestaltungsplan berücksichtigt die Auflagen des vorher gültigen Teilbebauungsplanes. Der richtungsweisende Fassadenstudienplan zeigt Details zur Fassadengestaltung, Materialen und Farbwahl, an denen sich ein allfälliges Bauprojekt zu orientieren hat. Der Gestaltungsplan markiert einen zeittypischen modernen Bau, welcher die «vorherrschende Gliederung Sockel – Mittelteil – Dach übernimmt» und der – nach offizieller Lesart – «die epochenspezifischen Architekturstilarten der Gebäudezeile ergänzt». Mit Ausnahme der vom Amt für Raumplanung ausgehenden Empfehlung, die Hofbebauung genau festzulegen, sind dessen Ergänzungen und Präzisierungen ins Planwerk eingeflossen.

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